In unseren Breiten gibt es kaum Wetter, bei dem Sie nicht laufen können
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 08.01.2008 05:00 Uhr
GNL5356
„Es ist zu kalt zum Laufen!“ – Das höre ich oft. Für unsere Breiten stimmt das aber nicht. Ich habe es trotz intensiven Wintertrainings selbst noch nie erfahren. Also gehört das auch eher in die Kategorie „faule Ausrede“.
Experten sagen, wenn das Quecksilber im Thermometer fest wird, sollte man sich nur noch langsam bewegen. Denn dann reicht der Weg von Mund und Nase zur Lunge nicht mehr aus, um schnell eingeatmete Luft ausreichend zu erwärmen. So weit, so richtig. Doch wer macht schon sein Lauftraining bei minus 39 Grad Celsius? Da müssten Sie schon in bestimmten Gegenden Kanadas oder Finnlands laufen.
Bei uns schlägt doch nichts einen schönen gemächlichen Lauf durch einen herrlich verschneiten Winterwald. Das ist ein herrliches Erlebnis. Atmen Sie dabei durch die Nase ein, dann kann die Winterluft ausreichend erwärmt werden, bevor sie Ihre Lunge erreicht. Übrigens sollten Sie auf so einen Waldlauf bei Tiefschnee und verharschtem Schnee dennoch verzichten. Das gilt auch, wenn Sie Nordic Walking machen.
Warum? Den Waldtieren zuliebe. Denn durch Ihren Lauf stören Sie die großen Pflanzenfresser des Waldes – etwa Rehe und Hirsche. Diese sehen sich dann genötigt, vor Ihnen zu fliehen, wenn sie Sie hören. Die Flucht durch den hohen Schnee führt aber zu einem erhöhten Energieverbrauch. Diesen können die Tiere aufgrund der hohen Schneedecke nicht mehr decken. Sie drohen zu verhungern. Schnelle Fluchten durch den verharschten Schnee führen außerdem oft zu blutigen Verletzungen an den Fesseln. Fleisch- und Allesfresser wie Fuchs oder Wildschwein sind von diesen Störungen nicht so betroffen, da ihre Tafel mehr Vielfalt oberhalb der Schneedecke bietet.