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Woran Sie ein geplatztes Aneurysma erkennen

Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine Gefäßerweiterung einer Arterie. Platzt ein solches Aneurysma, so ist ein schnelles Eingreifen notwendig. Die typischen Anzeichen für das Platzen eines Aneurysmas hängen davon ab, an welchem Ort sich das Aneurysma gebildet hat.

Klassische Symptome

Aortenaneurysma:

  • heftige Schmerzen in der Brust oder im Bauchraum
  • Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • kalte Schweißausbrüche
  • Herzrasen

Hirnaneurysma:

  • ein hämmernder „Vernichtungskopfschmerz“
  • Nackensteifigkeit
  • kurze Bewusstlosigkeit

Wenn Sie diese Symptome bei sich oder einem Mitmenschen wahrnehmen, zögern Sie nicht, sofort den Rettungsdienst zu verständigen. Ein geplatztes Aneurysma führt in wenigen Minuten zum inneren Verbluten.

Hier können sich Aneurysmen bilden

  • Aorta im Brustraum
  • Aorta im Bauchraum
  • Arterien in der Herzwand
  • Halsschlagadern
  • Arterien im Gehirn

Es gibt bestimmte Anzeichen für diese unterschiedlichen Aneurysma-Typen, die Sie unbedingt kennen sollten. Ist beispielsweise die Brustaorta betroffen, können ständiger Hustenreiz, Atemnot oder Rückenschmerzen die Folge sein. Das Aneurysma drückt auf die umgebenden Organe. Ein Aneurysma im Bauchbereich äußert sich dagegen durch Bauch- und Seitenschmerzen, Verdauungsprobleme oder Harndrang.

Früherkennung: Ihre einzige Chance!

Wenn man ein Aneurysma rechtzeitig entdeckt, kann man es regelmäßig untersuchen und dann (falls es 5 cm überschreitet) in einer geplanten Operation in Ruhe und relativ sicher entfernen. Wenn dagegen ein bisher unbemerkt gebliebenes Aneurysma platzt, verbluten viele Patienten innerlich, bevor sie ins Krankenhaus kommen. Eine Notoperation überlebt nur jeder zweite.

Wann Sie unbedingt zur Früherkennung gehen sollten:

  • wenn Sie über 65 Jahre alt sind,
  • wenn Sie Raucher sind,
  • wenn Sie unter Bluthochdruck leiden,
  • wenn man bei Ihnen bereits Arteriosklerose entdeckte,
  • wenn Sie Verletzungen an den Arterien hatten (z. B. nach Autounfällen),
  • wenn bei Ihnen bereits eine Punktion, Operation o. Ä. an den Arterien stattfand.

Eine schmerzfreie Doppler-Ultraschall-Untersuchung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen im Falle eines begründeten Verdachts (z. B. wenn Sie an unerklärlichen Bauchschmerzen leiden). Als reinen Vorsorge-Check tragen Sie die Kosten von 50 € selbst. Doch die Investition in diese Untersuchung kann Ihr Leben retten. Fragen Sie Ihren Arzt danach.

Aneurysmen: Die Behandlung

Wenn bei Ihnen ein Aneurysma gefunden wurde, dann besteht meist kein Grund zur Panik. Ist es kleiner als 5 cm, sollten Sie es lediglich einmal pro Jahr kontrollieren lassen. Darüber hinaus sollte vor allem der Blutdruck normalisiert werden, und Sie sollten alles meiden, was den Prozess der Arteriosklerose vorantreibt.

Nur wenn die Erweiterung 5 cm übersteigt (bei Frauen eventuell etwas weniger, weil ihre Aorta von vornherein dünner ist), ist eine Operation notwendig. Das Risiko eines Reißens liegt dann bei etwa 1 % pro Jahr – sollte das Aneurysma bereits 7 cm groß sein, sind es schon 20 %.

Bei der Operation wird das Aneurysma herausgeschnitten und durch ein Stück künstliche Aorta ersetzt (Rohrprothese). Bei Gefäßerweiterungen an der Bauchaorta gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, die Erweiterung durch eine innere Gefäßprothese (Stent) zu überbrücken. Dazu ist keine offene Operation mehr nötig, sondern der Stent wird mit Hilfe eines Katheters von der Leiste an die richtige Stelle geschoben.

Eine Studie der Universität Padua aus dem Jahr 2003 an 30 Patienten verglich dieses Verfahren mit dem bisher üblichen chirurgischen Eingriff. Das Ergebnis: Die Patienten mit einem Stent erholten sich nach dem Eingriff deutlich schneller. Sie konnten das Krankenhaus im Schnitt bereits nach 4 Tagen verlassen, während die Patienten nach einer offenen Operation etwa 7 Tage stationär versorgt werden mussten.

Welche Art der Operation für Sie am günstigsten ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Bei so gravierenden Eingriffen ist es aber auf jeden Fall ratsam, sich auch eine zweite Meinung einzuholen.

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