Immer mehr Kinder erhalten Psychopharmaka
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema ADHS
vom 31. Oktober 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Um 32 Prozent stieg die Anzahl der Kinder, die Psychopharmaka erhalten, in den letzten fünf Jahren. Diese erschreckende Zahl betrifft noch nicht einmal alle Kinder, sondern nur die, die bei der Techniker Krankenkasse (TK) versichert sind.
Die TK hat ihre Daten ausgewertet und festgestellt, dass diese 32 Prozent mehr gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) behandelt werden. Zudem verdoppelte sich die Anzahl der Kinder, die gegen so genannte aggressive Verhaltensstörungen behandelt wurden und werden, von 2006 bis 2011.
Immerhin 29.000 aller Kinder, die alleine bei der TK versichert sind, erhalten somit Medikamente gegen ADHS. Dagegen verringerten sich die Verschreibungen von Antidepressiva. Auch erhalten rund 14 Prozent weniger Kinder und Jugendliche heute weniger als 2011 Schlafmittel.
Den Grund für die gestiegenen Verschreibungen von Psychopharmaka sehen die Experten in dem hohen Druck, denen Kinder und Jugendliche heute ausgesetzt sind. Allein der schulische Druck durch die Einführung des G8 ist enorm angestiegen.
Zudem kritisieren Kinder- und Jugendmediziner, dass sehr schnell Medikamente verschrieben werden - ohne dass zuvor Gespräche geführt oder andere Therapiemöglichkeiten genutzt werden. Viel sinnvoller sei es, erst einmal herauszufinden, welche Ursachen die Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen haben und diese Ursachen so gut wie möglich zu beseitigen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Cornelia (31.10. 2011 20:31 Uhr):
Endlich erheben sich auch Stimmen in Deutschland gegen dieses Wahnsinn! Die UN ist bereits wegen dieser verantwortungslosen Verschreibung von Psychopharmaka an Kinder in Norwegen eingeschritten. Plötzlich fehlen unseren Kindern Chemikalien im Gehirn statt Bewegung, Aufmerksamkeit und Spielen im Freien? Da verdienen sich die Psychiater und Pharmaunternehmen die Taschen voll und aus unseren Kindern werden bereits im Kindesalter Dorgenabhängige!
Antworten - Kommentar von Susi Altwegg (31.10. 2011 22:59 Uhr):
Mein Grosskind Lucas sollte auch Ritalin einnehmen. Da ich Angst davor habe, wird er jetzt vorerst von einem Homöopathen behandelt. Ich hoffe sehr, dass wir so Ritalina vermeiden können. Ich bin sehr enttäuscht von einer guten Lehrerin; sie ist ein Fan von Ritalin, die Kinder arbeiten dann so gut, meinte sie!! Danke für Ihre Artikel. Susi
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