IGeL: In Ernstfall sind Sie abgesichert
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 22. März 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
Freiwillige Vorsorgechecks und diverse Extra-Angebote - die so genannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) - werden in vielen Praxen verschärft angeboten, da sie dem Doktor bares Geld in die Tasche spülen. Manche Ärzte erzielen mit diesen medizinisch nicht notwendigen Leistungen bereits 30 Prozent ihres gesamten Einkommens. Wenn Ihnen solche ärztlichen Dienstleistungen empfohlen werden, sollten Sie deshalb besonders wachsam sein.
Ihre gesetzliche Krankenkasse zahlt Ihnen nicht mehr so viele Leistungen wie früher. Das hat viel Unmut ausgelöst. Was viele jedoch dabei übersehen: Ihre gesundheitliche Versorgung ist dennoch gesichert. Die gesetzlichen Krankenkassen gehen dabei von folgenden Grundsätzen aus:
- Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nach wie vor die Kosten für alle medizinisch erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen.
- Mehr Untersuchungen - etwa zusätzliche Ultraschallaufnahmen - bedeuten nicht notwendigerweise mehr Sicherheit, sondern häufig eine Verunsicherung. Auch unnötige Behandlungsmaßnahmen können die Folge sein. Deswegen sind viele Angebote überflüssig.
- Untersuchungen, mit denen bei beschwerdefreien Menschen auf Frühzeichen von schweren Krankheiten gesucht wird, müssen besonders gut geprüft sein, bevor sie in den Katalog der Leistungen aufgenommen werden. Sind sie jedoch wissenschaftlich anerkannt, werden sie dann meist auch von der Kasse gezahlt.
Alles, was darüber hinausgeht, müssen Sie heute aus eigener Tasche berappen. Da dieses aus der Sicht Ihrer Krankenkasse medizinisch nicht notwendig ist, liegt es nahe, dass Sie auf diese Extra-Leistungen ohne Schaden verzichten können.