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Zeitbombe Aorta-Erweiterung: Neues Verfahren senkt Operationsrisiko

In meinem Bekanntenkreis habe ich schon mehrfach gehört, dass bei einer Routineuntersuchung (z. B. Durchleuchtung, Ultraschall) ein so genanntes abdominelles Aortenaneurysma (AAA) festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Erweiterung der Aorta (Hauptschlagader) im Bauchbereich.

Diese Bekannten hatten Glück, denn das AAA verläuft oft symptomlos und kann bei Nichtbehandlung später zu einem Aortenriss führen, eine absolut lebensbedrohliche Situation, der in Deutschland jährlich rund 6.000 Menschen zum Opfer fallen. VERBRAUCHERSCHUTZ-VERTRAULICH hat sich nach Ursachen, Symptomen, vorbeugenden Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten des AAA erkundigt.

Eine Aortenerweiterung entsteht durch eine Schwächung der Aortenwand, in deren Folge diese sich in einembegrenzten Bereich durch den Blutdruck ballonartig erweitert. Die gesunde Aortahat einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Zentimetern, von einer erweiterten sprichtman bei 3 Zentimetern, ab 5 Zentimetern Durchmesser besteht akute Rissgefahr.

Diese Vorsorgeuntersuchung kommt der Zeitbombe auf die Spur

Betroffen vom AAA sind vorallem 60- bis 70-Jährige. Männer sind vier bis sechs Mal häufiger betroffen alsFrauen. Rauchen gilt als besonders großer Risikofaktor, ebenso Bluthochdruck.

Ferner sind Menschen mit Neigung zu Blutgefäßverengung, Arteriosklerose undKrampfadern besonders gefährdet. Ein Teil der AAA ist genetisch bedingt,Patienten mit Marfan – eine genetisch bedingte Unterentwicklung desUnterhautgewebes und der Muskulatur, die meist mit einer Schwäche der Gefäßwandmuskulatur einhergeht, sind ebenfalls AAA-gefährdet.

Weil die Symptome selten sind – allenfalls verspürt der Patient mal ein scharfen oder dumpfen Schmerz im Brust-oder Rückenbereich – sollten Sie sich einer regelmäßigen Untersuchung unterziehen. Das gilt vor allem, wenn Sie zu einer der oben genannten Risikogruppen gehören.

Die Diagnose des AAA ist ausgesprochen einfach. Ihr Arzt kann oft schon durch äußeres Abtasten der Aorta mit den Fingern eine Erweiterung feststellen. Ganz sicher ist jedoch die Diagnose per Ultraschall. Leider zählt diese Untersuchung nicht zum Vorsorge-Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Doch die Kosten von ca. 40 Euro für die Erstuntersuchung sind in diesem Fall gut angelegtes Geld. Denn bei einem positiven Befund liegt die Heilungschance bei 100 Prozent.

Neue Therapie: Kleiner Schnitt statt riskanter Operation

Die Therapie eines AAA im fortgeschrittenen Stadium bestand bislang in einer Operation, bei der der betroffene Aortenabschnitt entfernt und durch eine Kunststoffröhre ersetzt wird. Diese Operation ist relativ riskant und für den Patienten belastend.

Alternativ dazu erproben viele Kliniken neuerdings den Einsatz eines Röhrchens aus Kunststoffgeflecht (Stent) in den erweiterten Aortenbereich. Dabei wird der Stent mit Hilfe eines Herzkatheters über die Beinarterie bis zur kritischen Stelle in der Aorta vorgeschoben. Er verwächst dort mit dem umgebenden Aorta-Gewebe und dichtet sie nach allen Seiten ab. Vorteil: Statt einer großen Operation sind nur noch zwei kleine Schnitte in der Leistenbeuge erforderlich.

Die Komplikationsrate bei der Stent-Behandlung liegt bei nur noch drei bis vier Prozent. Die operative Sterblichkeitsrate bei 1, statt bei 3 bis 4 Prozent bei der herkömmlichen Operation. Eine Narkose ist nicht erforderlich, der Patient kann am selben bzw. nächsten Tag wieder nach Hause.

Allerdings kann nicht jede Aorta-Erweiterung auf diese Weise behandelt werden. Hier hat der Gefäßspezialist das letzte Wort. Nach einem Eingriff sollten sich Patienten weiterhin alle 6 Monate untersuchen lassen, denn wer einmal ein AAA entwickelt hat, für den ist das Risiko, ein weiteres zu bekommen, stark erhöht.

Ein Aortenriss bedeutet akute Lebensgefahr! Was Sie sofort tun müssen

Bei einem Aortenriss tritt Blutunkontrolliert in das umliegende Gewebe. Der Betroffene fühlt einen heftigen,messerstichartigen Schmerz, verbunden mit plötzlicher Todesangst. Meistens treten auch Atemnot, Benommenheit oder eine Bewusstlosigkeit auf. Etwa 10 Prozent der Betroffenen haben keine Beschwerden, was fast immer tödlich ausgeht, da keine Vorkehrungen zur Rettung möglich sind.

Eine schnelle, zuverlässige Diagnose ist beim Aortenriss von entscheidender Bedeutung. Daher müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Dieser wird den Patienten erstversorgen und ihn in eine Klinik einweisen, wo er sofort operiert wird. Auch dabei entfernt der Chirurg den Teil der Aorta, in der sich der Riss befindet und ersetzt ihn durch eine Kunststoffröhre.

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Alte Kommentare
  • grosenick eva schrieb am 16.07.2009, 19:34 Uhr

    ich war gestern bei einem mrt.dabei wurde festgestellt das meine herzaorta sich auf 4.7 erweitert hat.ich werde schon seit ca 20 jahren auf bluthochdruck behandelt,der zur zeit bei 150-90 ist!ich selber bin 52 jahre alt.können sie mir bitte schreiben was da genau auf mich zukommen könnte!vielen dank für ihre bemühungen eva grosenick

    • arens georg antwortete am 05.10.2012, 19:22 Uhr

      meine aorta hat sich von 5,5cm auf 6,3cm innerhalb von 6 monaten erweitert der Kardiologe spricht von einen staend sei 14 tagen was soll ich tun bitte bitte

  • Peter Haehnel schrieb am 30.11.2010, 15:38 Uhr

    Bei einem Verwandten wurde jetzt AAA festgestellt, er wird heute Operiert. Hintergrund seiner Untersuchung war auch, dass sein Vater an AAA gestorben ist. Da mein Vater auch das Problem hatte werde ich mich auch untersuchen lassen, ist die Krankheit erblich??