Hopfen wiegt Sie sanft in den Schlaf
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Hopfen
vom 06.09.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserin, lieber Leser,
als modernes Zier- und Rankgewächs kennen Sie die Pflanze mit den eigenartigen Blütenständen garantiert. Doch auch als Arznei ist Hopfen (Humulus lupulus) seit Jahrhunderten ungeschlagen: Als Mittel gegen Nervosität, depressive Verstimmung und Schlafstörungen hat er schon Generationen geholfen.
Hopfen gehört als Schlingpflanze zur Familie der Hanfgewächse, die fast auf der ganzen Welt heimisch sind. Die Hopfenpflanzen winden sich im Uhrzeigersinn um Bäume und Stützen, wo sie sich mit winzigen Stacheln festhalten. Ihren lateinischen Namen „lupulus“ (= kleiner Wolf) verdankt die Pflanze dem Umstand, dass die Römer irrtümlicherweise glaubten, der Hopfen entzöge den anderen Pflanzen, um die er sich windet, den Lebenssaft. Der Begriff Hopfen soll aus dem Angelsächsischen stammen und seine Eigenschaft als Kletterpflanze bezeichnen. Der Duft der Blüten ist betörend und riecht ähnlich wie Baldrian. Der Geschmack ist würzig und bitter.
Hopfen ist auch gesunder Hauptbestandteil des Biers
Wirklich berühmt ist die Hopfenpflanze allerdings geworden, weil sie eine der wichtigsten Ingredenzien des Bieres ist. Bereits im frühen Mittelalter wurde Hopfen verwendet, um dem Gebräu den typischen bitteren Biergeschmack zu verleihen. Zudem konservieren die Inhaltsstoffe des Hopfens das Getränk und machen es schaumiger.
Medizinisch verwendet werden die jungen, kurz über dem Boden abgeschnittenen Triebe, die Hopfensprossen, und die getrockneten Blüten oder Zapfenfrüchte der Pflanze. Die verschiedenen Inhaltsstoffe wirken in erster Linie beruhigend und Schlaf fördernd. Seit altersher wird Hopfen bei Nervosität, Angstzuständen und innerer Unruhe eingesetzt. Auch bei „Unruhe“ im Magen- und Darmtrakt wirkt er hilfreich. Die Bitterstoffe im Hopfen wirken krampflösend, unterstützen die Verdauung, fördern die Arbeit der Leber und die Bildung von Galle und anderen Verdauungssäften. Die Gerbsäuren des Hopfens begünstigen die Heilung von Reizungen und Entzündungen, bei denen die Pflanze zudem noch eine antiseptische Wirkung entfaltet.
Die Wirkungen des Hopfens sind offiziell wissenschaftlich anerkannt
Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Allerdings soll Hopfen nicht bei Depressionen angewendet werden, da er diese verstärken kann.
Sie können einige Tropfen Hopfenöl aus Apotheke oder Bioladen (allerdings nie unverdünnt) oder 1 bis 2 Hand voll frisch gepflückte Hopfenzapfen Ihrem abendlichen Bad zugeben, um Verspannungen zu lösen und einen erholsamen Schlaf zu fördern. Auch Beschwerden während der Wechseljahre werden durch Hopfenbäder gelindert sowie eine ermüdete Libido wieder geweckt.
Für einen Teeaufguss aus den Blüten (aus der Apotheke) übergießen Sie 1 Teelöffel mit 1 Tasse heißem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Hopfen kann auch zu gleichen Teilen mit Johanniskraut, Baldrian oder Passionsblume gemischt werden. Hier kann Ihnen der Tee helfen:
- Wenn Sie schlecht schlafen, trinken Sie abends 1 Tasse Hopfentee.
- Sind Sie nervös und unruhig, können Sie 1 bis 2 Tassen über den Tag verteilt trinken.
- Hopfentee wirkt auch bei Nervosität und Hitzewallungen während der Wechseljahre sowie bei Menstruationsschmerzen. Trinken Sie 2 bis 3 Tassen am Tag.
- Wollen Sie Ihren Appetit anregen, probieren Sie es mit einer halben bis 1 Tasse direkt vor den Mahlzeiten.
- Bei Blasenentzündungen und Schmerzen beim Wasserlassen werden 2 bis 3 Tassen Hopfentee am Tag empfohlen.
- Leiden Sie unter schlecht heilenden Wunden oder Ekzemen, können Sie den Teeaufguss für Umschläge verwenden.