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Was Sie über das Barrett-Syndrom wissen sollten

Bislang hatten Sie das Sodbrennen mit rezeptfreien Medikamenten und veränderten Lebensgewohnheiten im Griff. Doch es kann sich auch weiter verschlimmern.

Chronisches Sodbrennen ist ein Symptom für die Gastroösophaeale Reflux-Erkrankung (GERD, international übliche Abkürzung, die auch in Deutschland verwendet wird), die zur Ausbildung eines Barrett-Syndroms führen kann. Bei dieser Erkrankung führt der ständige Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre zu einem dauerhaften Umbau der inneren Speiseröhrenschleimhaut. Dabei werden die normalen Zellen durch solche ersetzt, wie sie im säuretoleranten Magen vorkommen. Das Barrett-Syndrom ist mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden.

Sodbrennen muss nicht harmlos sein

Normalerweise wird die Magensäure durch ein Ventil am Ende der Speiseröhre zurückgehalten: Hier sitzt der untere Schließmuskel. Dieses Ventil öffnet sich in der Regel nur beim Schlucken und bleibt sonst verschlossen. Sodbrennen entsteht, wenn sich das Ventil zwischendurch öffnet. Dauerhafter saurer Rückfluss wird GERD genannt.

Etwa 10% der GERD-Patienten entwickeln das Barrett-Syndrom. Die Behandlung von GERD ist wichtig, weil sie einen Risikofaktor für das Barrett-Syndrom darstellt. Hat sich dieser Zustand erst einmal ausgebildet, besteht ein 40fach erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs.

Das Barrett-Syndrom geht meist ohne spezifische Symptome einher. Aber häufiger saurer Rückfluss und Sodbrennen sind wichtige Anzeichen für GERD. Daneben können auch weitere Symptome für GERD oder sogar Speiseröhrenkrebs auftreten wie Schluckbeschwerden, Bluten, Erbrechen und Gewichtsverlust.

Barrett-Syndrom: Finden Sie die Ursache

Nur mit Hilfe der Endoskopie lässt sich das Barrett-Syndrom feststellen. Bei diesem Verfahren wird ein dünner Schlauch mit einer Videokamera durch den Mund bis in die Speiseröhre geführt, um ein genaues Bild des Überganges von Speiseröhre und Magen zu bekommen. Meist wird dem Patienten vorher ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht. Während der Endoskopie kann auch eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und analysiert werden.

Wenn der Arzt im Laufe der Untersuchung eine Reizung der Speiseröhre durch Magensäure feststellt, kann er empfehlen, die Säurebelastung zu reduzieren. Dafür eignet sich im Allgemeinen eine Kombination aus veränderten Lebensgewohnheiten und Medikamenten, obwohl auch in seltenen Fällen eine Operation ratsam sein kann.

Verschreibungspflichtige Medikamente für GERD sind besonders wirksam, wenn sie auf nüchternen Magen genommen werden. Dazu gehören:

H2-Blocker – Diese Wirkstoffe sind verfügbar als verschreibungspflichtige und – in geringen Dosierungen – als rezeptfreie Medikamente. Sie wirken schwächer als Protonenpumpen-Hemmer und sind kostengünstiger. Zu den H2-Blockern gehört Famotidin (Pepdul®, u.a.), Cimetidin (Tagamet®, u.a.), Nizatidin (Gastrax®, u. a.) und Ranitidin (Zantic®, u.a.).

GERD-Symptome können nach 1 bis 2 Monaten Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder zurückgehen. Das gilt besonders, wenn Sie gleichzeitig Ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten umstellen. Manchmal müssen die Medikamente aber lebenslang eingenommen werden, um die Symptome zu beherrschen. Leider muss davon ausgegangen werden, dass diese Medikamente die Ausbildung eines Barrett-Syndroms nicht heilen können.

Chirurgische Alternativen beim Barrett-Syndrom

Operationen, die die Schließmuskelfunktion Ihrer Speiseröhre verbessern, werden Fundoplicationen genannt. Diese Methode kann die GERD-Symptome deutlich reduzieren. Jedoch zeigt eine neuere Studie, dass die Hälfte der Patienten innerhalb von 5 Jahren nach der Operation wieder Anti-Reflux-Medikamente einnehmen muss.

Hinzu kommt, dass die chirurgischen Eingriffe weder das Barrett-Syndrom eliminieren noch das Krebsrisiko vermindern können. Deshalb sind regelmäßige endoskopische Untersuchungen wichtig.

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