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Hörsturz - erfahren Sie alles über die Symptome und Behandlung

Der Hörsturz bezeichnet eine idiopathische (ohne erkennbare Ursache) spontan auftretende Schallempfindungsstörung. Hierbei hört der Patient plötzlich auf einem Ohr (selten sind beide Ohren gleichzeitig betroffen) lediglich eingeschränkt.

Dabei reichen die Beschwerden von leichten Einschränkungen bis hin zu völliger Taubheit. Ein Hörsturz ritt zudem häufig gemeinsam mit einem dumpfen Gefühl im Innenohr, Ohrgeräuschen und Schwindel auf.

Die Symptome

Die folgenden Anzeichen dauern allenfalls wenige Minuten und wiederholen sich häufig:

  • plötzliches Summen, Pfeifen oder Fiepen im Ohr
  • kaum wahrnehmbare Hörminderung, oft nur für bestimmte Tonhöhen
  • Hören von doppelten Tönen (Diplakusis): auf dem gesunden Ohr normal, auf dem kranken höher oder tiefer
  • pelzige Empfindungen im hinteren Wangenbereich
  • leichte Druck- oder Wattegefühle im Ohr („Zufallen“)
  • einseitige angespannte Wangen- oder Kiefermuskulatur

Als Erste-Hilfe-Maßnahme lösen Sie zehn Tabletten homöopathisches Magnesium phosphoricum D 6 (Schüssler-Salz Nr. 7 aus der Apotheke, 80 Tbl. 3,29 €) in einem halben Glas heißem Wasser auf. Trinken Sie diese schluckweise. Die „heiße 7“ entkrampft die glatte Muskulatur der feinen Blutgefäße im Ohr sofort.

Möglichkeiten der Diagnose

Insbesondere zwei Gruppen erwiesen sich als besonders gefährdet: Stark gestresste Menschen sowie solche, deren Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle erhöht ist. Dazu gehören Übergewichtige, Raucher, Menschen mit Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel. Die genauen Ursachen eines Hörsturzes sind bisher nicht befriedigend geklärt.

Dennoch geht die Allgemeinheit davon aus, dass es sich um eine Durchblutungsstörung des Innenohrs handelt. Neben Durchblutungsstörungen vermutet man andere Ursachen wie chronischen Entzündungen des Innenohrs, Autoimmunerkrankungen, Störungen der Halswirbelsäule sowie Tumoren im Kopfbereich.

Der Arzt stellt die Diagnose nach gründlicher Anamnese mit Hilfe verschiedener Diagnoseverfahren, wobei er zuerst andere Erkrankungen ausschließt. Er behandelt einen Hörsturz in der Regel durch die Gabe durchblutungsfördernder Mittel in Kombination mit abschwellenden, entzündungshemmenden Präparaten.

Es handelt sich bei einem Hörsturz immer eine medizinische Notfallsituation. Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, damit er ohne Zeitverlust die Behandlung einleitet.

Ein Hörsturz kann viele Gründe haben

Störungen im Fettstoffwechsel, der die Blutfluss-Eigenschaften verändert, Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen sind nur einige Risikofaktoren für einen Hörsturz. Ausgelöst wird Hörsturz durch unterschiedliche Faktoren. Schuld sein können:

Stress: Ganz gleich, ob es sich um Probleme bei der Arbeit handelt oder um Krisen innerhalb der Familie, all dies schwächt Ihre Körperfunktionen. Gerade die Ohren sind besonders empfindliche Organe. Daher kommt es in solchen Situationen häufig zu einem Hörsturz.

Viren: Besonders Herpes-, Mumps-, Masern- oder Influenza-Viren stehen im Verdacht, einen Hörsturz auszulösen. Sie befallen Nerven, daher sind natürlich auch Hör- und Gesichtsnerven betroffen. Die Schädigung, die durch Viren an den Hörnerven ausgelöst wird, ist übrigens mit Lärmschäden vergleichbar.

Durchblutungsstörungen: Das Innenohr ist für Durchblutungsstörungen sehr anfällig. Es besitzt nur ein einziges Blutgefäß. Wenn hier die Blutversorgung auch nur für kurze Zeit verringert wird oder sich erhöht, ist die Energieversorgung im Innenohr nicht mehr dauerhaft gewährleistet. Die Haarzellen im Ohr bekommen nicht mehr genügend Sauerstoff und die Schwingungen der Töne werden nicht mehr ans Gehirn weitergeleitet.

Bakterielle Erkrankungen: Hierzu gehört unter anderem die Lyme-Borreliose, die von Zecken übertragen wird. Auch diese Bakterien können zum Hörsturz führen und Ohren schädigen.

Körperbedingte Hörstörungen: Dies sind unter anderem starker Blutdruckabfall oder Erkrankungen der Halswirbelsäule. Dann verringert sich der Blutfluss zum Ohr, die Durchblutung ist gestört, was dann zum Hörsturz führt.

Behandlung bei Hörsturz

Wenn Sie ein starkes Druckgefühl oder gar Ohrgeräusche wahrnehmen, kann das ein erstes Zeichen für einen Hörsturz sein. Sie sollten dann in jedem Fall einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Er wird genaue Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob es sich wirklich um einen Hörsturz handelt.

Nur wenn diese Diagnose schnell genug erfolgt, bestehen gute Chancen, den Hörsturz zu heilen. Je nach Schweregrad des Hörsturzes wird Ihr Arzt Sie unterschiedlich behandeln. Möglich ist:

eine Infusionstherapie: Hierbei erhalten Sie 14 Tage lang jeden Tag eine Infusion eines sogenannten Plasma-Expanders. Dieser sorgt dafür, dass das Blutvolumen in Ihren Gefäßen sich vergrößert und sich so das Blut verdünnt. Darüber hinaus erhalten Sie Medikamente, die die Durchblutung anregen.

das Verabreichen von Glukokortikoiden, zum Beispiel von Kortison: Diese Behandlung erfolgt zusätzlich zur Infusionstherapie, wenn Ihr Hörsturz durch eine virale Infektion ausgelöst worden ist. Auch wenn eine Immunerkrankung dahintersteckt, erhalten Sie ergänzend hohe Dosen dieser Medikamente.

die inotrope Therapie, bei der Ihnen durch eine Infusion ein hochdosiertes Lokalanästhetikum verabreicht wird. Dieses wird durch eine Infusion in Ihren Körper eingeführt.

Aufgrund der starken Nebenwirkungen, beispielsweise Krampfanfälle oder Atemlähmung, wird eine solche Therapie nur stationär im Krankenhaus durchgeführt. Sie hat sich aber bewährt, wenn sich zu Ihrem Hörsturz ein Tinnitus, also ein dauerhaftes Ohrgeräusch, hinzugesellt.

die hyperbare Sauerstofftherapie: Dabei liegen Sie in einer Druckkammer. Über eine Maske atmen Sie reinen Sauerstoff ein. So reichert sich der Sauerstoff in Blut und Gewebe an. Diese Therapie hat sich bei Patienten bewährt, bei denen andere Methoden erfolglos geblieben sind.

die H.E.L.P-Apherese: Dieses Verfahren ist noch relativ neu, aber recht aussichtsreich. Hierbei wird Ihr Blut außerhalb Ihres Körpers von den Stoffen gereinigt, die den Blutfluss verhindern können. Dazu gehören unter anderem Blutfette, aber auch Eiweißstoffe, die das Gerinnen des Bluts fördern.

Bisher gibt es nur rund 100 Kliniken in Deutschland, zum Beispiel in Kempten, die dieses Verfahren durchführen; auch werden die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen – Sie müssen sie selbst tragen. Ein weiterer Nachteil: Die Behandlung muss relativ schnell nach dem Eintreten des Hörsturzes erfolgen, sonst hat sie kaum noch Aussicht auf Erfolg.

Geben Sie dem Hörsturz keine Chance

Der Hörsturz ist keine Krankheit, die sich einer speziellen Risikogruppe zuordnen lässt. Immer mehr jüngere Menschen erkranken daran. Eines lässt sich zumindest eingrenzend sagen: oft trifft es gerade diejenigen, die besonders pflichtbewusst und perfektionistisch veranlagt sind. Betroffen sind Menschen, die unter Stress stehen. Hier müssen Sie ansetzen, wenn Sie einem Hörsturz vorbeugen wollen:

Schrauben Sie den Perfektionismus herunter: Natürlich ist es nicht einfach, das persönliche Engagement herunterzufahren, nicht mehr alles so genau zu nehmen. Aber es ist die wirksamste Methode, um sich vor einem Hörsturz zu schützen. Fangen Sie an, Aufgaben zu delegieren und an manchen Stellen auch einmal ein Auge zuzudrücken

Vermeiden Sie Stress: Lernen Sie eine Entspannungsmethode. Besonders geeignet sind Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung.

Senken Sie Ihre Blutfettwerte: Gerade die Blutfette sind es, die zusammenklumpen können und dann zu einem Hörsturz führen. Stellt Ihr Arzt bei einer Untersuchung erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte bei Ihnen fest, sollten Sie Ihre Ernährung umstellen. Verzichten Sie so weit wie möglich auf Fleisch.

Achten Sie darauf, dass Sie gesättigte Fettsäuren meiden, die vor allem in industriell verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind. Hierzu gehören Kekse, Margarine oder Hartkäse, aber auch Wurst und Fleisch. Verzehren Sie stattdessen viel Obst und Gemüse sowie zweimal pro Woche Seefisch, zum Beispiel Lachs, Forelle oder Tunfisch.

Bewegen Sie sich: Wenn Sie dreimal pro Woche ein rund 30-minütiges Ausdauertraining absolvieren, bauen Sie nicht nur Stresshormone ab. Sie senken dadurch auch Ihre Blutfettwerte und regen zusätzlich Ihr Herz-Kreislauf-System an.

Versorgen Sie sich ausreichend mit Magnesium: Es hält Ihre Gefäße elastisch. Zwischen 300 und 600 mg pro Tag sollten Sie einnehmen. Ich empfehle meinen Patienten ein Magnesiumpräparat, das ich speziell für sie herstelle. Sie können es in der Einhorn-Apotheke in Nürnberg unter der Telefonnummer 0911/22 67 15 bestellen.

Schlafen Sie ausreichend: Wenn Sie schlafen, kann sich Ihr Gehör regenerieren. Sie brauchen zwischen sieben und acht Stunden Schlaf – und das in jeder Nacht.

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