Impotenz: Nächtliches Schnarchen kann Schuld sein
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Erektionsstörungen
vom 5. Oktober 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Etwa 2 % der Deutschen, in der Mehrzahl Männer, leiden an der so genannten Schlafapnoe. Das sind nächtliche Atemaussetzer, die durch lautes Schnarchen unterbrochen werden. teilweise kommt es allein in einer Nacht zu 100 solcher Episoden.
Doch viele Patienten nehmen die Erkrankung auf die leichte Schulter, obwohl in den letzten Jahren deutlich wurde, dass dadurch das Herzinfarkt und das Unfallrisiko (wegen der Tagesmüdigkeit) steigen. Nun fanden Forscher der Universität Regensburg sogar einen Zusammenhang zu Erektionsstörungen.
Im Fachmagazin Journal of Sexual Medicine vom Juli 2009 stellten sie eine Untersuchung an 400 Apnoe-Patienten vor. In ihrer Befragung gaben 69 % der Patienten an, dass sie zumindest gelegentlich an Impotenz litten. In der Normalbevölkerung liegt diese Rate lediglich bei etwa 20 %. Schuld an dieser hohen Quote von Potenzproblemen unter Schlafapnoikern ist wahrscheinlich, dass die Blutgefäße zum Penis durch den ständigen nächtlichen Sauerstoffmangel während des nächtlichen Atemstillstands geschädigt werden.
Eine Schlafapnoe sollten Sie - nicht nur aus diesem Grund - dringend behandeln lassen (z. B. mit speziellen Atemmasken oder Zahnschienen, die die Atemwege offen halten).
Gewissheit über die Erkrankung bringt vor allem eine genaue Untersuchung Ihres Schlafverhaltens in einem Schlaflabor.