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Grippe während der Schwangerschaft – Risiken, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung

Wenn Frauen ein Baby erwarten und an einer echten Grippe erkranken, ist der Verlauf oft schwerer als bei Nicht-Schwangeren. Zudem besteht die Gefahr dafür, dass das Kind Schäden davonträgt. Darum sollten schwangere Frauen, bei denen der Verdacht auf eine Grippe besteht, unbedingt einen Arzt kontaktieren. Er kann Sie am besten beraten, welche Medikamente Sie gegen Ihre Symptome einnehmen können und rechtzeitig eingreifen, falls der Verlauf der Krankheit gefährlich für Sie oder Ihr Baby wird. Nachfolgend erhalten Sie nützliche Informationen und Tipps zu den Risiken und Therapiemöglichkeiten bei einer Grippe in der Schwangerschaft. Zudem erfahren Sie, wie Sie der Influenza vorbeugen können.

Grippe während der Schwangerschaft© Adobe Stock

Influenza bei Schwangeren – Risiken für Mutter und Kind

Die Symptome einer Grippe treten immer sehr plötzlich und innerhalb von wenigen Stunden auf, während sich die Beschwerden bei einer harmlosen Erkältung eher schleichend entwickeln. Typische Anzeichen für die Influenza sind:

  • Schwere Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Schweißausbrüche
  • Frieren
  • Kopfschmerzen
  • Atembeschwerden
  • Trockener Husten
  • Halsschmerzen

Wenn Sie schwanger sind, hat Ihr Immunsystem besonders stark unter der Influenza zu leiden. Schließlich muss es nicht nur Sie vor den Krankheitserregern schützen, sondern auch Ihr Baby. Deshalb dauert der Genesungsprozess bei Schwangeren oft deutlich länger.

Auch wenn das Grippevirus nicht auf das ungeborene Baby übertragbar ist, zeigen verschiedene Studien, dass eine Grippe während der Schwangerschaft einen erheblich schwereren Verlauf haben kann. Es kommt häufiger zu Komplikationen wie Lungenentzündungen. Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsinformationen im Netz mbH (DeGiN) gibt an, dass Früh- und Totgeburten zu den möglichen Komplikationen bei einer Grippeinfektion während der Schwangerschaft gehören. Weitere Untersuchungen zeigen, dass die Virusinfektion der Mutter die Entwicklung des Babys beeinträchtigen kann. So ist beispielsweise das Risiko dafür erhöht, dass es später unter Autismus oder einer bipolaren Störung leidet. Dabei gilt: Je länger die Grippe bei schwangeren Frauen andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die genannten Risiken auftreten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Aus diesen Gründen ist ein Arztbesuch besonders wichtig, denn Ihr Hausarzt weiß am besten, wie die richtige Behandlung bei einer Grippe in der Schwangerschaft aussieht. Es gibt Fälle, in denen der Einsatz eines Antibiotikums notwendig ist. Einige Antibiotika sind auch für Schwangere zugelassen und verhältnismäßig nebenwirkungsarm. Viele gängige Grippemittel dürfen von Schwangeren aber nicht eingenommen werden und kommen nur in absoluten Ausnahmefällen zum Einsatz. Deshalb wird der Arzt bei einer Grippe zunächst versuchen, Ihre Symptome zu lindern und Ihnen Bettruhe verordnen.

Viele Hausmittel sind für Schwangere tabu

Generell eignen sich Hausmittel gerade während der Schwangerschaft gut, um auf natürlichem Wege die Grippesymptome zu lindern. Einige der typischen Hausmittel gegen Grippesymptome sind für Schwangere aber tabu. Ein heißes Erkältungsbad etwa ist im letzten Schwangerschaftsdrittel zu vermeiden, da das heiße Wasser den Kreislauf zu stark belasten und vorzeitige Wehen auslösen könnte. Auch von bestimmten ätherischen Ölen sollten Sie die Finger lassen, weil sie die Wehen fördern oder eine Regelblutung auslösen könnten. Zudem hat laut diesem Artikel von familie.de auch Ingwer eine wehenfördernde Wirkung. Besondere Vorsicht gilt außerdem bei folgenden Heilpflanzen:

  • Salbei
  • Ginseng
  • Rosmarin
  • Süßholzwurzel
  • Thymian
  • Pfefferminze

Manche Hausmittel sind nur am Anfang der Schwangerschaft gefährlich, während Sie andere vor allem im letzten Trimester meiden müssen. Fragen Sie deshalb auf jeden Fall Ihren Arzt um Rat, bevor Sie Heilpflanzen einnehmen oder andere natürliche Hausmittel ausprobieren.

Grippe während der Schwangerschaft – Ein vermeidbares Risiko

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) rät allen werdenden Müttern, sich spätestens im vierten Schwangerschaftsmonat gegen Influenza impfen zu lassen. Schwangere, bei denen das Immunsystem durch weitere Erkrankungen besonders anfällig ist, sollten sich sogar schon im ersten Schwangerschaftstrimester gegen Grippe impfen lassen. Die Grippeimpfung wird gut vertragen und stellt keine Gefahr für Sie oder Ihr Baby dar. Es werden inaktive Impfstoffe verwendet, die keine Grippe auslösen können. Auch wenn sie keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit Influenza bietet, schwächt sie in der Regel den Verlauf der Erkrankung. Daher sind die Risiken für Sie und Ihr Baby nach einer Grippeimpfung deutlich geringer.

Immunsystem stärken und Grippe vorbeugen

Nicht nur die Grippeimpfung trägt zur Vorbeugung der Influenza bei, sondern auch ein gesundes Immunsystem. Deshalb ist es ratsam, Ihr Immunsystem gezielt zu stärken, um sich vor den Grippeviren zu schützen. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die viel frisches Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte beinhaltet. Variieren Sie die Obst- und Gemüsesorten, um bestens mit allen Vitaminen und Mineralien versorgt zu sein. Trinken Sie ausreichend Wasser, Kräuter- und Früchtetees. Dadurch wird Ihr Körper durchgespült, wodurch Bakterien und Viren es schwerer haben, sich festzusetzen. Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein und vermeiden Sie Stress. Leichter Ausdauersport kurbelt das Immunsystem ebenfalls an. Hören Sie mit dem Rauchen auf, denn es schadet nicht nur Ihrem Baby, sondern belastet auch das Immunsystem. Des Weiteren sollten Sie Koffein weitestgehend meiden.

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