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Mögliche Auslöser von Ohrgeräuschen

In Deutschland leiden drei Millionen Menschen an einem chronischen Tinnitus. Die Betroffenen nehmen Geräusche (meist ein Pfeifen oder Klingeln) ohne äußere Quellen wahr. Dem Ohrenklingeln liegen verschiedene Ursachen und Auslöser zugrunde.

Am häufigsten zwischen 40 und 60 Jahren

Tinnitus tritt isoliert oder begleitend zu HNO-Erkrankungen wie beispielsweise Hörsturz, Mittelohrerkrankungen oder Innenohrschwerhörigkeit auf. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass er als Folge von Störungen anderer Organe beziehungsweise anderen Erkrankungen (z.B. der Halswirbelsäule, des Zahn-Kieferorgans, des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechsels) auftritt. Stress und Überlastung lösen unter Umständen außerdem einen Tinnitus aus.

Schätzungen zufolge erlebte jeder vierte Deutsche mindestens ein Mal einen vorübergehendenTinnitus. Unter einem chronischen Tinnitus leiden in Deutschland etwa drei Millionen Menschen, jährlich kommen 250.000 neue Patienten hinzu. Am häufigsten betrifft die Krankheit Erwachsene im Alter von 40 bis 60 Jahren.

Wie kommt man aus dem Teufelskreis heraus?

Die bei einem Tinnitus wahrgenommen Ohrgeräusche äußern sich beispielsweise als Pfeifen, Klingeln, Rauschen, Brummen oder Sägen. Tinnitus kann so schwer ausfallen, dass er die Betroffenen in ihrer Lebensqualität einschränkt. Des Weiteren kann es zu anderen gesundheitlichen Problemen kommen. Ein gestörtes seelisches Gleichgewicht verstärkt die Symptomatik unter Umständen weiter. Es kommt zu einem Teufelskreis. Eine Tinnitus-Behandlung weist umso größere Erfolgschancen auf, je früher sie beginnt.

Lange diskutierten Experten vorwiegend die Durchblutungs-Genese des akuten Tinnitus. Die jüngere Forschung beschreibt die Entstehung von Tinnitus als zentrales Phänomen mit peripherem Trigger (d.h. akutem Hörverlust). Dabei kommt es zu krankhaften Anpassungsphänomen in speziellen für die Hörverarbeitung zuständigen Gehirnregionen. Der Mensch „lernt“ den Tinnitus und ist aus dem Grund in der Lage, ihn wieder zu „verlernen”. Moderne Therapien zielen darauf ab, den krankhaften Lernvorgang rückgängig zu machen.

Typische Auslöer von Tinnitus

  • Hörsturz
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule
  • Lärmschäden und Knalltraumata (vor allem nach Silvesterböllern, heftigen Ohrfeigen, hohen Geräuschpegeln am Arbeitsplatz, Explosionen, Schüssen, Kinderspielzeug)
  • Durchblutungsstörungen
  • Kieferfehlstellungen, schlecht sitzende Zahnfüllungen, nächtliches Zähneknirschen
  • Morbus Menière (anfallsweiser Drehschwindel kombiniert mit Erbrechen, zunehmender Schwerhörigkeit und Tinnitus)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Diabetes mellitus
  • Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Medikamente (bestimmte Antibiotika, einige Diuretika, Chemotherapeutika, bestimmte Malariamittel, Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin))
  • Stress
  • Gehörgangsverstopfung durch Ohrenschmalz
  • falsches Verwenden von Ohrstäbchen
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