Ihr Gehirn zeigt, wie ernst Sie Versprechen nehmen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 14. Dezember 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Der Beginn eines neuen Jahres ist gleichzeitig auch die Zeit für gute Vorsätze. Sicherlich sind diese zumindest in den Minuten, in denen man sie beschließt, ernst gemeint - auch wenn der Elan bald wieder nachlässt. Aber ganz ehrlich: Es gibt auch Pläne, die wir gar nicht umsetzen wollen. Und das wissen wir auch schon in dem Moment, in dem wir sie aussprechen. Hierzu gehört zum Beispiel das „ich melde mich" bei unliebsamen Bekannten oder Freunden.
Gut, dass diese Menschen uns nicht ins Gehirn schauen können. Denn Wissenschaftler aus Zürich haben nun festgestellt, dass bei solchen Versprechen, die wir abgeben mit dem Wissen, sie nie einhalten zu wollen, bestimmte Bereiche des Gehirns aktiv sind.
Es handelt sich dabei um Zonen im Gehirn, die bei emotionalen Prozessen eine Rolle spielen oder aber bei Abläufen, bei denen es um Kontrolle geht. Hierin zeigt sich, dass ein Versprechen, das gegeben wird, ohne es halten zu wollen, einen echten Gefühlskonflikt bei dem auslöst, der es ausspricht.
Die Forscher wollen dieses Wissen nutzen, um in Zukunft irgendwann einmal Straftäter damit zu überführen.