Inkontinenz wird kaum noch mit Wechseljahrshormonen behandelt
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Inkontinenz
vom 6. Oktober 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Frau Ilse T. hat diese Frage:
Seit den Wechseljahren leide ich unter Inkontinenz. Früher wurden dagegen doch auch Wechseljahrshormone verwendet. Stimmt es, dass diese auch bei solchen Beschwerden nicht mehr verwendet werden sollen?
Liebe Ilse,
bis vor einigen Jahren wurde tatsächlich empfohlen, eine Inkontinenz im Rahmen der Wechseljahre mit Hormonen zu behandeln. Heute gibt es neue Leitlinien, die sich dagegen wenden. Grund hierfür: In mehreren Studien hat sich gezeigt, dass mit Östrogenen genau das Gegenteil erreicht werden kann. Östrogentabletten können eine schon vorhandene Inkontinenz verschlechtern. Zudem erhöhen sie das Risiko, Inkontinenz neu auszulösen.
Es kann aber in manchen Fällen hilfreich sein, eine Blasenschwäche mit Östrogenzäpfchen zu behandeln. Diese wirken dann nicht nur oberflächlich, sondern auch in der Tiefe, verstärken darüber hinaus die Spannung am Blasenhals. Ob diese Behandlung bei Ihnen in Frage kommt, muss der Arzt entscheiden.
Zudem sollte sie niemals allein erfolgen - begleitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Beckenbodentraining, sollten erfolgen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bettina Harth (06.10. 2011 18:23 Uhr):
Ich hatte jahrelang Inkontinenz. Geholfen hat weder Beckenbodengymnastik noch Hormone, sondern eine kleine Operation. Die Blase wird quasi in eine Art Hängematte gelegt, ein Netz, das nach einiger Zeit mit dem schwachen Bindegewebe verwächst. Wunderbar, seit dieser Zeit bin ich trocken! Ich habe diese kleine Operation meinen Gymnastikkameradinnen empfohlen, drei haben die OP machen lassen und sind ebenfalls glücklich über diese neue Lebensqualität. Kein Arzt hat mich auf diese OP aufmerksam gemacht, sondern ich laß darüber in der Apothekenzeitschrift!
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