Infektionen: Schützen Sie sich vor diesem kaum beachteten Krebsrisiko
Dr. Dietmar Kowertz in Verbraucherschutz Vertraulich zum Thema Krebsrisiko
vom 23. März 2010, 10:00 Uhr
GNL5356
Rauchen ist sicher der Krebsauslöser Nr. 1. Aber wissen Sie auch, was an zweiter Stelle steht? Infektionen sind nach neuesten medizinischen Erkenntnissen für jede vierte Krebserkrankung verantwortlich. Zum Glück bekommt nicht jeder Krebs, der sich mit potenziell krebserregenden Viren oder Bakterien infiziert. Welche 5 Erreger ganz oben auf der Liste der Verdächtigen stehen, lesen Sie hier:
Epstein-Barr-Virus
Das Virus löst das Pfeiffersche Drüsenfieber aus, typisches Symptom ist eine heftige Mandelentzündung. Besonders anfällig sind Empfänger von Transplantaten, da sie Medikamente einnehmen müssen, die das eigene Immunsystem unterdrücken.
Helicobacter pylori
Eine Bakterie, die chronische Entzündungen der Magenschleimhaut hervorrufen kann. Diese wiederum können in Magengeschwüre übergehen, von denen ca. 5 % krebsartig entarten. Ein einfacher Atemtest kann den Erreger nachweisen, eine zweiwöchige Tablettenkur ihn ausschalten.
Hepatitis B
Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders gefährdet: Krankenhaus-Personal, Drogenabhängige, Dialyse-Patienten. Nur die chronische Form steht in Verdacht, Krebs auszulösen. Beste Abwehrmaßnahme: Impfung.
Hepatitis C
Das Virus wurde früher meist durch infizierte Blutkonserven übertragen, heute durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, unsterile Tätowierungsnadeln und Piercings. Therapiemöglichkeiten: Kombinationstherapie mit Interferon und antiviralen Wirkstoffen.
Human Papilloma Virus
Meist harmlose Warzenviren, von denen einige Unterarten den Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Übertragung durch Geschlechtsverkehr. Beste vorbeugende Maßnahme: Einmal im Jahr einen sog. PAP-Test machen lassen. Heilungschancen bei Früherkennung bis zu 90 %!