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Wir beleuchten das Thema: Aneurysma

Aneurysmen sind Erweiterungen der Arterien in Brust, Bauch oder Gehirn. Mehr als 4 Prozent der Menschen über 65 Jahren sind davon betroffen, doch die wenigsten wissen davon. Das bedeutet eine riskante Situation, denn wenn ein Aneurysma aufplatzt, überlebt jeder zweite diesen Notfall nicht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Wiesbaden) starben 1997 in Deutschland 3.705 Menschen durch den Riss von Aortenaneurysmen. Entdeckt man ein Aortenaneurysma rechtzeitig, kann der Arzt es normalerweise durch eine Operation beseitigen. Sie mindern darüber hinaus Ihr Risiko für ein Aortenaneurysma, indem Sie die gleichen Regeln befolgen, die zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hilfreich sind.

Was ist ein Aneurysma?

Ein Aneurysma (auch Arterienerweiterung oder Arterielle Aussackung) bezeichnet einedauerhafte Ausbeulung der Arterienwand. Man unterscheidet zwischen einem echten Aneurysma (Aneurysma verum), einem unechten Aneurysma (Aneurysma spurium/falsum) und einer Dissektion (Aneurysma dissecans). Bei einem Aneurysma verum ist die gesamte Gefäßwand beziehungsweise alle Schichten ausgesackt, meist als Folge einer Arteriosklerose. Betroffen sind zumeist Männer über 50 Jahren. Die Überdehnung der Gefäßwand schwächt das Gewebe und der irgendwann daraus resultierende Riss kann lebensbedrohlich sein.

Das Aneurysma falsum entsteht nach einer Verletzung der Gefäßwand, in deren Folge sich außerhalb des Gefäßes ein Hämatom bildet und verkapselt. Auch nach der Verkapselung besteht die Gefahr eines Gefäßrisses. Das Aneurysma dissecans ist kein Aneurysma gemäß der geltenden Definition: Die Gefäßwand wird nicht überdehnt, sondern das Blut frisst sich zwischen die verschiedenen Schichten der Gefäßwände und spaltet diese auf.

Es beginnt mit einer geschwächten Arterie

Ein Aortenaneurysma tritt auf, wenn die Wand des Blutgefäßes geschädigt oder schwach wird. Das ständige Pulsieren des Bluts ruft im Laufe der Zeit in einem geschwächten Gefäß eine allmähliche Erweiterung an einer Stelle hervor. Dies hat eine Ausbuchtung zur Folge – ein Aneurysma. Cholesterinhaltige Fettablagerungen (atherosklerotische Plaques) verursachen diese Schwäche in den meisten Fällen. Darüber hinaus schädigen Rauchen und Bluthochdruck ebenfalls die Blutgefäße. Des Weiteren spielt das Alter eine Rolle. Personen über 70 Jahren weisen ein erhöhtes Risiko für Aneurysmen auf.

Für Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck erhöht sich das Erkrankungsrisiko ab einem Alter von 55 Jahren. Männer sind zudem häufiger betroffen als Frauen (Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirugie). Zusätzlich schädigen Verletzungen, Infektionen oder angeborene Erkrankungen die Blutgefäße. Erbfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Durch die geschwächte Gefäßwand erweitert sich ein Teilstück langsam. Eine mögliche Operation zur Verhütung oder Behandlung eines Einrisses der Aorta (Aortenruptur) besteht im Einführen einer künstlichen Prothese mit oder ohne Stent. Sie bietet eine Verstärkung der Arterienwand.

Warum sind sie gefährlich?

Aneurysmen sind gefährlich, weil sie möglicherweise einreißen und eine lebensgefährliche innere Blutung nach sich ziehen (Embolisation). Darüber hinaus sammeln sich in ihnen oft kleine Blutgerinnsel, die sich ablösen und Gefäße in anderen Teilen des Körpers verstopfen können.

Die Gerinnsel führen zu einer eingeschränkten Funktion der betroffenen Gefäße, zu Schmerzen oder einer möglicherweise lebensgefährlichen Störung.

Aneurysmen in der Aorta der Bauchhöhle

Die Aorta hat die Form eines Spazierstockes: Sie steigt vom Herzen auf und zieht dann abwärts in den Bauchraum. Aneurysmen bilden sich in jedem Blutgefäß in allen Teilen des Körpers. Sie entwickeln sich in einer Kniearterie oder den kleinen Arterien des Auges oder des Gehirns. Die Aneurysmen der Gehirnarterien entstehen meist durch eine angeborene Gefäßschwäche oder durch jahrelanges Rauchen, weniger durch Atherosklerose. Die meisten Aneurysmen bilden sich in großen Gefäßen, besonders im größten Gefäß – der Aorta. Dieses große Blutgefäß in der Mitte des Körpers leitet Blut vom Herz in alle Bereiche des Körpers.

Obwohl sich ein Aneurysma überall in der Aorta bilden kann, treten etwa 80 Prozent davon im Bauchteil der Aorta auf (abdominelles Aneurysma). Die restlichen 20 Prozent kommen in dem Teil der Aorta vor, der durch den Brustkorb verläuft (thorakales Aneurysma). Große thorakale Aneurysmen drücken auf die Brustwandvorder- oder -rückseite und verursachen dort Schmerzen. Der Durchmesser der Aorta beträgt in der Regel 1 bis 2 cm. Ein Aneurysma kann diesen Durchmesser verdoppeln. Einige Aneurysmen erreichen einen Durchmesser von 7 cm oder mehr.

Aneurysmen als Folge von Arteriosklerose

Aneurysmen sind in der Regel eine Folge von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Damit stehen sie in einer Linie mit Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, die ebenfalls auf diese Gefäßkrankheit zurückgehen. Arteriosklerose entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg, ohne dass die Betroffenen Krankheitssymptome bemerken. Die ersten Folgekrankheiten machen sich erst spät bemerkbar.

Diese Krankheiten beruhen auf einer Arteriosklerose:

  • Aneurysmen
  • Angina pectoris
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • arterielle Verschlusskrankheit (AVK, „Raucherbein“)
  • Thrombosen und Embolien

Degenerative Gefäßerkrankungen, allen voran die Arteriosklerose, sind die Hauptursache eines Aneurysmas. Weitaus seltener entsteht es durch Trauma, eine Infektion wie Rheuma oder eine angeborene Bindegewebsschwäche.

Wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Bei einer Arteriosklerose bilden sich in den Gefäßen Ablagerungen aus Fett und Kalk (Plaques), die die Arterien immer mehr verengen und verhärten. Auslöser der Plaquebildung ist eine Verletzung der Gefäßinnenhaut. An den geschädigten Stellen kommt es zu entzündlichen Reaktionen. Dabei wandern Monozyten (bestimmte Sorte von weißen Blutkörperchen) in die Arterienwand ein. Diese Zellen nehmen vermehrt einen bestimmten Anteil des im Blut enthaltenen Cholesterins (oxidiertes LDL: Low Density Lipoprotein) auf, bis sie schließlich platzen.

Auf diese Weise bilden sich mit der Zeit Cholesterinablagerungen und im Verlauf dieses Prozesses verdickt sich die Muskelfaserschicht der Arterie. Darüber hinaus kommt es dort zu zusätzlichen Kalkablagerungen. Diese Ablagerungen werden immer dicker und fester, bis eine solche Plaque das Gefäß mehr und mehr verengt. Richtig brenzlig wird es, wenn die spröden Plaques einreißen. Denn an diesen rauen und verletzten Stellen bilden sich dann rasch Blutgerinnsel, die das Gefäß komplett verschließen können – z. B. beim Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Schwierige Diagnose durch fehlende Symptome

Nicht alle Aneurysmen erreichen den Punkt des Einreißens. Viele beginnen klein und bleiben in der Größe unverändert. Andere gefährliche Aneurysmen vergrößern sich langsam im Laufe der Zeit. Dies geschieht oft mit 0,3 bis 0,6 cm pro Jahr, ähnlich einem Ballon, den man langsam übermäßig aubläst.

Manche Aneurysmen dehnen sich schneller aus. Einige Patienten verspüren Rücken- oder Bauchschmerzen beim Wachsen des Aneurysmas. Die meisten allerdings treten symptomlos auf und wachsen stumm. Das macht ihre Entdeckung schwierig.

Zufällige Diagnose

In manchen Fällen entdeckt der Arzt ein Aneurysma durch eine körperliche Untersuchung. Er tastet möglicherweise eine pulsierende Anschwellung in Ihrem Bauch oder hört mit dem Stethoskop eine turbulente Blutströmung im Bauch.

Die meisten Aneurysmen findet man jedoch zufällig bei Routineuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschalluntersuchungen. Wenn eine weitere Beurteilung nötig ist, kann der Arzt speziellere Untersuchungen wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (NMR) durchführen.

Wann Sie unbedingt zur Früherkennung gehen sollten

  • wenn Sie über 65 sind,
  • wenn Sie Raucher sind,
  • wenn Sie unter Bluthochdruck leiden,
  • wenn bei Ihnen bereits Arteriosklerose entdeckt wurde,
  • wenn Sie Verletzungen an den Arterien hatten (z. B. nach Autounfällen),
  • wenn bei Ihnen bereits eine Punktion, Operation o. Ä. an den Arterien vorgenommen wurde.

Eine solche, völlig schmerzfreie Doppler-Ultraschall-Untersuchung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur, wenn ein begründeter Verdacht besteht (z. B. wenn Sie an unerklärlichen Bauchschmerzen leiden). Als reinen Vorsorge-Check müssen Sie die Kosten von ca. 50 € leider selbst tragen. Doch die Investition in diese Untersuchung kann Ihr Leben retten, und Sie sollten einmal Ihren Arzt danach fragen.

Senken Sie Ihr Risiko!

Wenn ein Aneurysma unentdeckt bleibt und einreißt, endet das oft tödlich. Behandelt man ein gerissenes Bauchaneurysma (Ruptur eines abdominellen Aortenaneurysmas) nicht sofort, sterben 80 Prozent der Patienten. Nach der Einlieferung in ein Krankenhaus und Behandlung liegt die Sterblichkeit der Patienten immer noch bei 40 bis 50 Prozent. Sie tragen zur Verhütung von Aneurysmen bei, indem Sie die Risikofaktoren meiden, die zu einer Schwächung von Gefäßwänden oder zur Atherosklerose führen: Stabilisieren Sie Ihren Blutdruck, hören Sie mit dem Rauchen auf und nehmen Sie weniger Cholesterin zu sich.

Wenn Sie älter als 55 Jahre sind und eine Atherosklerose haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Gefahren. Aneurysmen der Bauchaorta kommen unter Umständen familiär gehäuft vor. Wenn Sie Geschwister mit einem Aneurysma haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihr mögliches Risiko sprechen. Gehören Sie einer Hochrisikogruppe an, empfiehlt Ihr Arzt eventuell eine regelmäßige Kontrolluntersuchung.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Aneurysmas hängt von seiner Größe, Lokalisation und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Wenn Ihr Aneurysma klein ist und Sie keine Symptome verspüren, empfiehlt Ihr Arzt Ihnen eineregelmäßige Beobachtung und Kontrolle.

In der Tat können Ultraschalluntersuchungen Personen mit einem kleinen Bauchaneurysma im Allgemeinen zuverlässig überwachen. Sie benötigen keine Operation, solange das Risiko eines Risses (Ruptur) kleiner ist als das Risiko einer Operation.

Zwei operative Eingriffe

Wenn das Aneurysma schnell wächst, undicht ist oder Anzeichen für einen bevorstehenden Riss bestehen, benötigen Sie eine Operation. Es gibt zwei Hauptgruppen operativer Eingriffe:

  • Offene Bauch- oder Brustkorboperation: Dies ist der Standardeingriff, um ein Aortenaneurysma zu beseitigen. Dabei öffnet der Chirurg die Bauchhöhle oder den Brustkorb und unterbricht den Blutfluss in der Aorta. Auf diese Weise kann er den geschädigten Teil der Aorta durch ein künstliches Schlauchstück (Prothese) ersetzen.

Diese Operation verläuft im Allgemeinen erfolgreich. Dennoch ist ein Schnitt in den Brustkorb oder die Bauchhöhle notwendig. Die Genesung dauert mehrere Wochen einschließlich eines mindestens einwöchigen Krankenhausaufenthalts.

  • Endovaskuläre Operation: Bei diesem Eingriff heftet der Chirurg ein synthetisches Implantat an das Ende eines Katheters und führt es in das Gefäßsystem ein, meist in eine Beinarterie. Er verschiebt den Katheter gegen den Blutstrom bis zur Aorta vor und benutzt ihn dazu, das Implantat an der Stelle des Aneurysmas zu plazieren. An dieser Stelle angelangt, breitet man das Implantat zu seiner vollen Größe aus und befestigt es mit metallenen Stents (spiralförmigen Metallstücken), kleinen Haken oder Stiften. Die Prothese reduziert den Druck auf die Aortenwand.

Obwohl die endovaskuläre Operation die Genesungszeit auf wenige Tage verkürzt, ist sie dennoch mit einigen Risiken behaftet.

Richtige Vorbeugung

Ihr Arzt empfiehlt Ihnen verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise Medikamente zur Senkung des Blutdrucks und der Minderung des Drucks auf die geschwächten Gefäße. Es gibt jedoch keine Pille, die Sie zur Verhütung eines Aneurysmas einnehmen können. Das Beste ist, dass Sie Ihre Blutgefäße so gesund wie möglich erhalten.

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Ein Aneurysma stellt eine Ausweitung oder sackförmige Ausbuchtung einer Arterienwand dar. Etwa 15.000 Amerikaner sterben jährlich an einem Durchbruch eines abdominalen Aortenaneurysmas.

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