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Claudicatio intermittens (intermittierendes Hinken)

Sie haben immer gern einen flotten Spaziergang gemacht. Aber in letzter Zeit bekommen Sie nach zehn Minuten krampfartige Schmerzen im Bein, sodass sie stehen bleiben müssen. Nach ein paar Minuten verschwindet der Schmerz wieder.

Bevor Sie erwägen, Ihre Spaziergänge einzuschränken und damit eine gesunde Gewohnheit zu ändern, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Arzt vereinbaren. Unter Umständen leiden Sie an einer Claudicatio intermittens (intermittierendes Hinken), einem Anzeichen schlechter Durchblutung, die die Arterien betrifft. Obwohl die Claudicatio intermittens eine recht häufige Erkrankung ist, weist sie in manchen Fällen auf eine schwerere Grunderkrankung hin. Oftmals kann man die Krankheit zufriedenstellend mit einfachen Mitteln behandeln.

Eine Gefäßerkrankung, die die Beine betrifft

Mit zunehmendem Alter bilden sich mehr und mehr fetthaltige Ablagerungen (cholesterinhaltige Plaques) an den inneren Gefäßwänden der Arterien. Diese verengen die Arterien (Atherosklerose) und vermindern die Durchblutung. Die Atherosklerose stört die Blutversorgung des Herzens oder des Gehirns und erhöht dadurch das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Darüber hinaus betrifft sie unter Umständen die Beinarterien und verursacht dort eine periphere Gefäßerkrankung (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK). Die Claudicatio intermittens stellt ein Symptom dieser Erkrankung dar.

Die periphere Gefäßerkrankung betrifft im Allgemeinen die Arterien der Arme und Beine. Das Risiko für diese Krankheit steigt, wenn Sie:

  • rauchen
  • männlich sind
  • weiblich sind und die Wechseljahre hinter sich haben
  • mindestens 60 Jahre alt sind
  • an Bluthochdruck leiden
  • einen hohen Cholesterinspiegel haben
  • übergewichtig sind
  • viel sitzen
  • Diabetes (Zuckerkrankheit) haben
  • in Ihrer Familie Personen haben, die in jungen Jahren an Atherosklerose erkrankten

Schmerzen bei Anstrengung

Die meisten Menschen mit Atherosklerose in den Beinarterien weisen keine Symptome auf. Das liegt daran, dass der Körper kleinere Blutgefäße (Kollateralgefäße) im Umfeld der Verengung neu bildet und diese somit umgeht. Bei anhaltender Belastung können die Kollateralgefäße den Bedarf der Beinmuskeln an sauerstoffreichem Blut nicht decken. Dann beginnt der Schmerz im Bein.

Die Claudicatio intermittens (aus dem lateinischen „claudicare“, hinken) tritt im Normalfall bei einem bestimmten Maß an Anstrengung auf. Es können Krämpfe, Schmerzen, Taubheit, Erschöpfung oder Schwere in den Muskeln unterhalb der Blockade auftreten.

Neuer Test für die Diagnose der Schaufensterkrankheit

Ergebnisse einer Studie der Mayo Clinic belegen es: Ein „Zehenspitzentest” funktioniert für die Diagnose eines häufigen Durchblutungsproblems in den Beinen genauso zuverlässig wie der Gehtest auf einem Laufband. Mit dem neuen Test ist die genaue Diagnosestellung auch leichter und kostengünstiger.

An der Studie nahmen 50 Personen teil, bei denen eine Schaufensterkrankheit bekannt war oder vermutet wurde. Bei dieser Erkrankung durchblutet der Körper die Beine unzureichend. Dadurch schmerzen sie beim Gehen. 10 bis 30 Prozent der Personen über 70 Jahre leiden an dieser Störung. Mit jeder Testperson führte man zwei verschiedene Untersuchungen durch: Der herkömmliche Gehtest auf einem Laufband (Laufband-Ergometrie) und ein neuer Test, bei dem die Personen 50-mal von den Fersen auf die Zehenspitzen wippten. Bei beiden Untersuchungen maß man den Blutdruck am Fußgelenk und am Arm.

Der Zahlenwert aus dem Blutdruckwert des Fußes dividiert durch den des Arms ergibt einen Index. Er weist auf eine Durchblutungsstörung wie die Claudicatio intermittens hin. In der Studie waren die Ergebnisse hinsichtlich des Indexes bei beiden Tests ähnlich. Obwohl einige Testpersonen die neue Untersuchung nicht beendeten, weil sie ermüdeten, brachen 22 Prozent den Laufbandtest aufgrund von Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb ab.

Derlei Probleme traten beim Zehenspitzentest nicht auf. Die Studie erschien im Journal of the American College of Cardiology in der Ausgabe vom April 2001. Da der neue Test kein Laufband benötigt, kann er auch ambulant von einem Arzt oder einer Arzthelferin durchgeführt werden. Man benötigt die routinemäßige Ausrüstung zur Blutdruckmessung an Arm- und Fussgelenk.

Arteriosklerose durch Schlafapnoe

Schnarchen Sie? Oder schnarcht Ihr Partner? Wenn einer von Ihnen so stark „sägt“, dass er, wie man umgangssprachlich häufig sagt, einen Wald zersägt, sollte derjenige dringend einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser sollte die Ursachen für das Schnarchen herausfinden und sie beheben. Denn starkes Schnarchen, das durch eine so genannte Schlafapnoe ausgelöst wird, ist ein großer Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose, also einer Verkalkung der Arterien.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Forscher bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung vorgestellt hatten. Die Wissenschaftler hatten Daten von über 1.500 Patienten im Alter von 50 bis 80 Jahren ausgewertet. Über 22 Prozent der Befragten litt unter Atemstörungen während des Schlafes. Sie wiesen mindestens eine fünfzehnmalige Verringerung des Atemflusses oder einen fünfzehnmaligen Atemstillstand pro Stunde Schlaf auf. Betroffen hiervon waren mehr Männer als Frauen; zudem stieg das Risiko für die Atemstillstände mit dem Alter an.

Zusätzlich zu den Atemstillständen wurde die Verkalkung der Herzkranzgefäße gemessen. Verwendet wurde der Agatston Score. Dieser gibt die Verkalkung von 0 (keine Verkalkung) bis 400 (schwere Verkalkung) an.

Männer, die nicht unter Atemproblemen im Schlaf litten, lag der Grad der Verkalkung bei 49. Bei den betroffenen Männern bei 165. Für die Forscher ist dies ein Zeichen, dass Atemprobleme im Schlaf unbedingt behandelt werden müssen, um Herz und Gefäße langfristig zu schützen.

Arteriosklerose kann nicht nur dem Herzen gefährlich werden

Fettablagerungen in den Arterienwänden (Arteriosklerose) führen häufig zu Verstopfungen der Herzarterien (Koronare Herzkrankheit). Dennoch ist Arterioklerose nicht nur ein Problem der Herzarterien. Vielmehr können Menschen, die in einem Bereich des Körpers verstärkt Gefäßablagerungen bilden, auch in anderen Körperbereichen an einer verminderten Durchblutung leiden.

Gefäßablagerungen in Arterien, die die folgenden Organe versorgen, können gefährlich werden:

  • Gehirn: Gefäßverschlüsse in den Hirngefäßen oder den Karotiden (den beiden wichtigsten Arterien, die das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgen) erhöhen das Risiko von Schlaganfällen.
  • Herz: Probleme mit verstopften Gefäßen können zu Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzschwäche führen.
  • Dünn- und Dickdarm: Hier kann es zu einer mesenterialen Ischämie kommen.
  • Nieren: Bei den Nieren führen Durchblutungsprobleme zu einer verminderten Nierenfunktion und manchmal auch zu sehr hohem Blutdruck.
  • Arme und Beine: Sind die Beine nicht ausreichend durchblutet, so verursacht dies beim Gehen Schmerzen. Wunden heilen schlecht oder gar nicht ab. Es kann sich sogar eine Gangrän (durch Minderdurchblutung hervorgerufener Gewebeuntergang) bilden.

Bestimmte gesundheitliche Probleme erhöhen das Risiko von Arteriosklerose. Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinspiegel im Blut (Hyperlipidemie) und Diabetes gehören dazu. Auch Rauchen ist ein Risikofaktor. Wenn Sie bereits an Arteriosklerose leiden oder andere Risikofaktoren auf Sie zutreffen, die diese begünstigen, sollten Sie mit Ihrem Arzt gemeinsam versuchen, diese Dinge in den Griff zu bekommen. Sie sollten überlegen, welche Änderungen im Lebensstil hilfreich sein könnten.

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