Ingwer: Diesem Gewürz können Sie bei Schmerzen und Verdauungsproblemen voll vertrauen

in Täglich Gesund
vom


von Dr. Ulrich Fricke

Die große Stunde des Ingwer schlägt regelmäßig zu Weihnachten: Dann wird er zu Ingwerbrot, heißem Punsch oder allerlei Plätzchen verarbeitet. In der kalten Jahreszeit wärmt Ingwertee den Magen und lindert die lästigen Beschwerden, wenn Sie erkältet sind. Aber in den restlichen Monaten des Jahres wird das Gewürz und Heilmittel bei uns kaum verwendet. Vollkommen zu Unrecht, wie wir Ihnen im Folgenden zeigen. Denn Ingwer ist ein exzellentes Schmerzmittel und hilft außerdem bei Verdauungsbeschwerden sowie Übelkeit. Viele dieser Wirkungen sind mittlerweile sogar in wissenschaftlichen Studien belegt.


Ingwer statt Schmerzmittel

Das Gewürz wird aus dem Wurzelstock einer schilfartigen Staudenpflanze (Zingiber officinale) gewonnen. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südasien, wird heute aber in allen tropischen Gebieten angebaut. In diesen Ländern hat Ingwer nicht nur einen festen Platz in der einheimischen Küche, sondern auch als Heilmittel in der traditionellen Medizin. In der ayurvedischen und der chinesischen Medizin wird die Ingwerwurzel beispielsweise zur Behandlung von Migräne verwendet.

Die Anwendungsgebiete von Ingwer sind:

  • Übelkeit und Erbrechen (z. B. bei Reisekrankheit, Narkose oder Chemotherapie)
  • Verdauungsbeschwerden
  • Erkältung und Fieber
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Durchblutungsstörungen
  • Wetterfühligkeit
  • Nervosität
  • Ängste

Ingwer enthält eine Fülle von sekundären Pflanzenstoffen, darunter besonders viele ätherische Öle. Eine Gruppe, die Gingerole, haben eine ähnliche Struktur wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (z. B. in Aspirin®). Auf ihnen beruht die schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung des Ingwers. Dass Ingwer auch bei chronischen Schmerzen hilfreich ist, zeigt eine Studie der Universität von Miami/USA aus dem Jahr 2001. An dieser Untersuchung nahmen 261 Patienten teil, die alle an Arthrose im Kniegelenk erkrankt waren. Die eine Hälfte der Teilnehmer nahm zweimal täglich 250 mg eines Ingwer-Extraktes ein. Sie litten nach 6 Wochen deutlich weniger unter Schmerzen als die Patienten der Kontrollgruppe, die lediglich ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten. Die Wirkung war ähnlich gut wie die des im Herbst 2004 wegen seiner Nebenwirkungen vom Markt genommenen „Super-Aspirins“ Vioxx®.

Ihr Magen rebelliert? Greifen Sie zu Ingwer!

Die Gingerole sind zusammen mit dem blähungshemmenden Linalool auch für die Wirkung von Ingwer bei Verdauungsbeschwerden verantwortlich. Sie regen die Speichel- und Gallensaftproduktion an. Außerdem enthält Ingwer ein Enzym, das Eiweiß zerlegt und so üppige Fleischmahlzeiten – beispielsweise Ihren Weihnachtsbraten – leichter verdaulich macht. Die Wirksamkeit von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen wird auch durch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen gestützt. Eine zusammenfassende Bewertung dieser Studien, die im Jahr 2000 am Institut für Komplementäre Medizin der Universität Exeter (Großbritannien) durchgeführt wurde, ergab, dass Ingwer bei Seekrankheit, morgendlicher Übelkeit und sogar bei der sehr belastenden Übelkeit während einer Chemotherapie nachweislich hilft. Die Heilwirkungen des vielseitigen Gewürzes können Sie als frisch zubereiteten Tee nutzen. In der Apotheke erhalten Sie jedoch auch rezeptfreie Ingwerpräparate, z. B. Zintona® gegen Reiseübelkeit (10 Kapseln für 5 €) oder Gastrosecur®-Tropfen 50 ml (50 ml für 7,40 €). Die Präparate sind absolut frei von Nebenwirkungen. Nur wenn Sie an Gallensteinen leiden, sollten Sie vorher Ihren Arzt um Rat fragen. Für Kinder unter 6 Jahren sind die Präparate ebenfalls nicht geeignet.


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Dr. Ulrich Fricke

Erfahren Sie hier mehr über Dr. Ulrich Fricke - Experte für orthomolekulare Medizin und Naturheilverfahren und Chefredakteur von Länger und Gesünder Leben.

 
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