MenüMenü

Grippesaison: Wann ist die beste Zeit für eine Impfung?

Zur Abwehr von Erkältung oder Grippe empfiehlt die alte Volksmedizin, mit Ziebeln gefüllte Socken zu tragen oder behaarte Mäuse zu küssen. Auch heute gibt es keinen Impfstoff gegen Erkältungen. Impfungen verhindern jedoch unter der Voraussetzung eines gezielten und vernünftigen Einsatzes in den meisten Fällen bedrohliche Grippeerkrankungen.

Der Winter kommt und mit ihm die ersten Meldungen über Grippefälle in Deutschland. Und wie jedes Jahr besteht Unsicherheit bezüglich der Impfung gegen diese Viruserkrankung. Wann ist die beste Zeit zum Impfen? Wie impft man? Wer sollte eine Imfpung erhalten? Gibt es Nebenwirkungen?

Was ist eine Grippe?

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich im Zuge einer durchschnittlichen Grippewelle jährlich 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung infizieren. Man muss die Grippe von dem harmlosen grippalen Infekt abgrenzen, der ähnliche Symptome in abgeschwächter Form zeigt.

Die Grippe gilt als hoch ansteckend und entsteht durch Viren, die die Menschen meist durch Tröpfcheninfektion (z. B. Sprechen, Husten, Niesen) übertragen. Das Virus schädigt die Schleimhaut der Atemwege und mindert die Abwehrkräfte. Dadurch kann es zu schweren lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung kommen. Meiden Sie aus dem Grund Massenversammlungen im Winter. Hier verbreiten sich die Viren besonders schnell.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Influenzaerkrankung kann auch Gesunde treffen. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Impfung generell für jeden. Wenn Sie zu einer der nachfolgenden Gruppen gehören oder mit ihnen näher verbunden sind, haben Sie einerhöhtes Risiko, eine ernsthafte Grippe mit allen Komplikationen zu bekommen:

  • Personen über 60 Jahre; mit ansteigendem Lebensalter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab
  • Bewohner von Kliniken, Heimen oder Dauerpflegeeinrichtungen
  • Erwachsene und Kinder mit chronischen Herz-, Nieren-, Lungen-und Bluterkrankungen sowie Diabetes oder Immunerkrankungen
  • Personen, die mit vielen anderen Menschen in Kontakt kommen (medizinisches Personal, Lehrer, Kindergärtner, Bus-/Taxifahrer etc.)

Wenn Sie einer dieser Risikogruppen angehören, sollten Sie eine jährliche Grippeschutzimpfung vornehmen. Jeder jährlich verabreichte Impfstoff enthält inaktivierte Formen von drei Virusstämmen (in der Regel zwei des Typs A und eine Form des B-Stammes). Forscher entwickeln diese Impfstoffe zur Bekämpfung der spezifischen Grippeviren, von denen man annimmt, dass sie im nachfolgenden Winter im Umlauf sind. Bei Anzeichen einer Grippeinfektion suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf. Dieser veranlasst bei positiver Diagnose eine Medikamententherapie mit einem Medikament innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn.

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Als Grippesaison bezeichnet man die Zeit von Dezember bis Anfang April. Dann sind die Schleimhäute aufgrund der Kälte und der trockenen Luft in geheizten Räumen überreizt und extrem anfällig. Grippepatienten sind einige Tage vor Ausbruch und für eine Woche anschließend ansteckend. Als bester Schutz empfielt sich eine Spritze zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Ihr Immunsystem ist dann während der Grippesaison am aktivsten. Auf keinen Fall sollten Sie die Impfung während der ersten drei Schwangerschaftsmonate oder bei einer Eierallergie durchführen.

Grippeimpfungen gelten als sicher. Die häufigste Nebenwirkung stellen Entzündungen an der Einstichstelle dar. Einige Menschen bekommen nach der Impfung leichtes Fieber, Unwohlsein oder Gliederschmerzen. Die Medikamente Amantadin und Rimantadin verkürzen die Dauer der durch den Virus-Typ A induzierten Grippeerkrankung, wenn man sie innerhalb der ersten zwei Tage nach Auftreten der Grippesymptome einnimmt. Die beiden Medikamente ersetzen jedoch keinesfalls die jährliche Grippeimpfung. Eine rechtzeitige Impfung gilt nach wie vor als die beste Lösung zur Grippeverhütung.

Schutzimpfung zur Vorbeugung

Mit einemgesunden Lebensstil stärken Sie Ihr Abwehrsystem und schützen es vor einer Erkältung. Aber dadurch verhindern Sie nicht die Ansteckung mit dem Grippevirus. Als beste Vorbeugung gilt die jährliche Schutzimpfung. In der Regel haben Sie 7 bis 14 Tage nach der Impfung eine ausreichende Antikörperkonzentration und damit einen ausreichenden Schutz. Da sich die Grippeviren aufgrund ihrer genetischen Variabilität häufig verändern, benötigen Sie jedes Jahr eine neue Impfung.

Mögliche Nebenwirkungen der Grippeimpfung:

  • Schwellung und Rötung an der Einstichstelle für ein bis zwei Tage
  • Kopfschmerzen
  • leichte Temperaturerhöhung
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • allergische Reaktionen (selten bei Personen mit Hühner-Eiweiß-Allergie)

Die Impfung löst keine Grippeerkrankung aus. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenversicherung. Da bundeslandabhängig unterschiedliche Regelungen bestehen, erkundigen Sie sich sicherheitshalber vorher bei Ihrem Arzt.

Fazit: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – und dann gegen Grippe impfen!

Schweinegrippe vs. Influenza

Wenn Sie über 60 Jahren alt sind, dann ist es wichtiger, sich gegen die saisonale Influenza zu impfen als gegen die Schweinegrippe. Der Grund ist, dass Personen über 60 Jahre ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Verläufe durch eine saisonale Grippe-Erkrankung aufweisen.

Die Impfung von gesunden Personen über 60 Jahre mit dem Impfstoff gegen die Neue Influenza erfolgt daher voraussichtlich aus Zeit- und Kapazitätsgründen erst nach anderen Personengruppen erfolgen, die stärker durch diese Virusvariante gefährdet sind.

Wer erhält die Impfung gegen Schweinegrippe?

Impfen kann sich jeder, der möchte. So viel zur Theorie. Die Impfung ist freiwillig und teilweise gibt es bei den Ärzten in Ballungszentren lange Wartelisten von Impfwilligen, für die aber noch kein Impfserum zur Verfügung steht. Menschen, die unter folgenden Krankheiten leiden, empfiehlt eine Impfung seitens der Bundesbehörden:

  • chronische Erkrankung der Atmungsorgane wie Asthma, COPD und chronische Bronchitis
  • chronische Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Nieren
  • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Multiple Sklerose
  • Angeborene oder erworbene Immundefekte mit T-zellulärer oder B-zellulärer Restfunktion
  • HIV-Infektion

Des Weiteren empfiehlt man die Impfung Schwangeren sowie Beschäftigten in Krankenhäusern, Arztpraxen und im Gesundheitsbereich, in Transportunternehmen, Polizeibehörden, Feuerwehr und Rettungsdiensten.

Vorsorge gegen Herzerkrankungen und Schlaganfälle

Eine jährliche Grippeimpfung reduziert Ihr Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Dies zeigte eine Studie vom April 2003, die im New England Journal of Medicine erschien. Die Studie schloss über 286.000 ältere Erwachsene ein. Während zweier Grippewellen der letzten Zeit zwischen Oktober und April verfolgten die Wissenschaftler, wer eine Grippeimpfung erhielt. Sie überwachten die Krankenhauseinweisungen der Teilnehmer. Wie sich herausstellte, reduzierte eine Grippeimpfung die Einweisung aufgrund einer Herzerkrankung um 19 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit einer Einweisung wegen eines Schlaganfalls sank bei dieser Gruppe um 20 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe ohne Grippeimpfung. Daneben reduzierte sich das Sterberisiko der Impfgruppe während der beiden Grippewellen um die Hälfte. Bislang ist nicht klar, warum die Grippeimpfung diese zusätzlichen Vorteile bietet. Die Wissenschaftler vermuten, dass Grippe und Lungenentzündung andere Krankheiten wie Herzinsuffizienz und -infarkt auslösen. Sie schädigen die Wände der Blutgefäße und stören dadurch den Blutfluss. Die Ärzte der Mayo Clinic werten die Studienergebnisse als weiteren Grund für die Teilnahme an der jährlichen Grippeimpfung.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten