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Schwerhörigkeit: Tipps für eine gute Kommunikation

Lässt Ihr Gehör nach, sollten Sie das auf keinen Fall ignorieren. Vielleicht hoffen Sie, dass es sich von selbst wieder bessert, doch das funktioniert meist nicht. Stattdessen schwächen Sie Ihr Selbstvertrauen und das verunsichert Sie im Kontakt mit anderen Menschen. Möglicherweise ziehen Sie sich mit der Zeit sogar ganz von Ihrer Familie und Ihren Freunden zurück.

Gestehen Sie sich Ihre Schwerhörigkeit ein!

Sobald Sie ihr nachlassendes Hörvermögen als wirkliches Problem erachten, sind Sie bereit, über Lösungen nachzudenken und um Hilfe zu bitten. Sie werden lernen, mit den Schwierigkeiten, die durch schlechtes Hören entstehen, besser zu leben. Das ermöglicht Ihnen, aktiv zu bleiben sowie den Kontakt mit Familie und Freunden zu halten. Vielleicht machen Sie auch die Erfahrung, dass sich neue Wege öffnen und Beziehungen intensivieren, die Sie aufgrund der zunehmenden Schwerhörigkeit vernachlässigt haben.

Denken Sie daran: Um ihr Gegenüber zu verstehen, müssen Sie nicht jeden einzelnen Ton hören. Oft könnenvisuelle Informationen als Unterstützung ausreichen.

Sagen Sie klar, was Sie brauchen

Gute Kommunikation erfordert Klarheit und dazu müssen Sie deutlich machen, was Sie brauchen. Sagen Sie Ihrem Gegenüber, was Ihnen hilft, um aktiv am Gespräch teilzunehmen. Dabei geht es nicht darum, die Bedürfnisse der anderen Menschen zu „überhören“. Vielmehr sollen Sie lernen, für sich selbst einzustehen.

  • Informieren Sie Ihr Gegenüber über Ihre Probleme beim Hören. Auf diese Weise wird Ihr Verhalten nicht falsch gedeutet, beispielsweise als distanziert oder vergesslich.
  • Tun Sie alles, um die Verständigung zu verbessern. Scheuen Sie sich nicht, Hörgeräte oder andere technische Hilfsmittel zu nutzen.
  • Sagen Sie klar und deutlich, was für Sie gut ist. Bitten Sie Ihren Gesprächspartner zum Beispiel, langsamer zu reden, Sie beim Sprechen anzusehen, die Hand vom Gesicht zu nehmen oder auch schon mal etwas zu wiederholen.
  • Sind Sie müde, erlauben Sie sich höflich aber bestimmt eine kurze Gesprächspause.

Gestalten Sie Ihre Umgebung

Mit etwas Übung lernen Sie schnell, was Sie ganz konkret tun können, um besser zu hören.

  • Suchen Sie immer die Nähe zu dem, was Sie gerade hören wollen. Schieben Sie Ihren Stuhl zum Beispiel zum Fernseher hin oder rücken Sie ihn an ihren Gesprächspartner heran. Bei der Wahl Ihres Sitzplatzes ist die Regel „minimale Distanz bei maximaler Sicht“ zu berücksichtigen.
  • Meiden Sie störende Geräusche. Wählen Sie zum Beispiel den Tisch im Restaurant so, dass Sie weit genug von der Küche oder Theke entfernt und mit dem Rücken zur Wand sitzen. Dabei sollten Sie Ihr Gegenüber gut im Blick haben, denn nur so erfassen Sie möglichst viele nonverbale Informationen wie Kopfbewegungen oder den Gesichtsausdruck.
  • Planen Sie Ihre sozialen Aktivitäten im Voraus. Bevor Sie eine größere Veranstaltung besuchen, klären Sie am besten vorher, ob es dort eine elektrische Höranlage gibt. Wenn ja, sollten Sie rechtzeitig kommen, um sich mit den Hilfsmitteln der Anlage vertraut zu machen und sich einen geeigneten Platz auszusuchen.
  • Gestalten Sie ihre Umgebung schallarm. Vermeiden Sie harte Oberflächen, die den Schall reflektieren und so die Kommunikation erschweren. Teppiche, Vorhänge sowie andere schallabsorbierende Materialien reduzieren zusätzliche Störgeräusche und erleichtern Ihnen so das Hören.

Nutzen Sie visuelle Informationen

Beobachten Sie Ihren Gesprächspartner beim Sprechen und lernen Sie, das Gesprochene an den Lippen- und Zungenbewegungen, am Unterkiefer sowie an den Augen und -brauen zu erkennen. „Lesen“ Sie auch den Gesichtsausdruck, die Gesten und die Körperhaltung Ihres Gegenübers. Diese visuellen Schlüsselinformationen (Lippenlesen) helfen Ihnen, besser zu verstehen, was gesagt wird.

Das müssen Sie regelmäßig üben, indem Sie sich im Gespräch zunächst darauf konzentrieren. Auch wenn Sie nicht jedes Wort verstehen oder ablesen können, wird ihnen diese Technik mit der Zeit und etwas Geduld helfen, einem Gespräch leichter zu folgen. Und das fördert langfristig ihr Selbstvertrauen. Noch ein Tipp: Konzentrieren Sie sich immer auf die Kernbotschaft. Wenn Sie doch den Faden verlieren, bitten Sie ihren Gesprächspartner, langsamer zu sprechen oder einen Satz zu wiederholen.

Keine Angst vor Technik!

Um trotz eingeschränkten Hörvermögens gut zu kommunizieren, stehen Ihnen heute modernste Technologien zur Verfügung. Zum Beispiel beim Fernsehen oder Radio: Hier gibt es Hilfssysteme, die spezielle Transmitter nutzen. Sie verwandeln den Ton ihres Fernsehers oder Radios über Funk (Fm-Anlage) oder infrarotes Licht in ein Signal, das ein spezieller Empfänger aufnimmt. Diesen Empfänger tragen Sie ähnlich wie einen Kopfhörer. Manche Anlagen sind sogar mit einem mobilen Hörgerät oder einem Cochlea-Implantat kombinierbar.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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