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Heiserkeit

Fast jeder war irgendwann im Leben heiser. In den meisten Fällen stellt dies nicht mehr als eine harmlose Reizung dar, die in ein paar Tagen verschwindet. Aber manchmal gilt die Heiserkeit als Symptom einer ernsteren Erkrankung, dem man sofort nachgehen sollte.

Störung der Stimmbänder

Heiserkeit entsteht durch eine Störung der normalen Funktion des Kehlkopfes (Larynx). Der Kehlkopf besteht aus Knorpel, Muskeln und Schleimhaut und befindet sich am Eingang zur Luftröhre (Trachea). Er enthält die Stimmbänder, die aus zwei Schleimhautfalten bestehen und Muskeln und Knorpel bedecken.

In der Regel öffnen und legen sich die geschmeidigen Stimmbänder glatt aneinander und formen durch ihre Bewegung und Schwingung angenehme Laute. Wenn Luft ungewollt zwischen den Stimmbändern entweicht, klingt die Stimme heiser.

Ursachen für Heiserkeit

  • Überbeanspruchung – Zu lautes und zu langes Sprechen oder Singen hat unter Umständen eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) zur Folge. Bei dieser Erkrankung sind die Stimmbänder gereizt oder entzündet. Sie schwellen an und die Stimme klingt heiser. Eine regelmäßige Überbeanspruchung ruft möglicherweise Geschwüre oder die Bildung von Knötchen hervor, die ebenfalls eine Heiserkeit mit sich bringen (Sängerknötchen).
  • Krankheit – Eine gewöhnliche Erkältung oder andere Atemwegserkrankungen verursachen eventuell eine Kehlkopfentzündung.
  • Polypen – Eine anhaltende oder exzessive Überbeanspruchung der Stimmbänder ruft unter Umständen Polypen an den Stimmbändern hervor. Dabei handelt es sich um kleine Wucherungen der Schleimhaut, die den normalen Bewegungsablauf der Stimmbänder stören und dadurch Heiserkeit erzeugen.
  • Rauchen – Das Rauchen verursacht möglicherweise eine chronische Entzündung der Stimmbänder und führt zu Krebswucherungen auf den Stimmbändern, die Heiserkeit hervorrufen. Aus diesem Grund sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Sie rauchen und an ständiger Heiserkeit leiden.
  • Sodbrennen (gastroösophagaler Reflux) – Wenn häufig Magensäure in die Speiseröhre und weiter in den Rachen aufsteigt, bilden sich Kontaktgeschwüre auf den Stimmbändern.
  • Alter – Mit zunehmendem Alter verlieren Ihre Stimmbänder an Spannung. Bei verminderter Spannung funktonieren die Stimmbänder nicht mehr so wie früher.
  • Stimmbandlähmung – Eine Verletzung zum Beispiel anlässlich einer Schilddrüsenoperation oder ein Druck auf den Nerven, der die Muskeln der Stimmbänder versorgt, verursacht eine Stimmbandlähmung.
  • Schilddrüsenvergrößerung – Bei einer erheblichen Schilddrüsenvergrößerung (Struma) entwickelt sich aus der Heiserkeit ein völliger Stimmverlust. Das gleiche gilt für Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoitis).

Wann suchen Sie einen Arzt auf?

In den meisten Fällen ist die Heiserkeit auf eine harmlose Atemwegsinfektion oder Reizung durch Überbeanspruchung zurückzuführen- Die Beschwerden klingen in wenigen Tagen ab. Wenn die Heiserkeit länger als zwei bis drei Wochen anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Eine sofortige ärztliche Untersuchung ist erforderlich, wenn zusätzlich zur Heiserkeit eines der folgenden Symptome auftritt: blutiger Auswurf beim Abhusten, Schwierigkeiten beim Schlucken, Atemnot sowie eine ungewöhnliche Schwellung oder Knoten am Hals. Zögern Sie es nicht hinaus. Heiserkeit gilt als potentielles Zeichen einer ernsten Erkrankung, unter anderem von Kehlkopfkrebs.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Bei einer Heiserkeit aufgrund einer Atemwegsinfektion genügt ein Ruhen der Stimme. Das ist zudem das Vorgehen der ersten Wahl bei Geschwüren durch Überbeanspruchung. Bilden sich durch aufsteigende Magensäure Kontaktgeschwüre, hilft die Behandlung des Sodbrennens.

Wenn Polypen die Ursache für die Heiserkeit darstellen, kommt eine operative Abtragung in Betracht. Oft empfiehlt der Arzt eine Stimmtherapie zur Vorbeugung gegen wiederkehrende Polypen. Wenn die Heiserkeit von einer Lockerung der Stimmbänder herrührt, kann man diese chirurgisch straffen.

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