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Zungendiagnostik: Belegte Zunge

Was die belegte Zunge über Ihre Gesundheit aussagt und welche weiteren Erkenntnisse aus der Zungendiagnostik gezogen werden

Innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt die Zungendiagnostik als eine wichtige und zuverlässige Untersuchungsmethode zur Beurteilung einer Erkrankung. Die belegte Zunge zu untersuchen ermöglicht es, die Verfassung der inneren Organe und etwaige krankhafte Veränderungen der Körperfunktionen zu erkennen.

Über die allgemeine Betrachtung des Zungenkörpers und seines Belages hinaus hat jeder Teil der Zunge einen speziellen Bezug zu einzelnen Organen und Körperbereichen. Energetisch ist die Zunge dem Herzen zugeordnet, und jegliche Veränderung des Zungenkörpers ist somit Ausdruck einer energetischen Veränderung des Herzens.

Die Zunge steht über das Meridiansystem in direkter und indirekter Beziehung zu allen Organen:

  • Die Zungenspitze entspricht den Organen Herz und Lunge.
  • Die Zungenmitte entspricht den Organen Milz und Magen.
  • Der Zungengrund entspricht vor allem der Niere.
  • Die seitlichen Zungenränder entsprechen der Leber und der Gallenblase.

Um eine genaue Diagnose zu erhalten,ist es in der TCM wichtig, auch andere umfassende Untersuchungen mit den Ergebnissen der Zungendiagnostik zu kombinieren, um sich ein genaues Gesamtbild machen zu können.

In der Durchführung bezieht sich die Zungendiagnostik grundsätzlich auf zwei Bereiche: auf den Zungenkörper und auf den Zungenbelag. Der Zungenkörper (Vitalität, Form, Farbe und Beweglichkeit der Zunge) gibt Aufschluss über die Grundkonstitution, über die Verfassung der Organe, während bei belegter Zunge der Zungenbelag (Farbe, Dicke und Beschaffenheit des Belags) vor allem Aufschluss über eingedrungene krankhafte Einflüsse gibt.

Die belegte Zunge

Der Zungenbelag ist grundsätzlich Ausdruck der Verdauungsfunktion des Magens und zeigt die Qualität des Magen-Qi an. Betrachtet werden bei belegter Zunge die Dicke, die Beschaffenheit und die Farbe des Belags. Beim gesunden Menschen ist der Zungenbelag weißlich und dünn, weder zu trocken noch zu feucht, weder zu glatt noch zu rau. Die belegte Zunge zeigt das Ausmaß der Fülle an, die Folge eines eingedrungenen krankhaften Einflusses oder aber falscher Ernährungsgewohnheiten ist. Eine dünnn belegte Zunge weist im Allgemeinen auf eine oberflächliche und nicht schwerwiegende Erkrankung hin. Eine dick belegte Zunge zeigt an, dass ein krankhafter Einfluss ins Innere des Organismus eingedrungen ist oder ist Hinweis auf eine Funktionsstörung im Verdauungstrakt.

Die Vitalität der Zunge

Eine gesunde Zunge hat eine angepasste Form, ist hellrot, beweglich und hat einen dünnen, weißlichen Belag. Sie ist feucht und glänzend. Eine junge Zunge hat noch viel Qi, Vitalität, Kraft. Sie ist lebhaft und fein strukturiert. Im Krankheitsfalle weist sie auf ein Leere- oder Kälte-Syndrom hin. Eine alte Zunge ist hart und matt, das Zungengewebe ist rauh. Sie zeigt einen chronischen Zustand an. Die Reserven sind schon in Anspruch genommen. Die Form der Zunge Es gibt eine geschwollene, eine schmale und eine rissige Zunge. Eine geschwollene Zunge, häufig mit Zahnabdrücken am seitlichen Rand, deutet immer auf eine Feuchtigkeitsproblematik hin. Eine schmale und kleine Zunge ist dagegen Folge von Trockenheit im Körper. Die rissige Zunge zeigt ein fortgeschrittenes Stadium einer Schwäche im Yin-Bereich an.

Die Farbe der Zunge

Die Zungenfarbe zeigt an, ob Hitze oder Kälte vorliegt und – je nach Farbveränderung – wie tief die Krankheit eingedrungen ist. Die Farben des Zungenkörpers reichen von Hellrot über Dunkelrot, Bordeaux, Purpur bis Schwarz bzw. von Hellrot über Blass, Bläulich und Lila bis hin zu Blau und schließlich Schwarz. Die Helligkeit oder Dunkelheit der Farbe deutet darauf hin, ob die Krankheit oberflächlich oder in die Tiefe eingedrungen ist. Allgemein gilt: Je blasser der Zungenkörper, desto deutlicher ist der Hinweis auf eine Schwäche von Qi und Blut, aber auch auf eine Verlangsamung der dynamischen Prozesse also auf Kälte. Nimmt die Rötung zu, ist dies ein Hinweis auf eine gesteigerte Dynamik der energetischen Prozesse, auf Hitze.

Die Beweglichkeit der Zunge

Die eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge zeigt schwerwiegende Blockaden der Meridiane an. So ist zum Beispiel eine einseitig hängende oder schiefe Zunge Hinweis auf einen (vorausgegangenen oder bevorstehenden) Hirnschlag oder auf eine neuralgische Störung. Auch eine Erkrankung im Bereich der Gesichtsnerven kann dies verursachen.

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