Anämie: Hämolytische Anämie
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Diese Form der Anämie tritt selten auf. Sie entsteht, wenn die roten Blutkörperchen schneller absterben, als die Neubildung durch das Knochenmark möglich ist. Die Folge ist, daß für den Sauerstofftransport zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden sind.
Für den vorzeitigen Zerfall der Blutkörperchen gibt es folgende Ursachen:
Genetische Defekte – Ein Defekt in der physikalischen oder chemischen Struktur der Zelle kann dazu führen, daß sie eine starre oder längliche Form annimmt. Die Deformierung führt dazu, daß sich die roten Blutkörperchen in der Milz festsetzen. Dort sterben die meisten von ihnen schon vor Ablauf ihrer natürlichen Lebensdauer ab.
Häufiger nehmen die roten Blutkörperchen aufgrund des Hämoglobindefektes die Form einer Mondsichel an. Die Sichelzellen setzen sich in den kleinen Blutgefäßen fest, wo sie starke Schmerzen und Blutgerinnsel verursachen.
Die Sichelzellenanämie kommt hauptsächlich in Afrika und auch in südeuropäischen Ländern vor (Spanien, Malta). Medikamente und Bluttransfusionen sind hilfreich bei der Linderung der Beschwerden. Hydroxyurea, ein Medikament, das zur Behandlung anderer Blutkrankheiten eingesetzt wird, kann in manchen Fällen die Häufigkeit der akuten Attacken reduzieren
Erworbene Defekte – Einige Infektionskrankheiten, die Einnahme von Antibiotika oder entzündungshemmenden Medikamenten können rote Blutkörperchen zerstören.
Gelegentlich kann es vorkommen, daß eine leichte hämolytische Anämie infolge eines autoimmunen Prozesses ausgelöst wird. Bei bestimmten künstlichen Herzklappen besteht ebenfalls eine erhöhte Gefahr, daß rote Blutkörperchen infolge direkter Zellschädigung zerstört werden.
Die Behandlung einer hämolytischen Anämie umfaßt folgende Maßnahmen: Absetzen bestimmter Medikamente, Behandlung damit in Beziehung stehender Infektionskrankheiten sowie die Einnahme von immunsuppressiven (die Immunantwort des Körpers abschwächenden) Arzneimitteln, wie etwa Kortikosteroiden. In manchen Fällen ist eine operative Entfernung der Milz erforderlich.