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So entstehen Tinnitus und Hörsturz

Durch einen akuten Sauerstoffmangel im Ohr können sich die winzigen Adern verkrampfen oder das Blut verdickt sich und fließt zu langsam. Die Kapillaren verstopfen. Die Haarzellen im so genannten Cortischen Organ werden geschädigt. Die Schallübertragung wird beeinträchtigt. Das führt zu Ohrgeräuschen (Tinnitus), einem Druckgefühl und stark gedämpftem Hören.

Bei einem Hörsturz macht sich zunächst meist nur ein merkwürdiger Druck im Ohr bemerkbar. Ganz so als würde ein Pfropfen Ohrenschmalz den Gehörgang verstopfen und das Hören erschweren. Starkes Ohrensausen, Pfeifgeräusche oder Schwindelgefühle stellen sich häufig ebenfalls  ein. Dann fällt das Gehör plötzlich aus. Die Theorie, dass ein Hörsturz ein Herzinfarkt des Ohres ist, gilt inzwischen als überholt. Alle bislang eingesetzten Behandlungen wie etwa die Infusionstherapie haben sich als mehr oder weniger nutzlos erwiesen. Ohrenärzte raten heute davon ab.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Als Notfall gilt der Hörsturz nicht mehr. Die Selbstheilungsrate ist sehr hoch. Fast immer verschwinden die Symptome innerhalb weniger Tage ganz von allein wieder. Natürlich ist trotzdem eine ärztliche Abklärung ratsam. Vor allem, wenn der Hörverlust massiv ist oder intensive Ohrgeräusche auftreten. Gute Ergebnisse werden dagegen mit der Gabe von Antioxidanzien und der Retraining-Therapie erzielt.

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Alte Kommentare
  • Elke Ringmann schrieb am 01.07.2010, 08:59 Uhr

    Ein akuter Sauerstoffmangel deutet auf einen schweren Nährstoffmangel, insbesondere von Mineralien darunter Eisen hin. Hier sollte schnellstmöglich gehandelt und mit der Supplementierung von Calc./Mag., Eisen, Zink und Selen begonnen werden. Zu achten ist dabei auf eine für den den Körper verwertbare Form. Es sollte viel stilles Wasser getrunken werden. Mit diesen Maßnahmen kann bereits deutlich Linderung erzielt werden.

  • Silvia Heiniger schrieb am 01.07.2010, 10:02 Uhr

    Sehr geehrte Frau Schneider Den Artikel über Gehörsturz und Tinnitus stimme ich mit Ihnen voll ein. Denn Infusiontherapie bringt wirklich absolut nicht viel, dies habe ich vor über 10 Jahren selbst erfahren müssen. Mich hatten viele Gehörstürze mein Leben erschwert, und schlussendlich wurde ich ganz gehörlos. NIemand konnte mir damals richtig genau erklären, an was und wieso das bei mir so war. Obwohl ich keine Discogängerin war, und keine laute Musik hörte. Glücklicherweise hab ich mich vor 10 Jahren zur Implantierung eines CI entschlossen, und höre heute wieder sehr gut. Arbeite auch wieder in der Öffentlichkeit. Meine Erfahrung auch mit Ginko brachte mir nicht viel. Ich habe eines gelernt, viel mehr bringt einem, Bewegung in der Natur und genügend Schlaf und genügend WASSER zu trinken. Heute höre ich was mir mein Körper signalisiert, und kann auch dann entsprechend darauf eingehen.

  • Hildegunde Amann schrieb am 02.07.2010, 13:30 Uhr

    Sehr geehrte Frau Schneider ich habe Ihren Artikel als sehr interessant empfungen, habe aber noch eine Frage: Was versteht man unter Retraining-Therapie? Für eine Email-Antwort bedanke ich mich schon heute. Mit freundlichen Grüßen Hildegunde Amann

  • Gabriele Becker schrieb am 20.07.2010, 17:42 Uhr

    Auch mir hat ihr Artikl gut gefallen. Ich hatte immer wieder Hörstürze und geblieben sind ein Tinnitus und starker Schwindel, der mich manchmal völlig lahmlegt. Es wäre interessant zu erfahren, was man im akuten Fall gegen diesen unsäglichen Schwindel machen kann. Dies könnte sicherlich auch für andere Hörsturz-Geschädigte von Interesse sein. Vielen Dank im Voraus. Liebe Grüße Gabriele Becker