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Was tun gegen Schnarchen?

schnarchen© Clker-Free-Vector-Images (CC0 1.0) – pixabay.com

Schnarchen ist eine weitverbreitete „Volkskrankheit“. Für die Partner und die Betroffenen selbst kann sie zu einem wahren Alptraum werden. Zum Glück stecken meist harmlose Ursachen dahinter, die leicht behoben werden können. 

Vor allem mit zunehmenden Alter wird Schnarchen zum Problem. Während nur 10 Prozent der Kinder schnarchen, sind es bei den Frauen über 40 Jahren schon 40 Prozent, bei den Männern sogar 60 Prozent. Schnarchen kann in vielen Fällen harmlos sein und niemanden stören – genauso kann es sich aber zu einem handfesten Problem auswachsen, besonders in Beziehungen. Laut dem Guinnessbuch liegt der Rekord der höchsten Schnarchlautstärke bei 93 Dezibel, was einer viel befahrenen Autobahn entspricht.

Wie entsteht Schnarchen?

Oft als Lappalie belächelt, ist Schnarchen alles andere als ein kleines Problem. Die unübersehbar vielen Schnarcher in der Bevölkerung treiben die Wissenschaft seit Jahrzehnten um und schaffen sogar Stellen in Forschung und Wissenschaft: So gibt es in Deutschland eine eigene Einrichtung – die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin – die sich mit dem Phänomen befasst und einen lesenswerten Ratgeber zum Thema Schnarchen veröffentlicht hat. Inzwischen hat die Wissenschaft die meisten Ursachen entdeckt.

So ist der Grund für Schnarchen in der Regel, dass eine Verengung der oberen Atemwege die Geschwindigkeit der Luft beim Ein- und Ausatmen erhöht. Dadurch kann die Atemmuskulatur (Zäpfchen und Gaumensegel, manchmal auch Rachen und Zungengrund), die sich im Schlaf entspannt, zum Schwingen und Vibrieren gebracht werden, was die typischen Schnarchgeräusche erzeugt. Die Ursachen, die zu einer Verengung der Atemwege führen, sind wiederum sehr vielfältig.

Ursachen für Schnarchen 

  • Alter: Wie eingangs erwähnt, ist Schnarchen vor allem ein Problem des Alters. Das liegt daran, dass im Alter die Kehle immer enger wird und die Muskeln zunehmend erschlaffen.
  • Konstitution: Dass Männer häufiger schnarchen als Frauen, liegt daran, dass sie schmalere Luftwege haben. Auch andere Veranlagungen wie vergrößerte Rachenmandeln oder ein dünner Hals können Schnarchen verursachen.
  • Nebenhöhlen- und Nasenprobleme: Schnupfen und allergische Reaktionen, Nasenpolypen oder Entzündungen der Nebenhöhlen sind häufige Ursachen für Schnarchen – glücklicherweise meist nur vorübergehend.
  • Wirkstoffe: Nikotin und Alkohol sowie einige Medikamente fördern die Muskelentspannung und begünstigen dadurch das Schnarchen. Es kann helfen, auf Zigaretten und Alkohol sowie bestimmte Medikamente wie Schlafmittel und Muskelrelaxantien zu verzichten.
  • Schlafposition: Besonders häufig schnarchen Menschen, die in der Rückenlage schlafen, da sich in dieser Position die Weichteile im hinteren Teil der Kehle entspannen und so die Atemwege blockieren können. Oft reicht es also schon, sich anzugewöhnen, auf der Seite zu schlafen.
  • Übergewicht: Auch Übergewicht und mangelnde Bewegung kann eine Ursache für Muskelschlaffheit sein, die zum Schnarchen führt. In einigen Fällen kommt man also um eine Gewichtabnahme nicht herum, wenn man die lästigen nächtlichen Geräusche loswerden will.

Mittel gegen Schnarchen

Lassen sich die Ursachen des Schnarchens nicht auf anderem Wege ausräumen, hält die Medizin spezielle Hilfen bereit. Dabei kommt es immer darauf an, wie stark die Symptome ausgeprägt sind und welche Teile der Atemmuskulatur sie genau verursachen.

Bei leichtem Schnarchen, das durch Probleme mit der Nasenatmung verursacht wird, reicht manchmal schon ein Nasenpflaster aus der Apotheke. Dieses wird quer über die Nase geklebt und weitet durch seine Spannkraft die Nasenflügel. Einen ähnlichen Effekt erzielt der Nasenschmetterling, der nachts in beide Nasenlöcher geklemmt wird und diese weitet und freihält.

Wenn das Schnarchen vom Schlafen mit offenem Mund herrührt, ist eine Schlafbandage hilfreich. Sie fixiert den Unterkiefer mithilfe eines elastischen Gurtes, sodass der Mund nachts zugehalten wird.

Ebenfalls in vielen Fällen sehr wirksam ist eine Kiefer-Petrusionsschiene, die den Unterkiefer fixiert. Ähnlich wie eine Beißschiene wird diese nachts in den Mund genommen. Sie verhindert, dass die Zunge nachts zurückfällt, und hält die Atemwege frei.

Mit einer Gaumenspange lässt sich hingegen das Gaumensegel fixieren, wenn speziell dieses sich als nächtlicher Störenfried herausstellen sollte. Die Spange verhindert, dass sich der Luftkanal hinter dem Gaumensegel verschließt. So kann die Luft im Schlaf widerstandslos durch die Atemwege strömen und die Schnarchgeräusche bleiben aus.

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