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Antibiotika: Keine schnelle Hilfe bei entzündeten Nasennebenhöhlen

Antibiotika werden oft verordnet, wenn Sie unter einer Nasennebenhöhlenentzündung leiden. Gerade wenn diese durch Bakterien verursacht werden, scheinen Antibiotika die beste Wahl zu sein, um die Entzündung zu bekämpfen. In immerhin 90 Prozent aller Fälle greifen die Ärzte bei der so genannten Rhinosinusitis zum Rezeptblock und verordnen Antibiotika – übrigens ungehindert der Maßgabe, dass diese nur bei einem schweren Verlauf verschrieben werden sollen.

Die Wirksamkeit der Medikamente bei dieser Art der Erkrankung wird schon länger in Frage gestellt, nun ist es Forschern gelungen, nachzuweisen, dass es gar nicht nötig ist, bei Rhinosinusitis Antibiotika zu geben. Sie hatten über 160 Patienten untersucht, die unter akuter Nasennebenhöhlenentzündung litten. Nach Zufallsprinzip wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt.

Eine Gruppe erhielt zehn Tage lang dreimal täglich 500 Milligramm Amoxicillin, ein Antibiotikum. Die andere Gruppe bekam ein Scheinmedikament, das sich im Aussehen kaum vom Antibiotikum unterschied. Die Patienten wussten nicht, welcher Gruppe sie angehörten und durften zusätzlich nach persönlichem Ermessen fiebersenkende Mittel oder Nasenspray bzw. -tropfen verwenden.

Der Zustand der erkrankten Studienteilnehmer wurde während der Behandlung nach drei Tagen untersucht. Darüber hinaus mussten die Patienten während der Studiendauer dreimal einen Fragebogen ausfüllen: am dritten, am siebten und am zehnten Tag. Mit diesem Bogen wurden die Symptome abgefragt. Zudem konnten die Teilnehmer ihren Zustand und dessen Besserung eintragen.

Bei der Auswertung der Bögen stellten die Wissenschaftler fest, dass es weder zu Beginn noch am Ende der Behandlungsperiode Unterschiede im Wohlbefinden der Teilnehmer gab. Die Krankheitsdauer war gleich, es unterschieden sich auch Rückfallquote und Fehltage nicht. Es gab allerdings eine Differenz: am siebten Tag berichteten 76 Prozent derjenigen, die Antibiotika einnahmen, von einer geringen Besserung, in der Gruppe, die das Scheinmedikament erhielten, waren es nur 56 Prozent.

Die Forscher empfehlen daher, bei einer Erkältung (auch bei vorhandener Entzündung der Nasennebenhöhlen) erst einmal den Verlauf abzuwarten, bevor Antibiotika verschrieben werden. Erst wenn sich nach einiger Zeit keine Besserung einstelle, sollten diese verschrieben werden. Allerdings sollten sie das letzte Mittel bleiben.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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Alte Kommentare
  • Dorothea schrieb am 15.02.2012, 16:20 Uhr

    bei einer Nebenhöhlenentzündung nehme ich Sinusitis von Hevert wirkt ohne Nebenwirkungen.

  • Hedwig Raskob schrieb am 15.02.2012, 17:07 Uhr

    Sehr gut. Kamillerndampfbad hilft auch, und warm halten und sich schonen.

  • Heinz Rode schrieb am 15.02.2012, 23:58 Uhr

    wie die Mayo clinic berichtete, 90% der sinus infections nicht bakteriel.

    • seiwasser antwortete am 17.02.2012, 17:48 Uhr

      bei meiner nebenhöhlenentzündung hilf mir schon am 3 tag mit guter besserung das Gelomyrtol forte (pflanzlich) rezeptfrei.

    • Wolfram Eggert antwortete am 17.02.2012, 18:37 Uhr

      Sehr geehrte Frau Dr. Hahn-Hübner, meine Empfehlung zur Bekämpfung der Nebenhöhlenentzündung entspricht nicht der Schulmedizin, aber sie hilft umgehend. Keine Antibiotika und kein Vitamin C einnehmen. Dafür die MMS-Anwendung gem. Internet nachlesen und anwenden. Evtl.ist frühestens nach einigen Tagen ist alles erledigt. Gute Besserung. MfG Wolfram Eggert.