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Arterienverkalkung: Putzen Sie sich Ihre Rohre frei

Fett ist einer der größten Feinde Ihres Körpers: Es lagert sich an den Gefäßwänden ab und kann Ihre Arterien zu wahren Fettspeichern verkommen lassen. Die Folge einer solchen Verfettung ist die Arterienverkalkung. Schlaganfall oder Herzinfarkt sind dann nicht mehr weit. Aber so weit müssen Sie es nicht kommen lassen: Beugen Sie vor!

Arterienverkalkung: So entsteht sie, das kann sie bewirken

Die Arterienverkalkung geschieht schleichend. Über Jahrzehnte lagern sich an den Wänden der Adern Fettmoleküle und weiße Blutkörperchen ab. Diese Ablagerung funktioniert umso besser, je beschädigter die Oberfläche des Gefäßes ist. Die Ablagerungen (Plaques) lassen die Gefäße verhärten, sie verlieren ihre Elastizität und der Gefäßdurchmesser verengt sich zunehmend. Das Schlimme daran ist: Sie merken davon überhaupt nichts.

Erst, wenn es zu spät ist und das Blutgefäß vollständig verstopft ist, werden sich die meisten Menschen der Gefahr bewusst. Dann heißt die Diagnose nämlich Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen, Raucherbein oder, bei einem Verschluss der Beckenarterien bei Männern, Impotenz.

Bislang sind keine Wirkstoffe bekannt, die eine bereits eingetretene Arterienverkalkung abbauen und den starren Gefäßwänden die Elastizität zurückgeben. Sie können allerdings einiges tun, um diesem Verkalkungsprozess vorzubeugen oder ihm zumindest zu verlangsamen.

10 Regeln für elastische Gefäße bis ins hohe Alter

  1. Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft.Sie müssen sich dafür nicht übermäßig anstrengen: Ein ausgedehnter Spaziergang von 30 Minuten am Tag bei zügigem Tempo ist schon ein gesundes Maß an Bewegung.
  2. Tischlein deckt dich mit Gemüse, fettarmen und abwechslungsreichen Gerichten. Reduzieren Sie besonders die gesättigten Fettsäuren, diese sind besonders in tierischem Fett enthalten.
  3. Erhöhen Sie den Anteil der drei gefäßschützenden Aminosäuren Arginin,Lysin und Threonin auf Ihrem Speiseplan. Arginin ist enthalten in Haferflocken, Linsen, Gorgonzola und Erdnüssen. Lysin findet sich in Edamer, Speisequark, Kichererbsen, Linsen und Sojabohnen. Threonin nehmen Sie mit Weizenkeimen, Sojabohnen, Linsen, Forelle und Sonnenblumenkernen zu sich.
  4. Halten Sie Ihren LDL-Wert unter 130 mg/dl. Die Moleküle dieses „schlechten“ Cholesterins sind so klein, dass sie sich in jedem noch so engen Durchgang Ihrer Gefäße festsetzen können.
  5. Achten Sie auf Ihren Blutdruck. Ein erhöhter systolischer Wert (über 140 mmHg) belastet Ihre Arterien mit jedem Herzschlag unnötig.
  6. Runter mit dem Speck! Der erhöhte Fettanteil in Ihrem Körper macht vor Ihren Blutgefäßen nicht Halt.
  7. Wenn’s mal wieder hektisch wird, denken Sie daran: Stress lässt Ihren Adrenalin-Spiegel steigen, dieses Stress-Hormon lagert sich an die Gefäßwände an und macht sie unelastisch. Deshalb: Lernen Sie, sich bewusst zu entspannen.
  8. Lassen Sie Ihren Homocystein-Spiegel im Blut messen. Homocystein ist in hoher Konzentration Gift für die Gefäße. Diese aggressive Aminosäure schädigt die Zellen, mit denen alle Blutgefäße ausgekleidet sind, das Gefäßendothel. Dabei entstehen Narben, das Endothel wird rauher und es entstehen somit ideale Ankerplätze für Blutfette.
  9. Zu viel Zucker im Blut greift auch die Gefäße in den Organen an. Bei der Diagnose Diabetes kann eine gute Blutzuckereinstellung diese Komplikationen verhindern.
  10. Hören Sie mit dem Rauchen auf! Mit dem blauen Dunst atmen Sie unvollständig verbrannte polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ein, Nitrosamine, Metalle und Metallsalze, wie z.B.Nickel oder Cadmium: alles zellschädigende, krebserzeugende Substanzen!

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Ärzte, die das Blut ihrer Patienten auf den Risikofaktor Homocystein untersuchen, gelten in Deutschland immer noch als Exoten. Dabei ist Homocystein, wie schon seit Jahren bekannt, ein äußerst gefährlicher Beschleuniger der Gefäßverkalkung. Schon eine grenzwertige Erhöhung dieses Risikofaktors verdoppelt die Verkalkungsgeschwindigkeit!

Homocystein können Sie bei jedem Arzt messen lassen. Dieser Test kostet ca. 32 €, aber diese Investition lohnt sich!

So entschärfen Sie Ihren Homocystein-Wert

Folsäure und die Vitamine B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin) sind Ihr Partner im Kampf gegen das zellschädigende Homocystein. Doch genau diese Vitamine stehen ab dem 40.Lebensjahr oft nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Folge: Homocystein kann nicht mehr genügend abgebaut werden, der Homocystein-Wert steigt an. Achten Sie deshalb bewusst auf eine Homocystein-feindliche Ernährung. Ihr Freund im Kampf gegen Homocystein ist Folsäure, die in frischem Obst und Gemüse enthalten ist.

Darum raten amerikanische Ernährungswissenschaftler zu den „big five“, fünf große Portionen Obst und Gemüse täglich. Allerdings sollten Sie diese Portionen möglichst roh zu sich nehmen. Folsäure ist nämlich licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich, sowie gut wasserlöslich.

Daher sollten zu intensives Wässern und zu lange Lager- und Kochzeiten vermieden werden, um das Vitamin nicht zu zerstören. Die Vitamine B6 und B12 finden Sie vor allem in Vollkornprodukten, Leber, Hering und Käse. Wem das zu anstrengend ist, der sollte zumindest einen Vitamin-B-Komplex mit Folsäure einnehmen, wie er jeder Schwangeren verordnet wird.

Wenn Ihr Lebensstil zum Risiko für Ihre Gefäßwände wird

Raucher, Diabetiker und passionierte Bewegungsmuffel trifft die periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) am häufigsten. Diese Form der Durchblutungsstörung in den Beinen wird im Volksmund drastisch „Raucherbein“ genannt. Die Arterien, die das Bein mit frischem Sauerstoff versorgen, verkalken und unterbinden den Blutfluss. Der Beginn ist schleichend, das Ende kann schlimm sein.

Wenn zu wenig Blut in die Organe und in die Muskeln strömt, ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen nicht mehr gewährleistet. In den Anfangsstadien der Erkrankung kann der Körper die Mangeldurchblutung noch ausgleichen. Doch die Verengung einer oder mehrerer Arterien führt zu einem chronischen Durchblutungsmangel, der im Endstadium zu einem totalen Absterben der betroffenen Gliedmaßen – meist der Beine, gelegentlich aber auch der Arme – führen kann. Anfangs treten noch keine Beschwerden auf, doch mit zunehmender Einengung wird es beim Gehen schmerzhaft. Die Beine können auffallend kalt sein.

Treten zu Anfang nur bei Bewegung Schmerzen auf, stellen sich diese später schon in der Ruhelage ein, besonders wenn die Beine flach liegen (nächtlicher oder dauernder Ruheschmerz). Viele Betroffene beginnen nach einer Weile zu hinken. Allmählich stirbt Gewebe ab, meist an den Zehen, Knöcheln oder der Ferse. Kleine Wunden heilen nicht mehr ab, sondern werden immer größer. Oft muss das Bein am Ende amputiert werden.

Im Volksmund wird das Leiden Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) genannt, weil die Betroffenen versuchen, ihre Beinschmerzen durch häufiges Stehenbleiben zu kompensieren. Dabei begründen sie – um von ihrem Leiden abzulenken – diese Zwangspausen damit, sich Schaufenster anschauen zu wollen.

Über ein Fünftel der Bevölkerung über 55 Jahren leidet unter krankhaft verengten Beinarterien

Die Zahlen steigen drastisch. Zu über 90 Prozent sind die Beine davon betroffen. In 95 Prozent der Fälle ist eine Arteriosklerose die Ursache – eine Verkalkung der Arterien. Dabei lagern sich Cholesterin und andere Fette, Kalk und Blutplättchen an der Innenwand der Blutgefäße ab. Dadurch verändern sich die Gefäßwände. Rauchen, Bluthochdruck und zu hohe Blutzuckerwerte begünstigen die Entstehung einer paVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Da Frauen die Männer beim Rauchen überholt haben, ist bei ihnen der größte Anstieg der Erkrankungen zu verzeichnen. Bewegungsmangel und Übergewicht kommen erschwerend hinzu, außerdem versteckte Entzündungen. Da die paVK vor allem durch den modernen Lebensstil verursacht wird, steigt die Zahl der Erkrankungen auch bei Nichtrauchern immens an.

In den Mittelmeerländern tritt diese Krankheit wesentlich seltener auf. Experten sehen hier einen Zusammenhang zwischen der gesunden mediterranen Kost und der Ausbildung typischer Zivilisationsleiden durch einen gesundheitsschädlichen Lebensstil. Die Aussichten der paVK sind nicht besonders günstig. Jeder fünfte Betroffene stirbt letztendlich daran – insbesondere wenn die Diagnose zu spät gestellt wird. Die allgemeine Lebenserwartung ist dann um 10 Jahre vermindert. Etwa 30.000 Amputationen gehen jährlich auf das Konto der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Mit rechtzeitigen Gegenmaßnahmen vermeiden Sie eine Amputation: Eine unbehandelte paVK führt zwangsläufig zum Absterben einzelner Gewebebereiche oder ganzer Gliedmaßen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird mit Medikamenten behandelt, die das Blut flüssig halten und erhöhte Blutfettwerte reduzieren. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Prostaglandine zum Einsatz, die gefäßerweiternd wirken. Manchmal werden operativ Bypässe gelegt oder Gefäße aufgedehnt (Ballondilatation, PTA, Stent), damit das Blut wieder fließen kann. Ansonsten ist eine radikale Umstellung der Lebensumstände erforderlich. Das sind die drei Säulen: sofortiger Rauchstopp, Bewegungstraining, gesunde Ernährung.

Diese 3 Übungen bringen die Durchblutung Ihrer Beine wieder auf Trab

1. Übung:

  • Stellen Sie sich aufrecht hin.
  • Ihre Füße befinden sich etwa schulterbreit auseinander.
  • Verteilen Sie Ihr Gewicht gleichmäßig auf beide Beine.
  • Heben Sie nun Ihre Fersen an und verlagern Sie Ihr Gewicht auf die Zehenspitzen – bis Sie ein leichtes Ziehen in den Waden verspüren.
  • Senken Sie die Fersen langsam wieder ab.
  • Legen Sie eine kurze Pause ein.
  • Wiederholen Sie diese Übung 6-mal.

2. Übung:

  • Stellen Sie sich aufrecht hin.
  • Setzen Sie ein Bein nach vorne.
  • Beugen Sie nun das vordere Bein.
  • Die Ferse soll dabei auf dem Boden und das hintere Bein gestreckt bleiben.
  • Halten Sie diese Position rund eine halbe Minute lang.
  • Wechseln Sie jetzt das Bein.
  • Wiederholen Sie diese Übung 6-mal je Seite.

3. Übung:

  • Stellen Sie sich aufrecht hin.
  • Schwingen Sie Ihre Beine abwechseln leicht nach vorne und nach hinten.
  • Führen Sie diese Übung rund zwei Minuten durch.

Aderlass schützt nicht

Vor 25 Jahren stellte der US-Forscher Dr. Jerome Sullivan die Hypothese auf, dass Frauen vor den Wechseljahren deshalb vor Arteriosklerose geschützt seien, weil sie durch die Menstruation weniger Eisen im Blut haben. Denn freies Eisen trage zur Bildung von gefäßschädigenden freien Radikalen bei. Daher empfahl der Forscher allen Männern und Frauen nach den Wechseljahren regelmäßige Aderlässe, um den Eisengehalt des Blutes zu senken.

So einleuchtend diese Idee auch klingt: Sie bringt bei einer bestehenden Arteriosklerose keine Vorteile, stellte der US-Professors Leo R. Zacharski fest. Sechs Jahre lang ließen sich 636 Frauen und Männer mit Arteriosklerose – alle über 67 Jahre alt – allmonatlich Blut abzapfen, um ihren Bluteisenspiegel auf 25 ng/ml zu senken. Die Kontrollgruppe umfasste 641 Patienten. Doch die Aderlasstherapie erbrachte keinen Vorteil, schreibt der Wissenschaftler in der Märzausgabe 2007 des Journal of the American Medical Association (JAMA).

Tipp: Der beste Weg, um eine Arteriosklerose zu verhüten, sind die Mittelmeerdiät sowie regelmäßige Gefäßkuren mit Vitalstoffen und Heilpflanzen, Abbau von Übergewicht und tägliche Bewegung.

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