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Alle Infos zum Thema Anämie

Eisenmangel im Blut. Diese Kurzdiagnose umschreibt die weltweit am häufigsten auftretende Form von Anämie. Die größte Verbreitung der Eisenmangelanämie findet sich in den tropischen Entwicklungsländern aufgrund schlechter Ernährung und Hakenwurmparasitose mit Darmblutungen. In Europa sind von der Eisenmangelanämie zwischen 10 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die Häufigkeit bei erwachsenen Männern beträgt 2 bis 3 Prozent und die von Kindern liegt bei 9 Prozent. Eisenmangel ist dennoch nur eine von vielen möglichen Ursachen.

Anämie kann die Folge einer ganzen Reihe von Erkrankungen sein, bei denen die Transportfähigkeit des Bluts für Sauerstoff herabgesetzt ist. Dabei handelt es sich nicht um eine Folgeerscheinung des natürlichen Alterungsprozesses. Erwachsene in fortgeschrittenerem Alter entwickeln jedoch häufiger Anämien als jede andere Blutkrankheit.

Wenn dem Blut das Eisen fehlt

Die Eisenmangelanämie bezeichnet die häufigste Form der Anämie. Sie tritt auf, wenn der Eisenverlust höher ist als die Eisenaufnahme durch die Nahrung oder andere Quellen. Eisenmangel tritt aus zwei Gründen auf:

  1. Blutverlust: Das Blut enthält Eisen. Bei einem Blutverlust geht also auch Eisen verloren. Bei Frauen vor den Wechseljahren tritt die Eisenmangelanämie in den meisten Fällen aufgrund starker Periodenblutungen auf. Bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern ist der Eisenmangel eine Folge chronischer Blutungen aufgrund von Magengeschwüren, Hämorrhiden, gut- oder bösartigen Polypen oder Tumoren des Dickdarms. Im Allgemeinen ist die Blutung nur leicht und nicht sichtbar. Wenn sie stark ausfällt, können schwarze, blutige oder teerartige Stühle auftreten. Ihr Arzt versucht zunächst, die zugrunde liegende Ursache zu finden, zu behandeln und den entleerten Eisenspeicher des Körpers mit Eisenpräparaten aufzufüllen.
  2. Eisenarme Ernährungsweise: Eine solche Ernährungsweise verlangsamt eventuell die Produktion von roten Blutzellen. Da die meisten Europäer und Amerikaner genügend Eisen mit der Nahrung aufnehmen, ist dies eine seltene Ursache einer Anämie bei Erwachsenen. In Deutschland ist für Männer die Aufnahme von Eisen in keiner Altersklasse problematisch, Frauen erreichen im Schnitt nur 75 Prozent der empfohlenen Tagesdosis (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Frankfurt).

Sauerstoffmangel im Blut

Der Körper bildet die roten Blutkörperchen im Knochenmark, wo sie sich mit eisenhaltigem Hämoglobin anreichern. Gelangen die roten Blutkörperchen in den Blutkreislauf, bindet das Hämoglobin den Sauerstoff aus der Lunge und transportiert ihn ins Körpergewebe und in die Organe. Während die roten Blutkörperchen im Blutkreislauf zirkulieren, sterben ständig alte Zellen ab und werden durch neue Zellen ersetzt. Die durchschnittliche Lebensdauer eines roten Blutkörperchens beträgt etwa vier Monate.

Eine Anämie tritt auf, wenn die Bildung der roten Blutkörperchen oder ihr Alterungsprozess nicht normal verläuft oder der Zerfallsprozess zu früh einsetzt. Infolgedessen nimmt das Blut nicht die entsprechende Menge an Sauerstoff auf. Zunächst sind die Auswirkungen meist unmerklich. Mit fortschreitender Anämie fühlt sich der Patient häufig müde und zeigt eine fahle Blässe. Bei einer schweren Anämie kann der Herzschlag unregelmäßig oder erhöht sein: das Herz muss mehr Blut durch den Körper pumpen, um das Sauerstoffdefizit auszugleichen. Schwindel, Schwäche, Verwirrung, Kurzatmigkeit (besonders bei Anstrengung) und kalte Hände und Füße können weitere Symptome sein. Personen mit einer Herzerkrankung können häufigere Episoden einer Angina pectoris erleiden.

Es ist nicht immer leicht, die richtige Lösung zu finden

Obwohl eine Anämie häufig auftritt, kann sie sich bei der Diagnose und Behandlung zum komplexen Problem entwickeln, da sie viele mögliche Ursachen hat. Fühlen Sie sich ungewöhnlich müde, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass Ihr Blutkreislauf „müde“ ist. Anämie führt in vielen Fällen zu Müdigkeit. Das heißt jedoch nicht, dass jede auftretende Müdigkeit auf eine Anämie hindeutet.

Wenn Sie lediglich ein Eisenpräparat zu sich nehmen oder sich um eine gesündere Ernährung bemühen, bekämpfen Sie möglicherweise nicht die Ursache der Anämie. Bleibt diese Gesundheitstörung unbehandelt, kann sich daraus eine ernsthafte Erkrankung entwickeln. Eine Anämie kann wegen der vielen verschiedenen Ursachen ein komplexes Problem für Diagnose und Therapie sein. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie an einer unerklärlichen Müdigkeit leiden.

Verschiedene Formen der Anämie

  • Gesunde rote Blutkörperchen: Normales Wachstum und Bildung von Hämoglobin ist durch intensiv gefärbte Blutkörperchen von einheitlicher Form und Größe gekennzeichnet.
  • Megaloblastäre Anämie: Mangel an Vitamin B 12 oder Folsäure verursacht eine Störung des normalen Reifungsprozesses und bewirkt die Entstehung übergroßer Zellen.
  • Eisenmangelanämie: Ein Eisendefizit führt dazu, dass der Körper nicht ausreichend Hämoglobin bildet. Die Blutkörperchen haben ein blasses Aussehen und sind üblicherweise kleiner als normale Blutkörperchen.
  • Hämolytische Anämie: Der vorzeitige Zerfall bedeutet eine verkürzte Lebenszeit der roten Blutkörperchen und somit ein Defizit an Blutkörperchen und ein jüngeres Durchschnittsalter der roten Blutkörperchen.

Diese seltene Anämie behindert die Bildung von Knochenmark

Eine seltene und schwer wiegende Form der Blutarmut – die aplastische Anämie – kann die Bildung von Knochenmark drastisch behindern. Ausgelöst werden kann sie durch Probleme des Immunsystems, verschiedene Medikamente oder bestimmte toxische Chemikalien. Zur Behandlung dienen Bluttransfusionen, die Gabe von Antithymocytenglobulin oder Blut- oder Knochenmarkstransplantationen.

Wenn Blutzellen schneller vom Körper abgebaut als produziert werden, könnte eine hämolytische Anämie die Ursache sein. Zu diesen Formen der Blutarmut gehören Sichelzellanämie und Thalassämie, die beide vererbt werden.

Hämolytische Anämie kann auch durch Infektionskrankheiten oder die Gabe von Antibiotika oder anti-entzündliche Wirkstoffe ausgelöst werden. Manche Autoimmunerkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes können ebenfalls den schnellen Abbau von roten Blutkörperchen bewirken.

Megalosblastäre Anämie

Diese Form der Anämie kann auftreten, wenn die roten Blutkörperchen nicht richtig heranreifen. Die Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet werden, sind überdurchschnittlich groß, ihre Eisenresorptionsfähigkeit ist jedoch vermindert.

Die Ursache dieser Art von Anämie ist fast immer ein Vitaminmangel:

  • Vitamin-B-12-Mangel: Ein Defizit ergibt sich meist infolge ungenügender Vitamin-B-12-Resorption durch den Darmtrakt. Diese als perniziöse (d.h. verderblich oder tödlich) Anämie bezeichnete Erkrankung tritt auf, wenn der intrinsic factor, der in der Magenschleimhaut gebildet wird, nicht vorhanden ist. Der intrinsic factor ist für die Aufnahme von Vitamin B 12 notwendig.Bei der perniziösen Anämie wird die Bildung des intrinsic factors durch einen Autoimmunprozeß (gegen körpereigene antigene Substanzen gerichtete Immunisierung) gehemmt. Dadurch kann das Vitamin B 12 keine Verbindung mit dem intrinsic factor eingehen. Diese Erkrankung ist meist erblich bedingt und tritt bei Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr auf – besonders bei Personen nordeuropäischer Abstammung.

    Diese Krankheit wurde perniziös genannt, weil sie einst nicht behandelbar war und immer tödlich verlief. Die Sterblichkeitsrate infolge von perniziöser Anämie ist heutzutage jedoch gering, die Krankheit ist selten geworden. Die leben

    In seltenen Fällen entsteht ein Vitamin-B-12-Mangel, weil der Patient nicht genügend Fleisch oder Milchprodukte zu sich nimmt. Diese enthalten nämlich reichlich Vitamin B 12.

  • Folsäure-Mangel: In den westlichen Ländern beschränkt sich diese Art von Vitamin-Mangel normalerweise auf Erwachsene mit Alkoholabusus. Er tritt üblicherweise auf, wenn Alkohol als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung dient, die entsprechende Mengen an Folsäure enthält. Es kommt auch zu einem Abfall des Folsäurespiegels, da Alkohol in den Stoffwechsel dieses Vitamins eingreift.In selteneren Fällen ist der Mangel durch eine Störung der Folsäure-Resorption bedingt, weil eine Erkrankung wie Zöliakie oder tropische Sprue zugrundeliegt.

    Die Therapie besteht in einer gesunden Ernährung und der Einnahme von Folsäure nach ärztlicher Verordnung.

Vermeiden Sie Über-Medikation

Wir wissen mittlerweile, dass es viele Medikamente gibt, die die Aufnahme von Nährstoffen verhindern. So sind zum Beispiel Arzneimittel, die die übermäßige Bildung von Magensäure unterbinden, verantwortlich an einer reduzierten Aufnahme von Vitamin B 12, einem wichtigen Vitamin, dass unser Körper braucht, um die Anämie zu vermeiden.

Andere Medikamente, die eine große Rolle bei der Verringerung von Vitaminen und Nährstoffen spielen, gehören zu den meistverkauften Arzneimitteln. Antibiotika, Anti-Depressiva, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker, Östrogene und Beruhigungsmittel kiönnen dem Körper Vitamine und Nährstoffe entziehen. Und wenn diese Medikamente kombiniert werden, steigt gerade bei älteren Menschen das Risiko der Anämie.

Und mittlerweile scheint es so, als schritte dieser Effekt schneller voran als je zuvor. Eine Studie vom Beginn diesen Jahres wartet mit einem schockierenden Ergebnis auf: Der durchschnittliche Patient über 50 Jahre erhält 25 Rezepte pro Jahr – doppelt so viele wie noch vor vier Jahren! Die Über-Medikation ist alarmierend hoch und zwei Probleme könnten zu einer großen Gesundheitsbedrohung werden: 1. die übermäßige Medikamenten-Einnahme verursacht bedrohliche Nebenwirkungen (und nicht wenige Ärzte bekämpfen Nebenwirkungen eines Medikaments mit einem weiteren Medikament) 2. dieser Medikamenten-Cocktail raubt den Patienten viele wichtige Vitamine, die sie gerade dann brauchen, wenn sie gegen eine Krankheit kämpfen.

Aber es kommt noch schlimmer: Viele Ärzte behandeln so viele ältere Menschen mit Blutarmut, dass sie diese Krankheit mittlerweile als eine normale Form des Älterwerdens betrachten. Daher wird Anämie in vielen Fällen nicht mehr behandelt. Das ist ein schwerwiegender Fehler, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass Anämie das Todesrisiko bei chronischen Herzproblemen stark ansteigen lässt. Zudem kann Anämie auch Krebs auslösen.

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