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Sinusitis: Behandlung

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) behandelt man im Normalfall durch Wiederherstellung des Schleimabflusses, Linderung der Schmerzen und Beseitigung oder Begrenzung der Entzündung.

Abschwellende Mittel empfehlen sich für den besseren Abfluss. Die Einnahme freiverkäuflicher Schmerzmittel kann zu einer Linderung von Schmerzen in Kopf und Gesicht beitragen, hervorgerufen durch die Entzündung der Nasennebenhöhle. Ärzte verschreiben in vielen Fällen Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien, die die Entzündung verursachen.

Bei chronischen Entzündungen

Bei chronischen Symptome führt der behandelnde Arzt eventuell eine Endoskopie der Nasengänge und der Nasennebenhöhlenöffnungen durch. Er betäubt die Nase örtlich und führt einen dünnen, beweglichen, beleuchteten Schlauch ein. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich im Allgemeinen schwieriger behandeln. Der Arzt verschreibt unter Umständen ein Breitspektrumantibiotikum zum Abtöten mehrerer Sorten von Bakterien. Die Behandlung dauert gegebenenfalls länger an.

Generell heilen Antibiotika die chronische Nasennebenhöhlenentzündung nicht, besonders wenn diese durch eine Abflussbehinderung in der Nase oder der Nasennebenhöhle bedingt ist. Abschwellende Mittel helfen auch nicht immer bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Der Arzt kann darüber hinaus schleimlösende Mittel verordnen. Diese Medikamente verdünnen den Schleim und erleichtern deren Abfluss sogar bei Verstopfung oder Schwellung der Nasennebenhöhlenöffnungen. In manchen Fällen erhalten Patienten steroidhaltige Nasensprays zur Minderung der chronischen Entzündung. Das Spülen der Nasengänge mit einer milden Salzlösung kann des Weiteren hilfreich sein. Ebenfalls kann das Spülen mit antibiotischen oder antimykotischen (gegen Pilze) Lösungen von Nutzen sein.

Die „FESO”

Wenn die innere Behandlung nicht hilft, kommt ein chirurgischer Eingriff in Betracht. Die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESO) gilt als der häufigste chirurgische Eingriff bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung. Sie vergrößert die Öffnungen zwischen der Nase und den Nasennebenhöhle und verbessert damit den Abfluss. Bei diesem Eingriff „schleifen” spezielle Miniaturinstrumente Polypen ab und entfernen andere abnorme Gewebe. 80 bis 90 Prozent der mit FESO behandelten Patienten berichten über eine wesentliche Besserung.

Bei einer dentogenen Nasennebenhöhlenentzündung kommt es nur zu einer Heilung, wenn man den entzündeten Zahn entfernt oder entsprechend behandelt. Eine operative Behandlung der Kieferhöhle ist vielfach nicht zu umgehen. Dies gilt insbesondere, wenn es zu einer Kieferhöhlenöffnung bei der Zahnentfernung gekommen ist.

Ein heißer Brustwickel wirkt Wunder

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung unterstützen Sie Ihre Immunabwehr am besten mit einem heißen Brustwickel. Legen Sie ihn einmal täglich an, allerdings nur im fieberfreien Zustand und nicht bei Herzschwäche.

  • Feuchten Sie ein Baumwolltuch mit heißem Wasser an und drücken Sie es gut aus. Die Temperatur sollte gerade noch erträglich sein (mögliche Zusätze zum Wickelwasser: Ingwer, Senf oder Thymian).
  • Legen Sie das heiße Tuch auf die Brust. Wickeln Sie darum ein weiteres Baumwolltuch und als Wärmeisolierung ein Frottee- oder Wolltuch.
  • Lassen Sie den Wickel eine bis zwei Stunden wirken und legen Sie sich für diese Zeit ins Bett. Die „Schwitzkur“ unterstützen Sie, indem Sie eine Wärmflasche ans Fußende legen (eventuell zusätzlich jeweils eine weitere an die Seiten).
  • Trinken Sie zu Beginn zwei Tassen heißen Lindenblütentee und danach ein Glas kaltes Mineralwasser zur Anregung des Schwitzens.
  • Danach wechseln Sie die Wäsche und halten noch mindestens eine Stunde Bettruhe.

Neue Behandlung in der Erprobung

Wissenschaftler der Mayo Clinic untersuchen zurzeit einen neuen Ansatz, um die chronische Nasennebenhöhleninfektion zu behandeln. Dabei appliziert man antimykotische Medikamente direkt in die Nase und ihre Nebenhöhlen. Studien der Mayo Clinic zeigten, dass eine chronische Rhinosinusitis häufig eine Reaktion auf bestimmte Pilze (Mykos) darstellt. Diese Pilze kommen bei jedem Menschen im Nasenschleim vor. Sie rufen bei Patienten mit chronischer Nasennebenhöhleninfektion eine immunologische Reaktion hervor. Das Ergebnis ist die Ausschüttung eines giftigen Eiweißstoffes in den Nasenschleim. Obwohl dieses Protein die Pilze abtötet, leidet auch die Schleimhaut der Nebenhöhlen darunter, sodass diese empfindlicher für bakterielle Infektionen werden.

Typisch für eine chronische Rhinosinusitis sind Symptome wie verstopfte Nase, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinnes, Abtropfen von Nasenschleim in den Rachenraum, Niesen sowie Kopf- und Gesichtsschmerzen, die länger als drei Monate andauern. In einer Studie zeigten die Forscher der Mayo Clinic, dass die Verwendung des antimykotischen Medikaments Amphotericin B die Immunantwort des Körpers unterbricht und damit die Ausschüttung des giftigen Proteins herabsetzt. Dies vermeidet eine Beschädigung der Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen. 75 Prozent der Studienteilnehmer, die dieses Medikament erhielten, zeigten eine Verbesserung der Symptome. 35 Prozent waren völlig geheilt. Alle Patienten behandelte man mindestens drei Monate und manche bis zu 17 Monate. Das Antimykotikum spritzte man täglich zweimal in jedes Nasenloch.

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