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Grundlagenwissen zum Thema Tinnitus

Wieder können Sie nicht einschlafen, weil dieses störende, klingelnde Geräusch in Ihren Ohren Sie davon abhält. Tagsüber beeinträchtigt es Sie weniger, aber in der nächtlichen Ruhe empfinden Sie das Geräusch als besonders störend.

Vermutlich gehören Sie zu den 3 Millionen Deutschen, die nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga an Tinnitus, also störenden Ohrgeräuschen oder Geräuschen im Kopfinneren, leiden. 18,77 Millionen Menschen in Deutschland hatten mindestens einmal ein Ohrgeräusch. 1,5 Millionen empfinden eine mittelschwere bis unerträgliche Belastung durch den Tinnitus und gelten als behandlungsbedürftig. Über 44 Prozent der Menschen mit chronischem Ohrgeräusch leiden unter einer ausgeprägten Lärmempfindlichkei. Bei 52 Prozent der Patienten mit chronischem Tinnitus ist die Hörleistung gemindert.

Was ist ein Tinnitus?

Ein Tinnitus zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen rein subjektiv Geräusche wahrnehmen, die nicht von externen Quellen erzeugt werden. Die Patienten beschreiben die Geräusche als Klingeln, Summen, Heulen, Pfeifen oder Zischen. Die Betroffenen hören sie in einem oder beiden Ohren oder mitten im Kopf. Tinnitus hat viele verschiedene medizinische Ursachen.

Die Geräusche können lediglich störend sein oder aber so laut, dass Sie sich nicht mehr konzentrieren oder nicht mehr richtig hören können. Die meisten betroffenen Menschen machen die Erfahrung, dass sich durch die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen oder durch den richtigen Umgang mit Tinnitus die Symptome mit der Zeit verbessern.

Die menschliche Soundfabrik

In Ihrem Innenohr halten Tausende von Hörzellen ein elektrisches Signal aufrecht. Mikroskopisch kleine Sinneshaare bilden einen Haarsaum auf der Oberfläche jeder Hörzelle. Bei voller Funktionsfähigkeit bewegen Schallwellen, die das Ohr wahrnimmt, diese Sinneshaare. Die Stärkte der Bewegung hängt vom Druck der Schallwellen ab. Die Bewegung der Härchen löst ein elektrisches Signal aus. Die Hörzellen übertragen dieses auf die Nervenfasern, die jede einzelne Zelle umgeben. Ihr Gehirn interpretiert diese Signale des Hörnervs als Geräusch.

Wenn die Haare gebogen oder abgebrochen sind, kann es sein, dass sie sich in einem Zustand der Dauererregung zufällig bewegen. Das veranlasst die Hörzellen dazu, wahllos elektrische Impulse als Geräuschmeldung ans Gehirn weiterzuleiten. Die Hörzellen im Innenohr nehmen häufig durch Lärm Schaden. 90 Prozent der Menschen mit einem Tinnitus leiden an einer Form des geräusch-induzierten oder altersbedingten Hörverlustes.

Viele mögliche Ursachen

Darüber hinaus verursacht die Einnahme bestimmter Medikamente über einen längeren Zeitraum unter Umständen einen Tinnitus. Zu diesen Medikamenten zählen neben Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®) in höheren Dosen über 200 weitere verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Häufig verschwinden die Geräusche, wenn Sie mit der Einnahme der Medikamente aufhören. Eine Versteifung der Knochen in Ihrem Mittelohr (Otosklerose) oder eine Verletzung des Kopfes oder des Nackens verursachen eventuell ebenfalls einen Tinnitus. Die genauen Ursachen für Tinnitus sind nicht bekannt.

Befreien Sie sich von lästigen Ohrgeräuschen

Ohrenklingeln bzw. -sausen (Tinnitus) ist in der Regel mit einer Hörminderung oder einem Innenohrschaden durch extrem starke Lärmbelastung verknüpft. Lassen Sie sich nicht von Produkten, die eine Heilung versprechen, in die Irre führen. Viele Heilungsmethoden hören sich in der Tat gut an. Stattdessen empfiehlt es sich, mit Ihrem Arzt über mögliche Wege zur Bewältigung der irritierenden Tinnitusgeräusche zu sprechen. Zu diesen Techniken gehören:

  • Meiden möglicher Irritationen – Tinnitus verstärkt sich durch laute Geräusche, Nikotin, Koffein, Tonic Water (chininhaltige Getränke), Alkohol und hohe Aspirindosen.
  • Überdecken von Geräuschen – In einer ruhigen Umgebung überdecken ein Ventilator, leise Musik oder ein leises Radio die Tinnitusgeräusche. Bei einigen wenigen Personen helfen spezielle Tinnitusgeräte, die wie ein Hörgerät aussehen und ein angenehmes Geräusch erzeugen.
  • Tragen eines Hörgeräts – Hörgeräte geben Außengeräusche verstärkt wieder und machen dadurch die Tinnitusgeräusche möglicherweise weniger störend.
  • Stressbewältigung – Stress verstärkt Tinnitus. Stressbewältigung durch Entspannungstherapie, Sport oder Biofeedbackmethoden bringt Erleichterung.

Hilfe bei Tinnitus

Wenn die Ursache bei Stress und Überforderung liegt, dann kann das homöopathische Mittel Lycopodium Ihnen helfen.

Adressen von Tinnitus-Therapeuten und Spezialkliniken sowie Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe erfahren Sie bei:

  • Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Hittorfstr. 7, 53129 Bonn, Tel: 0228 / 23 17 70, Fax: 0228 / 23 93 85 www.hno.org
  • Deutsche Tinnitus-Liga e.V. (DTL). Am Lohsiepen 18, 42369 Wuppertal, Tel: 0202 / 24 65 20, Fax: 0202 / 24 65 220
  • Deutsche Gesellschaft für Tinnitustherapie e.V. Lindenstr. 34, 32816 Schieder-Schwalenberg, Tel. 05233 / 99 29 7, www.tinnitus-wichtig.de
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