Ihre Müdigkeit kann ein Zeichen von Folsäure-Mangel sein
Dr. Dietmar Kowertz in Täglich Gesund zum Thema Folsäure
vom 14. März 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Eine Tatsache, die nur wenigen bekannt ist: Wir Deutschen sowie die Bewohner anderer Industrieländer sind mit keinem anderen Vitamin so schlecht versorgt wie mit der zu den B-Vitaminen gehörenden Folsäure. Im Durchschnitt verzehren wir gerade mal die Hälfte des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesbedarfs von 400 μg, obwohl Folsäure bereits einer Vielzahl von Nahrungsmitteln (Fruchtsaftgetränke, Müsli) zugesetzt wird. Wo liegen die Ursachen dieser Unterversorgung und was können die Folgen sein? Wieso ist Folsäure so wichtig für unser Wohlbefinden und in welchen Lebensmitteln steckt sie drin?
Folsäure ist im Stoffwechsel an zahlreichen Prozessen beteiligt, z.B. an der Synthese der Eiweißbausteine und der Nukleinsäuren, die unsere genetischen Informationen tragen. Ebenso spielt sie eine Rolle bei der Blutbildung, im Knochenmark sowie als Bestandteil unseres Nervengewebes.
Weshalb Sie bei Folsäure so schnell ins Defizit geraten
Folsäure ist zwar in unseren Nahrungsmitteln reichlich vorhanden, macht sich aber dennoch rar. Das hat verschiedene Ursachen:
- Nur etwa die Hälfte der in der Nahrung enthaltenen Folsäure bzw. deren Vorstufen können wir in unserem Dünndarm resorbieren, die andere Hälfte scheiden wir ungenutzt wieder aus.
- Durch Lagerung und Verarbeitung der Nahrungsmittel verlieren diese einen Großteil des ursprünglichen Folsäuregehalts. So verliert frisches Blattgemüse, das wir bei Zimmertemperatur lagern, in drei bis vier Tagen nahezu 70 %, durch Kochen gehen bis zu 90 % der Folsäure ins Kochwasser über, das wir meist in den Ausguss schütten.
- Folsäure können wir in unserem Organismus nur sehr begrenzt speichern (Leber). Wenn wir dieses Vitamin nicht täglich zu uns nehmen, ist der Vorrat im Körper bereits nach drei Wochen aufgebraucht.
- Einige Risikogruppen werden noch mal schlechter mit Folsäure versorgt. Dazu zählen ältere Menschen, die sich nicht mehr vollwertig ernähren (können), ebenso wie Personen, die eine Abnehm-Diät durchführen bzw. an einer Erkrankung des Magens oder des Darms leiden. Auch in speziellen Situationen, die einen verstärkten Zellstoffwechsel hervorrufen, wie etwa Krebs oder Hauterkrankungen, ist der Folsäurebedarf erhöht. Das trifft auch für Schwangere und Stillende zu. Wer ein Medikament gegen Infektionen, Epilepsie oder Krebs einnimmt, orale Verhütungsmittel verwendet oder als Nierenkranker auf die Dialyse angewiesen ist, hat mit großer Wahrscheinlichkeit ein erhebliches Folsäure-Defizit. Akuter Folsäuremangel innerhalb weniger Tage wurde oft in Kliniken bei parenteraler Ernährung (Nährstoffversorgung mittels einer Infusionslösung) beobachtet.
Was passiert, wenn wir nicht genügend Folsäure zu uns nehmen?
Eine latente, sich über Wochen und Monate hinziehende Folsäureunterversorgung äußert sich zunächst unspezifisch, nämlich in Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Appetitmangel und Reizbarkeit. Ein schwerer Folsäure-Mangel führt in kurzer Zeit zu einer Fehlfunktion des Knochenmarks, welches nunmehr vergrößerte und unreife Blutkörperchen produziert (megaloblastische Anämie). Unbehandelt können sich daraus schwere gesundheitliche Störungen ergeben, beispielsweise Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Hautveränderungen, Haarausfall sowie schmerzende Geschwüre im Mund- und Rachenraum. Darüber hinaus kann sich Folsäure-Mangel auch in Depressionen und Demenz niederschlagen.
Nicht zu unterschätzen ist zudem der Einfluss der Folsäure auf den Homocystein-Spiegel im Blut. Bei Folsäuremangel steigt er an, das bedeutet erhöhte Gefahr für unsere Blutgefäße! Entzündliche Veränderungen in den Gefäßen können fatale Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Arteriosklerose und Schlaganfall) nach sich ziehen. Das gefäß- und nervenschädigende Homocystein erhöht nachgewiesenermaßen auch das Risiko für Demenz und Morbus Alzheimer. Mit dem Gegenspieler Folsäure halten Sie das gefährliche Gift in Schach!
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 μg/Tag. Generell, besonders aber den Risikogruppen, rate ich zu einer täglichen Nahrungsergänzung mit Folsäure, um den Gefahren einer Unterversorgung vorzubeugen. Im Handel bekommen Sie Kombinationspräparate, die Folsäure und einen sinnvollen Mix anderer Vitamine und Wirkstoffe enthalten (z.B. von Merck, Femibion 800, 60 Tabletten ca. 29,90 Euro, oder von Medice, Medyn forte, 100 Kapseln ca. 50 Euro) oder solche, die Folsäure als alleinigen Wirkstoff enthalten (z.B. von Biosan, Folsäure 400, 60 Tabletten ca. 5 Euro, oder von Abtei Folsäure 800, 60 Kapseln ca. 5 Euro).
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heinz Rischka (14.03. 2011 16:19 Uhr):
500-600 g / Tag ????????
Antworten - Kommentar von Gabriele Röwer (14.03. 2011 17:07 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herren, darf ich Sie auf einen offenkundigen Tippfehler hinweisen: statt 500-600 Gramm muss es wohl heißen Mikrogramm für den täglichen Bedarf an Folsäure bei Älteren. Freundlich grüßt Gabriele Röwer Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag.
Antworten - Kommentar von Werner Flach (14.03. 2011 18:35 Uhr):
400 g Folsäure an einem Tag kann wohl nicht stimmen.
Antworten - Kommentar von Gernot Urschler (14.03. 2011 18:42 Uhr):
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag - statt Gramm sollte da Mikrogramm stehen.1 Millionstel der angegebenen Dosis!
Antworten - Kommentar von Schmeisser (14.03. 2011 18:43 Uhr):
400 - 500 g = Gramm = Täglich ????
Antworten
- Kommentar von Heinz Schubsky (14.03. 2011 18:57 Uhr):
Ich bitte Sie, die Maßeinheit nochmal zu überprüfen. Es handelt sich doch bestimmt um mcg/tag und nicht um g/tag, oder? Mit freundlichem Gruß Heinz Schubsky
Antworten - Kommentar von Christine Stephan (14.03. 2011 18:58 Uhr):
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag. WOW! Wie mach ich das? Und ist das nicht ungesund? Bitte lesen Sie Ihre Beiträge doch vor der Veröffentlichung noch mal durch!
Antworten - Kommentar von Scheder (14.03. 2011 20:22 Uhr):
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag heißt es im letzten Absatz in der E-Mail-Fassung, Das ist natürlich gefährlicher Unfug. Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Publikation gewissenhaft durchgesehen wird, bevor sie an die Internetöffentlichkeit geht.
Antworten - Kommentar von Georg Rohleder (14.03. 2011 21:17 Uhr):
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag. Der arme Mensch, der 500 bis 600 gramm am Tag zu sich nimmt!
Antworten - Kommentar von Gundermann (15.03. 2011 05:29 Uhr):
Der Tagesbedarf für einen älteren Erwachsenen liegt bei 500 bis 600 g/Tag. ??????????????
Antworten
- Kommentar von Gerhard Stark (15.03. 2011 08:25 Uhr):
Täglich 500 bis 600g Folsäure ist wirklich unmöglich mit einer normalen Ernährung zu erreichen. Dazu müßte man ja bald Zentnerweise Nahrung zu sich nehmen. Das schafft nicht einmal ein Pferd. Viele Grüße Gerhard stark
Antworten - Kommentar von Reinhard Seeber (15.03. 2011 11:17 Uhr):
Sie geben in Ihrem Beitrag an ,daß der tagesbedarf v. Folsäure 500 bis 600 g/Tag beträgt.Sie meinen Mikrogramm oder ?
Antworten - Kommentar von Walter Jäger (15.03. 2011 13:00 Uhr):
Tagesdosis Folsäure 400 g ??? Unmöglich !!!
Antworten - Kommentar von mader heinz (15.03. 2011 18:23 Uhr):
Artikel recht gut. Aber die Angabe des Bedarfs an Folsäure mit 500 bis 600 g pro Tag ist sicher falsch. Wohl ein ärztlicher Kunstfehler. MfG
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