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Sind Sie ein Kandidat für EECP?

Genaue Untersuchungen der Herzkranzgefäße zeigen, dass bei Ihnen eine Verstopfung vorliegt, die man nicht operativ oder durch eine Katheterbehandlung beheben kann. Darüber hinaus meint Ihr Arzt, dass Sie bereits die Maximaldosis an Medikamenten einnehmen. Gibt es Alternativen? Eine Option in den USA stellt unter Umständen die so genannte Enhanced External Counterpulsation (EECP) dar.

Was ist eine EECP?

EECP beschreibt eine nichtoperative, ambulante Behandlungsform, die bei Personen mit Angina Pectoris die Blutzufuhr zum Herzen verbessert. Zu den Symptomen der Angina pectoris gehören Schmerzen oder Missempfindungen im Brustkorb, den Armen, dem Nacken oder dem Kiefer ebenso wie Luftnot, ungewöhnliche Müdigkeit oder Druck, Verdauungsbeschwerden sowie Schwindelgefühle.

Während einer EECP-Therapie liegen Sie auf einem Bett und der Arzt legt Ihnen an den Beinen drei Paar aufblasbare Druckmanschetten an. Sie sehen wie riesige Blutdruckmanschetten aus und man legt sie beidseitig an Waden, unterem und oberem Oberschenkel an.

Während der Ruhephase jedes Herzschlags (Diastole) blasen sich die Manschetten nacheinander innerhalb von weniger als einer Sekunde auf. Es beginnt an den Waden und geht aufwärts. Bevor das Herz wieder schlägt (Systole), lässt sich der Druck aller drei Manschetten wieder ab. Diese regelmäßige Druckausübung erzeugt eine Druckwelle, die das Blut zum Fluss von den Beinen zum Herzen zwingt.

Zur Koordination des Aufblasens und Ablassens der Manschetten mit dem Herzschlag überwacht der Arzt Ihren Puls und Herzrhythmus. Die genaue Zeitabstimmung des Aufblasens erzeugt die Druckwelle am günstigsten Zeitpunkt.

Theoretische Erklärungen für den Behandlungserfolg

Es ist unklar, warum EECP bei der Minderung einer Angina pectoris hilft. Nach einer Theorie trägt es zur Bildung winziger Arterien bei, die die verengten Stellen umgehen und unterversorgte Gebiete des Herzens versorgen. Im Normalfall bilden sich Blutgefäße allmählich, also nicht rasch genug, um eine sofortige Linderung der Angina pectoris zu bewirken.

Eine andere Theorie besagt, dass EECP die Konzentration von Substanzen erhöht, die eine bessere Funktion der Blutgefäße bedingen. Das ist bei Personen mit Gefäßkrankheiten wichtig. Einer dritten Theorie zufolge kommt EECP einer passiven körperlichen Betätigung gleich. Einige Betroffene, denen einfachen Aufgaben auf Grund ihrer Angina pectoris Schwierigkeiten bereiten, betätigen sich nach einer Serie von EECP-Behandlungen mit weniger Angina-Beschwerden körperlich. Sie erfahren die günstigen Wirkungen vermehrter körperlicher Aktivität ohne eigenes Zutun.

Das Verfahren der Mayo Clinic

Die Mayo Clinic führt die EECP-Behandlungen über einen Zeitraum von sieben Wochen an fünf Tagen pro Woche in einstündigen Sitzungen durch. Dieses Programm variiert in verschiedenen Kliniken. In besonderen Situationen wiederholen sich diese Programme. Die Nebenwirkungen fallen im Allgemeinen leichtgradig aus und bestehen aus Müdigkeit, leichten Kopfschmerzen und Schwindel, Muskelschmerzen sowie Hautausschlag oder -reizung durch die Manschetten. Schwerere Nebenwirkungen sind möglich, jedoch berichtete man bisher nicht darüber.

Eine in der Januar 2001-Ausgabe des „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlichte Studie besagt, dass EECP bei Personen mit ausgeprägten Koronararterienverengungen die Belastungstoleranz, den Blutstrom zum Herz sowie die Herzfunktion signifikant verbesserte. Diese Studie bestätigt die günstigen Wirkungen, über die eine vorherige Studie berichtete. Darin stellte man eine verbesserte Belastungstoleranz und weniger Schmerzen im Brustkorb bei Personen fest, die eine Behandlung mit EECP erlebten.

Wie denken die Ärzte über EECP?

Aufgrund der größeren Erfahrungen mit Bypass-Operationen und Katheterbehandlungen raten Ärzte derzeit davon ab, eine EECP-Behandlung vor der Durchführung konventioneller Therapien zu beginnen. Reichen jedoch letztere und die verordneten Medikamente nicht aus, hilft EECP unter Umständen Personen, die Arterienverengungen haben, die zu klein für eine Bypass-Operation sind. Darüber hinaus ist sie nützlich für Menschen, die trotz mehrfacher Katheterbehandlung, Einlage von Stents oder Bypass-Operationen immer noch an einer Angina pectoris leiden.

Leiden Sie an einer Angina pectoris, die die Ärzte nicht durch Medikamente und weitere kardiologische Behandlungsmaßnahmen beherrschen können, sind Sie eventuell ein Kandidat für eine Enhanced External Counterpulsation (EECP). Diese Behandlungsmethode eignet sich nicht für jeden.

In diesen Fällen profitieren Sie von einer EECP

  • chronische Angina pectoris
  • keine Linderung der Angina pectoris durch Medikamente
  • kein Kandidat für eine Bypass-Operation oder Katheterbehandlung

Warum ist eine EECP nicht für Sie geeignet?

  • schlechte Durchblutung in den Beinen
  • Blutgerinnsel (Thrombose) im Bein
  • bestimmte Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)
  • bestimmte Herzklappenerkrankungen (Aorteninsuffizienz)
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