Heilen mit natürlichen Stoffen: Ähnliches mit ähnlichem behandeln
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Die Klassische Homöopathie ist schon über 200 Jahre alt und doch als eine ganzheitliche Heilweise hochmodern. Sie behandelt nicht nur Krankheiten, sondern den ganzen Menschen – mit Leib und Seele. Dafür genügen ihr geringste Mengen eines für Sie individuell ausgesuchten Arzneimittels.
Vor allem Frauen fühlen sich von dem ganzheitlichen Heilungsansatz der Homöopathie angezogen. Sie stellen die absolute Majorität der Patienten einer homöopathischen Praxis. Frauen kommen auch mit ihren Kindern, und manchmal gelingt es ihnen, ihre Männer zu schicken. Wenn zwei die gleiche Krankheit haben, ist sie nicht die gleiche. Denn es sind zwei verschiedene Menschen, die erkrankt sind. Die Homöopathie behandelt nicht direkt die Krankheit, sondern den Menschen, der erkrankt ist und dabei bestimmte Symptome hat. Diese Symptome sind zusammen mit der Persönlichkeit und dem seelischen Befinden für homöopathisch arbeitende Therapeuten die Leitfäden, die sie zum passenden Arzneimittel führen. Dabei lassen sie sich vom Ähnlichkeitsprinzip lenken.
„Ähnliches soll Ähnliches heilen“
Dieses zentrale Prinzip der Homöopathie ist eigentlich uralt. Das Ähnlichkeitsprizip besagt, daß Kranke genesen können, wenn sie genau die Substanz bekommen, die bei Gesunden ähnliche Symptome wie die ihrer Krankheit hervorruft.
Schon der altgriechische Arzt Hippokrates, der Begründer der modernen westlichen Medizin, hatte im 5. Jahrhundert v. Chr. unter anderem nach diesem Prinzip gearbeitet. Doch ist diese Methode in der nachfolgenden Medizingeschichte nur vereinzelt aufgenommen worden. Im 18. Jahrhundert begründete Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 – 1843) mit der Homöopathie ein neues System des Heilens.
Der Arzt, Pharmazeut und Chemiker hatte mit 35 Jahren sein Schlüsselerlebnis, als er ein medizinisches Werk übersetzte und sich über die Ansichten des Autors zu der Wirkweise der Chinarinde (Chinin) bei Malaria wunderte. Als Wissenschaftler ging er der Sache auf den Grund und prüfte die Rinde des Chinabaums an sich selbst. Zu seiner Überraschung bekam er – als Gesunder – nahezu alle Symptome, wie er sie als Arzt von der Malaria kannte: Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Fieberanfälle. Gab er das Mittel Malariakranken – vorsichtig, in kleinen Mengen – wurden sie geheilt.
Hahnemann war auf das Simile-Prinzip gestoßen (lateinisch simile = ähnlich). Er überprüfte es in einer langen Kette von Selbstversuchen und Testreihen mit gesunden Menschen, bei denen er über hundert Arzneien prüfte: Pflanzen, Salze, Minerale, Metalle, tierische Produkte und auch Gifte.
Die Arzneimittelprüfungen
Sorgfältig dokumentierte er bei diesen Tests die körperlichen und seelischen Auswirkungen der verschiedenen Mittel. Denn ihm war klar, daß körperliche Krankheit immer auch eine starke seelische Komponente hat, die von Mensch zu Mensch verschieden ist. Die Zusammenfassung aller Beobachtungen ergab das Arzneimittelbild.
Seither wurden und werden weiterhin auf diese Weise immer neue Substanzen geprüft. Denn die Homöopathie entwickelt sich ständig weiter. Derzeit verfügt sie über einen Arzneimittelschatz von über 3.000 Substanzen. Die Prüfer sind meistens selbst homöopathische Therapeuten, die damit während der Erprobung ein ähnliches Leiden auf sich ziehen wie das Leiden, gegen welches das Mittel helfen kann. Daher hat die Homöopathie auch ihren Namen; er bedeutet „ähnliches Leiden“.