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Chronischer Husten

Chronischer Husten ist in der Regel mit anderen Gesundheitsproblemen verbunden. Dies ergab eine Untersuchung der Universität Hull in England. An der ersten Stelle der physischen Probleme steht Müdigkeit mit über 72 Prozent. Noch stärker haben über 80 Prozent der von chronischem Husten betroffenen Menschen mit psychischen Problemen wie Frustration zu kämpfen.

Lungenkrankheiten verursachen unter Umständen chronischen Husten. Dazu gehören:

  • chronische Bronchitis, eine dauerhafte Entzündung der großen Atemwege (betrifft häufig Raucher)
  • chronische Lungeninfektionen, wie bei Tuberkulose
  • Bronchiektasien, eine Schädigung der Atemwege als Folge häufiger Infektionen
  • eosinophile Bronchitis, ein Zustand, der Asthma-ähnliche Symptome bei normaler Lungenfunktion hervorruft und gewöhnlich auf inhalierte Kortikosteroide anspricht

Häufige Ursachen

  • Postnasal-Drip-Syndrom – Dieser Zustand entsteht durch eine Überproduktion von Schleim, der langsam über Ihre Nase nach hinten in den Hals tropft. Obwohl man es manchmal kaum bemerkt, führt es unter Umständen zu einem entzündeten Hals mit Hustenreiz. Das Postnasal-Drip-Syndrom kann auch auf Allergien, Erkältung, Grippe oder Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) zurückzuführen sein. Es ist die häufigste Ursache von chronischem und weniger anhaltendem Husten, der kommt und geht.
  • Asthma – Asthma entzündet und verengt die Atemwege und löst häufig Husten aus. Dies passiert besonders während der Nacht, nach einer Anstrengung oder wenn Sie einer Chemikalie oder einem anderen Reizstoff (Allergen) ausgesetzt sind. Obwohl Keuchen ein verbreitetes Zeichen von Asthma ist, kann Husten das einzige Symptom sein. Diese Form nennt sich Hustenasthma. Kalte Witterung löst möglicherweise ebenfalls einen Hustenreiz bei einem Asthmatiker aus.
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) – Sodbrennen und saures Aufstoßen gelten ebenfalls als häufige Symptome dieser Erkrankung. Einige Menschen mit einer speziellen Form (Laryngopharyngealen Reflux, LPR) entwickeln stattdessen einen Husten. LPR gilt als Problem der oberen Speiseröhre, verbunden mit Heiserkeit, Husten und Räuspern, das sich bei aufrechter Haltung einstellt. Man behandelt es häufig mit Säure hemmenden Wirkstoffen. Bei GERD steigen Säure und Verdauungsenzyme des Magens in die Speiseröhre und bis zum Kehlkopf auf (Reflux). In schweren Fällen ziehen die Magensäfte sogar bis in die Lungen. Diese Substanzen reizen die Nerven in Ihren Atemwegen und lösen Husten aus. Husten und saurer Reflux münden manchmal in einen Teufelskreis, bei dem ein Problem das andere bedingt.
  • Entzündung der oberen Atemwege – Husten stellt ein bekanntes Zeichen für Erkältung oder Grippe dar, wobei meist das Postnasal-Drip-Syndrom zum Hustenreiz führt. Manchmal hält ein Husten über Wochen an, nachdem andere Symptome abklangen. In manchen Fällen gilt chronischer Husten nach einer anhaltenden Infektion als Zeichen für Keuchhusten (Pertussis) oder eine postinfektive Atemwegsreaktion.
  • ACE-Inhibitoren – Hemmstoffe des Angiotensin-Convertierenden Enzyms (ACE) sind Blutdruck senkende Medikamente. Eine ihrer Nebenwirkungen ist chronischer Husten, was bei 10 bis 20 Prozent der Patienten mit dieser Medikation auftritt.

Die Symptome

Lungenkrebs vermutet man bei Rauchern mit chronischem und plötzlich wechselndem Husten. Die Erkrankung produziert mehr Auswurf als üblich oder dauert länger als einen Monat nach dem Rauchstopp. Darüber hinaus gelten blutiger Husten oder Stimmänderungen als Symptome. Sind Sie Nichtraucher, empfiehlt sich eine Untersuchung auf Lungenkrebs, wenn Ihre Symptome sich verschlechtern, der Auswurf blutig ist oder Sie eine Stimmänderung wie verstärkte Heiserkeit bemerken.

Wann Sie mit einem Husten zum Arzt gehen sollten

Ein anhaltender Husten rechtfertig einen Besuch bei Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen ein bekanntes Risiko für Lungenerkrankungen vorliegt. Dazu gehören ehemaliger Lungenkrebs, chronisch verengte Atemwege oder wenn Sie in der Vergangenheit viel rauchten oder noch rauchen. Dies sind weitere Gründe, die einen Arztbesuch rechtfertigen:

  • Husten, der vier bis sechs Wochen dauert – Zu den vielen Ursachen eines nicht erklärbaren Hustens gehören ein nicht diagnostiziertes Asthma oder Sodbrennen (Aufstoßen von Magensäure). Darüber hinaus verursachen manche blutdrucksenkende Medikamente Husten. Besonders die (Inhibitoren) Hemmstoffe der Angiotensin-Konvertierenden Enzyme (ACE) fallen darunter, zum Beispiel Enalapril (Xanef®)und Lisinopril (Acerbon®).
  • Husten begleitet durch Fieber oder Kurzatmigkeit.
  • Ein Wechsel der Schleimfarbe – Blut im Schleim rechtfertigt sofortige ärztliche Hilfe, besonders wenn gleichzeitig Brustschmerzen auftreten. Gelber oder grüner Schleim weist unter Umständen auf eine Infektion hin und erfordert ärztliche Behandlung.

Des Weiteren gehen Sie zum Arzt, wenn sich ein langanhaltender Husten plötzlich ändert oder wenn er durch Verschlucken von zum Beispiel Nüssen oder Popcorn entsteht.

Unterschiedliche Arten der Behandlung

Leider gibt es keinen einfachen Test, mit dem man die Ursache des chronischen Hustens ermittelt. Das Auffinden der Ursache bedeutet, systematisch alle möglichen Probleme durch Untersuchen auszuschließen und verschiedene Behandlungen auszuprobieren. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und beinhaltet viele Arztbesuche. Dieser Ansatz kann frustrierend sein, aber in den meisten Fällen kommt dabei eine genaue Diagnose mit entsprechender Behandlung heraus.

Wenn Sie Nichtraucher sind, konzentriert sich Ihr Arzt aller Wahrscheinlichkeit nach auf die häufigsten Ursachen für chronisches Husten: Postnasal-Drip-Syndrom, Asthma oder Gastroösophageale Refluxkrankheit. Jedoch ist der Husten unter Umständen das einzige Symptom jeder dieser Erkrankungen. Darüber hinaus kommt es bei chronischem Husten häufiger vor, dass mehr als eine Ursache vorliegt. Sind Sie Raucher, so unterscheiden sich die Untersuchungen, weil Sie andere Risiken wie beispielsweise Krebs haben. Ihr Arzt beginnt mit einer Untersuchung von Ohren, Nase und Rachen. Gibt es keine klare Diagnose nach dem Ausschlussverfahren, beschränkt man die Behandlung auf eine Linderung der Symptome (Hustenreiz) oder Ihr Arzt überweist Sie zu einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten.

 

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