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Stressfolge Tinnitus: Magnesium und Entspannung schützen Sie vor Ohrinfarkten

Stress ist keine Erscheinung der Neuzeit. Er schützte schon die Steinzeitmenschen und brachte sie dazu, vor Gefahren wegzulaufen. In unserer Zeit aber verwandelte sich die lebensrettende Ausschüttung von Stresshormonen in eine große Gesundheitsgefahr. Und nicht nur für Ihr Herz sondern auch für Ihre Ohren! …

Tinnitus© Zerbor - Fotolia

Stress ist gut: Dadurch wird der Körper zu Höchstleistungen angespornt. So die weit verbreitete Meinung. Das stimmt in gewisser Weise – aber Stress schädigt auch Ihre Gefäße. Cortisol, das Stresshormon, das Sie messen lassen können, ist nicht die einzige Körperreaktion. In Ihrem Körper entstehen auch so genannte „Advanced Glycation Protein Endproducts“. Auf Deutsch klingt dieser Name nicht viel besser, da heißen sie „nicht enzymatisch glykierte Endprodukte“, abgekürzt AGE. Sie bilden sich immer dann, wenn in Ihrem Körper Blutzucker, der bei Stress erhöht wird, und Eiweiß miteinander reagieren. Die AGEs sind eine sehr klebrige Masse, die nichts anderes tut, als sich an den Wänden Ihrer Gefäße abzusetzen. Hier gehen sie mit den dortigen Zellen eine dichte Verbindung ein. Nach und nach wächst diese klebrige Schicht immer weiter, sie schädigt das Gewebe und zerstört die Zellen.

Impotent und herzkrank – Stress ruiniert Ihre Gesundheit

Die Folgen sind das, was wir allgemein unter dem Begriff „Zivilisationskrankheiten“ kennen:

  • Diabetes
  • hoher Blutdruck
  • Nierenversagen
  • Arteriosklerose
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Impotenz

Stress kann Sie also im wahrsten Sinne des Wortes krank machen:

  • Cortisol zerstört auf Dauer die Funktion Ihres Immunsystems.
  • Stresshormone vernichten Teile Ihrer Gehirnzellen. Erste, noch harmlose Folgen sind Konzentrationsschwächen. Auf Dauer kommt es zu Demenzerkrankungen.
  • Dauerstress führt aber auch dazu, dass irgendwann die Cortisolausschüttung zurückgefahren wird. Was auf den ersten Blick so positiv klingt, ist in Wirklichkeit eine große Gefahr: Sie nehmen Stress nicht mehr als solchen wahr, und manövrieren sich nach und nach in ein Burn-out-Syndrom hinein.

Stress belastet auch Ihre Ohren

Eine typische Stresskrankheit ist der Hörsturz, im Grunde nichts anderes als ein Infarkt im Ohr. Ursprünglich dauerhaftem Lärm zugeordnet, wissen wir heute, dass die Auslöser für einen Hörsturz meist in dauerhaftem Stress zu suchen sind. Schuld ist wieder das Cortisol. Es verengt langfristig Ihre Blutgefäße und sorgt so dafür, dass das Blut nicht mehr richtig fließen kann. Das Blut verdichtet sich und pappt zusammen. So verschließt es dann auch die Gefäße im Innenohr. Sie erleiden einen Hörsturz. Die Folge: Sie hören plötzlich alles nur noch wie durch Watte. Wenn Sie in dieser Situation nicht schnell zum Arzt gehen, kann Ihnen ein dauerhafter Gehörverlust drohen.

Tinnitus – die geräuschvolle Folge des Hörsturzes

Manchmal wird der Hörsturz noch von einem Geräusch begleitet: dem Tinnitus. Das sind sehr unangenehme Ohrgeräusche, die auch allein auftreten können. Vom Fiepen über Brummen bis hin zum Klingeln reicht die Variante der Töne, die Betroffene wahrnehmen. Selbst die Dauer der Töne ist verschieden: Manche Menschen hören sie ständig, andere nehmen sie nur dann wahr, wenn sie wieder unter Stress stehen. Die Folgen aber sind immer gleich:

  • Sie können sich nicht mehr ausreichend konzentrieren, weil Sie immer auf die Töne im Ohr achten.
  • Sie werden reizbar und aggressiv.
  • Sie leiden unter Schlafstörungen.

Dem Tinnitus keine Chance – mit dem Salz der innere Ruhe

Es gibt ein ganz einfaches Mittel, den Tinnitus zu verhindern: Nehmen Sie Magnesium. Gerade wenn Sie unter Stress stehen, sollte die Einnahme von Magnesium bei Ihnen Pflicht sein. Magnesium bezeichnet man auch als Salz der inneren Ruhe, was Sie in diesem Fall wörtlich nehmen können. Es hat nämlich eine wunderbare Eigenschaft, die dem Cortisol die Handlungsfähigkeit nimmt: Es entspannt Ihre Muskeln, dadurch weitet es Ihre Blutgefäße. Demzufolge können sich am Ohr gar keine Blutgerinnsel bilden, die die Ohrgeräusche verursachen. Wenn Ihr Magnesiumspiegel im Blut über 1 mmol/l liegt (das können Sie durch eine Blutuntersuchung messen lassen), sind Sie wirksam vor Tinnitus geschützt.

Auch in den ersten Wochen nach Auftreten des Tinnitus hat sich Magnesium als hervorragende Therapie erwiesen. Nehmen Sie dann hohe Dosen Magnesium vor dem Schlafengehen ein. Bis zu 600 mg Magnesium täglich sollten es sein.

Eine Geräuschtherapie blendet die Töne im Ohr aus

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Tinnitus zu behandeln. Üblich ist eine Infusion, die die Blutgefäße wieder dehnt und damit die Fließeigenschaften des Blutes wiederherstellt. Eine Alternative dazu ist eine Überdruckbehandlung mit Sauerstoff. Auch sie regt die Durchblutung im Ohr wieder an. Beide Behandlungen kann ein Hals-Nasen-Ohrenarzt durchführen. Die Erfolgsaussichten sind bei einem frischen Tinnitus sehr gut.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Tinnitus, der schon länger besteht, sind dagegen:

  • Ein so genannter Tinnitusmasker. Es handelt sich um ein Gerät, das ins Ohr eingesetzt wird, vergleichbar mit einem Hörgerät. Im Unterschied dazu hat es aber kein Mikrofon, sondern einen kleinen Lautsprecher. Dieser Masker erzeugt ein Geräusch, ein Breitbandrauschen. Im Gegensatz zum Tinnitus wird dieses Rauschen vom Gehirn aber nicht als störend, sondern als sehr angenehm empfunden. Der Tinnitus wird so überdeckt. Der Tinnitusmasker hilft leider nur bei bestimmten Tinnitusgeräuschen. Das Entscheidende: Die Geräusche müssen sich übertönen lassen, was leider nicht bei jedem Tinnitus der Fall ist. Ob eine solche Therapie für Sie in Frage kommt, muss individuell ausprobiert werden.
  • Die Tinnitus-Retraining-Therapie: Während dieser Therapie soll Ihr Gehirn erkennen, dass es sich beim Tinnitus um Geräusche handelt, die es verdrängen oder ganz ignorieren soll. Dazu folgt nach einer gründlichen Untersuchung eine Entspannungstherapie, bei der Sie spezielle Übungen lernen, mit denen Sie abschalten. Zudem bekommen Sie ein kleines Gerät, den so genannten Sanus-Noiser, den Sie mehrere Stunden am Tag im Ohr tragen. Auch er erzeugt ein Rauschen, aber im Gegensatz zum Masker übertönt es nicht den Tinnitus, sondern bleibt im Hintergrund. Durch diese zwei Geräusche in Ihrem Ohr lernen Sie, sich auf andere Geräusche zu konzentrieren.
  • Es gibt erfolgreiche Versuche, den Tinnitus durch eine Gehirnstimulation zu bekämpfen. Sie eignet sich aber nur, wenn der Tinnitus schon „chronisch“ geworden ist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es hilfreich sein kann, bestimmte Nervenzellen im Gehirn mit einem Magnetfeld zu blockieren, so dass der Tinnitus nicht mehr „weitergeleitet“ werden kann.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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