Hörschädigung bis hin zum Hörverlust: Lautstärke ist für Ihre Ohren gefährlich

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von unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief

Mit zunehmendem Alter lässt bei den meisten Menschen auch häufig das Gehör nach. Nach einer repräsentativen Umfrage sind in Deutschland 37% der 60- bis 69-Jährigen hörgeschädigt. Bei den über 70-Jährigen sind es sogar 54%. In Deutschland besitzen etwa 250.000 Menschen einen Schwerbehinderten-Ausweis wegen Gehörlosigkeit. Jedes Jahr verlieren 5.000 Menschen in Deutschland ihr Gehör. In den meisten Fällen ist das Nachlassen des Hörvermögens auf eine Verletzung der Cochlea (Gehörgangschnecke) zurückzuführen. In der Cochlea befinden sich winzig kleine Härchen, die dazu beitragen, die Schallwellen in elektrische Signale zu übersetzen, die dann ins Gehirn übertragen werden. Wenn das Hörvermögen nachgelassen hat, könnten solche Härchen in der Cochlea zerstört worden sein. Aber auch die Nervenzellen können degenerieren, was dazu führt, dass die Nervenimpulse (vom Ohr ins Gehirn) weniger effektiv übertragen werden. Eine Folge davon ist, dass höhere Töne gedämpft werden. Für die Betroffenen wird es schwieriger, Gespräche von den Hintergrundgeräuschen zu unterscheiden.


Bringen Sie laute Geräusche zum Schweigen

Die häufigsten Ursachen für einen Rückgang des Hörvermögens sind der Alterungsprozess, Lärm, erbliche Veranlagung, bestimmte Erkrankungen sowie bestimmte Medikamente, einschließlich Antibiotika, Chemotherapeutika und hohe Dosen an Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®). Einige dieser Faktoren können Sie nicht kontrollieren, andere hingegen schon. Letzteres trifft insbesondere auf die Lautstärken zu, denen Sie sich aussetzen. Wir leben in einer lauten Welt. Vakuumreiniger, Power-Rasenmäher, laute Elektrowerkzeuge und Stereoanlagen sind nur ein paar Lärmquellen, die uns täglich mit Lärm bombardieren. Wenn Sie diesen alltäglichen Geräuschen wiederholt ausgesetzt sind, kann das gefährlich für Ihr Gehör werden. Und weil ein Verlust des Hörvermögens schleichend fortschreitet, kann es sogar sein, dass Sie noch nicht einmal etwas davon mitbekommen.

Das können Sie tun, um Ihr Gehör zu schützen:

  • Machen Sie sich laute Geräusche bewusst – Drehen Sie, wann immer es möglich ist, die Lautstärke von Radios, Fernsehern und Lautsprechern herunter. Wenn Sie jemanden, der weniger als einen Meter von Ihnen entfernt steht, aufgrund von Geräuschen nicht hören können oder von ihm nicht gehört werden, dann ist die Hintergrundgeräuschquelle zu laut.
  • Gehen Sie vorsichtig mit Kopfhörern um – Wenn Sie Kopfhörer aufhaben und die Person neben Ihnen hören kann, was Sie sich anhören, dann ist es zu laut.
  • Tragen Sie einen Lärmschutz – Das beste Lärmschutzmittel ist eines, das auch richtig sitzt. Unabhängig davon, ob Sie Ohrenstöpsel oder Ohrenschützer aussuchen, Sie sollten nach einem Modell Ausschau halten, das einen luftdichten Verschluss bietet. Tragen Sie auch dann einen Lärmschutz, wenn Sie alltägliche Dinge verrichten wie zum Beispiel Rasenmähen. Mit der zunehmenden Beliebtheit von tragbaren Musikplayern wie iPods oder MP3-Playern, die eine Lautstärke von 130 Dezibel produzieren können, erwarten Ohrenärzte, dass eine höhere Anzahl von Menschen Hörschädigungen hinnehmen muss – und das auch schon in jüngeren Jahren.
  • Gönnen Sie Ihren Ohren mal eine Pause – Wechseln Sie laute Aktivitäten mit leiseren ab. Zusätzlich zur Intensität spielt beim Nachlassen des Hörvermögens auch die Dauer eine Rolle, in der Sie dem Lärm ausgesetzt sind. In der Tat sind Geräusche mittlerer bis stärkerer Lautstärke, die über einen längeren Zeitraum anhalten, wahrscheinlich sogar schädlicher als lauterer Krach, der immer wieder unterbrochen wird. Regelmäßige Untersuchungen bei einem Hörgeräteakustiker können Sie auf einen Hörverlust aufmerksam machen. Ein Hörgeräteakustiker oder ein Hals-, Nasen-, Ohren(HNO)arzt kann Ihnen auch raten, wie Sie weiteren Hörverlust verhindern. Zudem können sie Tipps geben, wie man in schwierigen Hörsituationen besser hören kann. Wenn Ihr Gehör bereits gravierend geschädigt ist, kann für Sie eine Hörhilfe infrage kommen.

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