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Aneurysma: So wenden Sie die Todesgefahr für Frauen ab

Nach einer kürzlich vorgestellten Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg reagieren Frauen wesentlich empfindlicher als Männer auf die Schadstoffbelastungen durch Rauchen ­ und auch durch Passivrauchen! Die Zahl der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Lungenkrebs ist mittlerweile das dritthäufigste Krebsleiden bei Frauen. Und es ist die Krebsart, die am meisten Todesopfer fordert.

Rauchen verursacht gefährliche Gefäßerweiterungen

Darüber hinaus ,,blühen“ im Schatten des Rauchens aber auch noch andere lebensgefährliche Erkrankungen. Dazu gehört die Aussackung der Hauptschlagader, medizinisch Aneurysma. Sie sieht aus wie ein kleiner Sack, der sich aus der Wand der Aorta hervorbeult. Die Wand wird immer dünner. Durch den Druck, den das vorbeirauschende Blut auslöst, kann sie einreißen. Das Blut strömt ungehindert ins Körperinnere: die Betroffene verblutet. Obwohl mehr Männer als Frauen an einem Aneurysma erkranken, sterben mehr Frauen daran.

Das Risiko für ein Aneurysma der Aorta ist bei Raucherinnen besonders hoch. Amerikanische Forscher vom VA Medical Center in Minneapolis haben in einer lang angelegten Studie 160.000 Frauen untersucht, die an der Women’s Health Initiative teilnahmen. Ihr Ergebnis: Bei den Frauen zwischen 50 und 79, die ein Aneurysma entwickelten, war Zigarettenkonsum der wichtigste Risikofaktor. Ganz gleich ob sie früher geraucht hatten oder noch zum Zeitpunkt der Untersuchung, trugen die Raucherinnen ein viermal größeres Risiko.

Das sind weitere Risikofaktoren für ein Aneurysma

  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Arteriosklerose
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • falsche Ernährung

Oft macht sich ein Aneurysma nicht weiter bemerkbar

Die meisten betroffenen Frauen leben jahrelang mit einem Aneurysma, ohne es zu merken. Denn nicht immer verursacht es Beschwerden, die darauf hindeuten. Ein Aneurysma wird oft auch nur zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Erreicht die Aussackung eine gewisse Größe, besteht die Gefahr, dass die Gefäßwand dem Druck des Blutes nicht mehr standhält und aufplatzt. Innerhalb von Minuten kann sich das Blut in den Brust- oder Bauchraum ergießen. Werden Sie in einem solchen Fall nicht unverzüglich einer Notoperation unterzogen, verbluten Sie innerlich.

Bitten Sie Ihren Arzt rechtzeitig um eine Untersuchung

Nur wenn ein Aneurysma rechtzeitig erkannt und regelmäßig kontrolliert wird, kann der Notfall verhindert werden. Denn zum einem können Sie Selbsthilfemaßnahmen ergreifen, die eine weitere Verschlimmerung verhindern. Und zum anderen kann eine geplante Operation erfolgen, sobald die Aussackung eine gewisse Größe erreicht. Bei der Operation wird die Aussackung entfernt und durch ein kleines Stück künstliche Aorta ersetzt. Bei einem Aneurysma im Bauchraum wird heute meist ein Stent gelegt, eine kleine Gefäßprothese.

Wenn Sie Raucherin sind, sollten Sie sich beim Arzt unbedingt zur Sicherheit auf ein Aneurysma untersuchen lassen. Dazu wird der Arzt eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung vornehmen, die absolut schmerzfrei ist. Liegen noch keine Symptome und kein begründeter Verdacht vor, müssen Sie die Untersuchung aus eigener Tasche bezahlen. Das kostet etwa 50 Euro.

Hat der Arzt bei Ihnen ein Aneurysma festgestellt, müssen Sie einmal jährlich zur Kontrolle. Und natürlich sollten Sie alles nur Mögliche unternehmen, um die Situation nicht weiter zu verschlechtern.

5 Maßnahmen zur Minderung Ihres Risikos

  1. Hören Sie ungehend auf zu rauchen ­ ohne wenn und aber.
  2. Treiben Sie regelmäßig Sport, aber vermeiden Sie dabei Belastungsspitzen. Schon zwei Stunden in der Woche ­ am Stück oder verteilt auf zwei bis drei Einheiten ­ reichen aus, um Ihr Gefäßsystem zu trainieren.
  3. Lernen Sie, sich gezielt zu entspannen ­ zum Beispiel mit Hilfe des autogenen Trainings, Atemübungen, Yoga oder progressiver Muskelentspannung.
  4. Trainieren Sie Ihr Gefäßsystem mit Wasseranwendungen ­ etwa mit Kneippschen Wassergüssen, Wechselduschen am Morgen, Sauna oder Dampfbädern.
  5. Ernähren Sie sich gesund. Reduzieren Sie Ihren Fleisch- und Fettkonsum zugunsten von Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.
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