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So befreien Sie sich von einem hartnäckigen Husten

Viele, die unter einem quälenden Husten leiden, arrangieren sich damit oder sagen sich „Was von selbst kommt, geht auch wieder von selbst“. Machen Sie diesen Fehler bitte nicht! Obwohl hinter einem chronischen Husten (länger als sechs Wochen anhaltend) in den meisten Fällen keine ernsthafte Erkrankung steckt, kann er dennoch zu massiven Schlafstörungen führen und Ihre Lebensqualität stark einschränken. Mit der richtigen Therapie-Kombination kann chronischer Husten fast immer geheilt werden!

Weshalb husten wir eigentlich?

Akutes Husten befreit uns von Fremdpartikeln, die in die Atemwege eingedrungen sind. Doch ein anhaltender Husten ist ein Zeichen dafür, dass irgendetwas den Hustenreflex immer wieder und unnötigerweise auslöst. Die Auslöser sind nicht einfach zu diagnostizieren, zumal es häufig mehrere sind, und auch die Art des Hustens (trocken oder feucht) gibt dem Arzt nicht immer einen verlässlichen Hinweis auf dessen Ursache.

Diese Ursachen muss Ihr Arzt ausschließen

Wenn Ihr Hausarzt Ihren Husten nicht erfolgreich behandeln kann, lassen Sie sich an einen Lungenspezialisten überweisen. Diesem stehen zur Abklärung der Beschwerden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Wenn ein Verdacht auf Keuchhusten besteht, wird er einen Nasen- oder Rachenabstrich vornehmen.
  • Tuberkulose, eine Lungenentzündung oder ein Tumor lassen sich durch ein Röntgenbild der Lunge sowie durch einen Lungenfunktionstest abklären. Dabei atmen Sie in ein so genanntes Spirometer, das die Luftmenge und den Druck beim Ausatmen misst.
  • Auf dieselbe Weise können auch Asthma, Emphyseme oder chronische Bronchitis ausgeschlossen bzw. diagnostiziert werden.

In diesem Zusammenhang sollte auch daran gedacht werden, Nebenwirkungen von Arzneimitteln sowie andere zu Grunde liegende Erkrankungen als Ursache auszuschließen. So kann z.B. die Einnahme eines Angiotensinkonvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer) zur Senkung des Bluthochdrucks bei ca. 20 Prozent der Patienten einen chronischen Reizhusten auslösen, manchmal auch erst nach mehrmonatiger Einnahme. Wenn Sie von Ihrem Arzt z.B. Enalapril (Handelsname z.B. Enadura) oder Benazepril (Cibacen) verordnet bekommen haben und unter Hustenreiz leiden, bitten Sie ihn, einen anderen Wirkstoff, z.B. Irbesartan (Aprovel) oder Losartan (Lorzaar), zu verschreiben, die ebenso wirksam sind, aber nicht diese Nebenwirkungen hervorrufen.

Wenn Sie an einer anderen Erkrankung, z.B. Diabetes, leiden oder in letzter Zeit häufig unerklärlich müde sind und/oder einen Gewichtsverlust bemerken, müssen Sie Ihrem Arzt auch dies mitteilen.

Was verursacht Ihren Husten?

Wenn Ihr Husten nicht von einem der vorgenannten Auslöser hervorgerufen wird, stehen noch weitere Verdächtige auf der Liste, die Ihr Arzt mit Ihnen abklären sollte:

  • Allergien: Wenn der Husten saisonal auftritt, könnte eine Allergie der Auslöser sein. Oft helfen dann rezeptfreie Medikamente mit Wirkstoffen wie Pseudoephedrin (Rhinopront) oder verschreibungspflichtige Nasentropfen bzw. Dosieraerosole mit den Wirkstoffen Fluticason (Atemur) oder Budesonid (Budecort). Die Wirkung setzt allerdings meist erst nach zwei Wochen ein. Hinweis: Diese Medikamente sollten Sie nicht anwenden, wenn Sie unter Bluthochdruck leiden.
  • Nasennebenhöhlen-Entzündung: Diese ebenfalls sehr häufige Ursache eines chronischen Hustens kann Ihr Arzt mit Nasentropfen und Antibiotika behandeln. Auch Spülungen mit Salzlösung haben sich bewährt. In seltenen Fällen wird der Husten auch von Nasensekreten verursacht, die bei körperlicher Anstrengung, Sport, kaltem Wetter oder scharf gewürztem Essen vermehrt gebildet werden. Wer öfter damit zu tun hat, dem kann z.B. Ipratropium (Atrovent) als Nasentropfen helfen. Der Wirkstoff stoppt die Schleimsekretion. Hinweis: Nicht anwenden bei einem Glaukom oder bei einer vergrößerten Prostata.
  • Wässriger Schnupfen mit Sekretfluss in den Rachen: Wenn das Nasensekret, das normalerweise dünnflüssig ist und reizfrei den Rachen hinunterläuft, z.B. durch Schnupfen dickflüssiger und in großer Menge produziert wird, kann es einen lästigen, andauernden Hustenreiz verursachen.
  • Sodbrennen (Reflux): Das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre kann ebenfalls zu chronischem Husten führen. Bei manchen Betroffenen ist das sogar das erste und einzige Symptom eines Reflux. Reflux kann Ihr Arzt mit wirksamen Medikamenten stoppen, z.B. mit den Wirkstoffen Omeprazol (Antra) oder Esomeprazol (Nexium), die Sie etwa acht Wochen lang einnehmen müssen. Begleitend dazu sollten Sie auf Koffein sowie auf fette und saure Nahrungsmittel verzichten und Ihr Normalgewicht anstreben.
  • Asthma: Ist der Husten eine Begleiterscheinung asthmatischer Beschwerden, helfen Inhalationen mit Kortikosteroiden wie Budesonid (Budecort) oder Budesonid in Kombination mit Formoterol (Foradil). Asthma-Auslöser wie Staub, Zigarettenrauch oder Tierhaare und -schuppen meiden! Asthma-Husten kann auch als Nebenwirkung von Betablockern hervorgerufen werden.
  • Stimmband-Funktionsstörung: Eine oft übersehene Ursache des chronischen Hustens. Nach einem harmlosen Husten können die Stimmbänder durch die Überanstrengung wund und empfindlich sein, in schlimmen Fällen sogar anfallartig verkrampfen und sich teilweise verschließen. Das wiederum regt den Hustenreflex umso stärker an. Wenn Ihr Husten auch nach Behandlung gegen Reflux und Asthma nicht aufhören sollte, versuchen Sie, Ihre Stimmbänder zu schonen, indem Sie zwei Tage lang nicht sprechen, nicht willentlich husten oder sich räuspern. Sollte das nicht fruchten, suchen Sie einen Laryngologen (HNO-Arzt mit Zusatzqualifikation) auf, einen Arzt, der sich auf Erkrankungen des Kehlkopfs spezialisiert hat.

Was immer die Ursache Ihres chronischen Hustens ist: Bitten Sie Ihren Arzt, die Behandlung mit Unterstützung durch einen Logopäden oder Atemtherapeuten durchzuführen.

 

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Alte Kommentare
  • Sieglinde Weinert Guita schrieb am 05.10.2011, 19:05 Uhr

    Sehr geehrte Frau Hahn-Hübner, Ihr Artikel über Husten ist sehr interessant. Nur vermisse ich in Ihrer Ausführung, daß man auch prüfen sollte, ob der Husten keine psychische Ursache hat. Bei mir ist das nämlich meistens der Fall. Immer wenn ich etwas auf deutsch gesagt zum "kotzen finde, bekomme ich einen Reizhusten, der erst wieder aufhört, wenn das Problem aus der Welt ist. Liebe Grüße Sieglinde Weinert Guita

  • Kastner Franz schrieb am 07.10.2011, 17:05 Uhr

    Sg. Fr. Dr. Hahn-Hübner. Meiner Frau wurde wegen einem Karzinom der linke Lungenoberlappen entfernt. Sie lag 20 Tage auf der Intensivstation, die meiste Zeit davon wurde sie intubiert. Bei der OP, oder wegen dem Tubus, wurden die Stimmbänder "beleidigt". Sie hat seitdem eine schwache Stimme, sowie ständiges Kratzen im Kehlkopf. Ständiges Räuspern und leichtem Husten. Der Besuch einer Logopädin samt Atemübungen (verringertes Luftvolumen), hat seit April nicht wirklich geholfen. Liebe Grüße, F. Kastner.