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Hausmittel gegen Erkältungen: Das hilft gegen Schnupfen & Co.

Eine Erkältung (grippaler Infekt) gilt als eine der häufigsten Krankheiten überhaupt. Durchschnittlich 200 Erkältungen durchleben wir im Lauf unseres Lebens. Im Gegensatz zur echten viralen Grippe (Influenza) ist ein grippaler Infekt unangenehm, aber harmlos. Der Körper bekämpft ihn in der Regel allein. Mit einigen Hausmitteln unterstützen Sie ihn und lindern die Symptome.

Nicht jede Erkältung verläuft gleich. Je nach Erreger und Allgemeinzustand fallen die Symptome unterschiedlich aus. Ein Kratzen im Hals, Heiserkeit und Halsschmerzen stellen oft den Beginn einer Erkältung dar. Dieser Entzündung der Schleimhaut wirkt man mit Medikamenten schwer entgegen. Gurgellösungen verlangsamen die Vermehrung der Keime. Lutschtabletten lindern die Schmerzen. Dauern die Halsschmerzen länger als eine Woche an oder sind sie außergewöhnlich stark, sollten Sie zum Arzt gehen.

Frau liegt mit Erkältung und Fieber im Bett© Fotowerk - Fotolia

Der Husten ist fast immer dabei!

Husten gilt als Begleiter fast jeder Erkältung. Er stellt einen Schutzreflex des Körpers dar: Dieser versucht über das Husten, Krankheitserreger aus den Atemwegen zu befördern. Bei einer Erkältung produziert der Körper mehr und zäheren Schleim als nötig. Die Folge ist anhaltender Husten. Zu Beginn einer Erkältung äußert sich der Husten meistens als trockener Reizhusten, der mit der Zeit produktiver wird. Hier helfen Hustenlöser, den übermäßig produzierten Schleim abzuhusten. Hustenblocker sollten Sie höchstens nachts einsetzen, wenn der Husten am heilsamen Schlaf hindert. Grund: Hustet man das Sekret nicht ab, vermehren sich die Krankheitserreger und es kommt unter Umständen zu einer schweren Bronchitis oder Lungenentzündung.

Ist der Husten stark und schmerzhaft und mit weißem bis gelblichem Auswurf verbunden, handelt es sich wahrscheinlich um eine Bronchitis. Des Weiteren deuten Atembeschwerden und Fieber darauf hin. Spätestens jetzt sollten Sie zum Arzt gehen und Hausmittel lediglich ergänzend einsetzen.

Schnupfen und weitere Symptome

Schnupfen ist bei über 80 Prozent aller Erkältungen beteiligt, denn die Nase stellt ein gern genommenes Einfallstor für Krankheitserreger dar. Die Nase ist mit einer besonderen mit Flimmerhärchen besetzten Schleimhaut ausgekleidet, damit die Bronchien vor Verunreinigungen geschützt werden, die Sie mit der Atemluft aufnehmen. Wenn Sie Keime, Pollen oder Staubpartikel einatmen, produzieren die Becherzellen in der Schleimhaut vermehrt Schleim, um die Eindringlinge zu eliminieren. Dadurch verkleben die Flimmerhärchen, die Nasenschleimhaut schwillt an, entzündet sich und produziert übermäßig viel Sekret. Ist dieses anfangs noch wässrig, entwickelt es sich später zunehmend gelblich-grün. Die Nase ist permanent verstopft und im Kopf breitet sich ein unangenehmes Druckgefühl aus. Bekommt der Körper den Schnupfen nicht schnell in den Griff, entwickelt sich daraus eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Hilfreich sind Sprays zum Abschwellen der Nasenschleimhaut, sodass die Gänge zu den Nebenhöhlen frei sind. Auf diese Weise kann man durchatmen und das Sekret hat die Möglichkeit, ungehindert abzufließen. Darüber hinaus bringt eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung diesen Effekt. Entwickelt sich aus dem Schnupfen eine Sinusitis, sollten Sie zum Arzt gehen. Sie äußert sich durch Schmerzen und Druckgefühl zum Beispiel hinter den Augen, auf der Stirn oder hinter den Wangenknochen. Beim Bücken verstärkt sich der Schmerz. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl können mit einem grippalen Infekt verbunden sein. Hier spricht nichts dagegen, zur Symptomlinderung kurzzeitig Schmerzmittel zu nehmen.

Erkältung

Nehmen Sie Nasenspray nur im Notfall

Abschwellende Nasentropfen oder -sprays enthalten die Wirkstoffe Oxymetazolin oder Xylometazolin (z. B. in Nasivin®, Olynt® der Otriven®), die zu einer Gefäßverengung in der Nasenschleimhaut führen. Aufgrund der verringerten Durchblutung schwillt die Schleimhaut ab und die Nase wird für einige Zeit wieder frei. Bei längerer Anwendung können diese Substanzen jedoch zu einer regelrechten Abhängigkeit führen und selbst die Ursache für einen chronischen Schnupfen sein. Um die Durchblutung zu steigern, schwillt die Nasenschleimhaut als Gegenreaktion noch stärker an und Sie müssen immer öfter Nasentropfen nehmen, um überhaupt noch Luft zu bekommen.

Benutzen Sie daher abschwellende Nasentropfen nie länger als eine Woche. Beschränken Sie sich dabei auf die Anwendung vor dem Zubettgehen, um mit freier Nase durchschlafen zu können.

Wirksame Hausmittel

  1. Inhalieren hilft, Kopf und Nase frei zu bekommen. Dazu Kamillenblüten in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen. Mit einem Handtuch über Kopf und Schüssel den warmen Kamillendampf inhalieren.
  2. So unschön sie ist, so wirksam ist sie auch: Die Nasendusche mit Salzlösung. Die Spülung entfernt angestautes Sekret und damit die darin enthaltenen Krankheitserreger.
  3. Ist die Erkältung im Anfangsstadium, hilft ein ansteigendes Fußbad. Dazu etwa knöcheltief Wasser und ein Thermometer in ein geeignetes Gefäß geben. Beginnen Sie mit 34 Grad warmem Wasser und steigern Sie die Temperatur langsam auf 41 Grad. Anschließend Kuschelsocken anziehen und ab auf’s Sofa.
  4. Bei Gliederschmerzen helfen Massagen mit Latschenkiefer-Öl, die verspannten Muskeln zu lockern. Starke Schmerzen bekämpfen Sie mit Paracetamol (wirkt fiebersenkend).
  5. Gegen beginnende Halsschmerzen hilft Gurgeln mit Salzwasser oder Salbei. Mehrmals morgens und abends gurgeln. Salbeitee hat gleichzeitig eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Vitamin C gilt als gutes Antioxidans. Experten gingen aus diesem Grund davon aus, dass sie bei einem entsprechenden Blutspiegel von Vitamin C die Abwehrkraft gegenüber Virusinfektionen stärken könnten. Sie versprachen sich von Vitamin C sogar eine Wirkung als mildes Antihistaminikum (Verminderung der Absonderung von Schleim aus der Nase). Bislang gibt es keine verlässlichen Studien, die zeigen, dass Vitamin C in Bezug auf Erkältungen wirkungsvoll ist. Trotzdem ist es wahrscheinlich nicht schädlich, täglich Vitamin C bis zu einer Dosis von 500 mg einzunehmen.

Der Echinacea-Pflanze schreibt man eine das Immunsystem anregende Wirkung zu. Einige Studien zeigen, dass Echinacea purpurea und Echinacea pallida keine Erkältungen und Grippe verhüten, jedoch deren Dauer verkürzen . Andere Studien stellen diese Ergebnisse infrage. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Echinacea-Extrakte anwenden. Im Allgemeinen sollte man die Pflanze nicht länger als vier Wochen lang anwenden, da ein Dauergebrauch das Immunsystem schwächt. Nehmen Sie es nicht ein, wenn Sie an Diabetes (Zuckerkrankheit), Multipler Sklerose, Leukämie oder Krankheiten des Immunsystems leiden (z. B. rheumatoide Arthritis oder HIV-Infektion).

Tabletten, Globuli, Akupunkturnadeln, Blüten und Kräuter© photocrew - Fotolia

Diese homöopathischen Globuli befreien Ihre Nase

  1. Sulfur, wenn eine Erkältung nicht vollständig ausheilen will und der Schnupfen immer wieder aufflammt.
  2. Luffa operculata bei allergischer Schwellung der Nasenschleimhaut und Trockenheitsgefühl in der Nase.
  3. Pulsatilla, wenn Sie dicke, gelblich-grüne Absonderungen aus der Nase haben.
  4. Cinnabaris bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen mit Stirnkopfschmerzen.

Legen Sie das am besten zu Ihren Beschwerden passende Mittel einmal täglich in der Potenz C6 trocken unter die Zunge. Wenn Sie nach einer Woche keine Besserung verspüren, sollten Sie einen erfahrenen Homöopathen zu Rate ziehen.

Hilfe aus Fernost

Folgende Rezepte aus China gelten dort als Geheimrezepte gegen Halsschmerzen. Sie wirken entzündungs- und schmerzhemmend und lindern den Hustenreiz.

Ei mit Essig:

  • Schlagen Sie ein Ei auf und verquirlen Sie es mit 100 ml Essig (z. B. Apfelessig).
  • Lassen Sie das Ei im Wasserbad stocken und essen Sie es langsam auf.
  • Bereiten Sie sich täglich ein Ei, solange die Halsschmerzen anhalten.

Gedämpfte Birne:

  • Schälen, vierteln und entkernen Sie eine Birne.
  • Geben Sie sie zusammen mit zwei Teelöffeln Honig in eine Schale, die Sie im Wasserbad dämpfen, bis die Birne weich ist.
  • Essen Sie, solange die Halsschmerzen anhalten, täglich zwei warme Birnen und trinken Sie den ausgetretenen Saft mit.

Zink als Mittel der Wahl?

Über die Bedeutung von Zink bei der Verminderung der Intensität oder Dauer einer Erkältung sind sich die Experten nicht einig. Eine Studie aus dem Jahr 1996 löste großen Wirbel aus. Bei denjenigen Teilnehmern, die zu Beginn ihrer Erkältung Zinktabletten einnahmen, verschwanden die Erkältungssymptome drei Tage früher als bei den anderen Teilnehmern. Nachfolgende Studien zeigten widersprüchliche Ergebnisse: Manche wiesen eine günstige Wirkung von Zink nach, andere nicht. Für den Nachweis einer Wirkung von Zink bei Erkältungen benötigen die Experten mehr Studien.

Fest steht, dass der Gebrauch von Zink zur Behandlung einer Erkältung für die meisten Menschen unschädlich ist. Sie sollten allerdings vor der Einnahme von Zink mit Ihrem Arzt sprechen. Personen mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren sollten auf die Einnahme von Zink verzichten. Des Weiteren sollten die Patienten Zink nicht länger als eine Woche einnehmen: Hohe Dosen (150 mg/Tag oder mehr) über eine längere Zeit schwächen das Immunsystem.

Mythen zum Thema Erkältung

  1. Kälte verursacht eine Erkältung: Das ist nur bedingt richtig. Ansteckende Viren verursachen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Kälte schwächt das Immunsystem, sodass der Körper den eindringenden Viren wenig entgegensetzt.
  2. Grippe und grippaler Infekt sind dasselbe: Ein grippaler Infekt ist eine harmlose Erkältung, die schleichend beginnt. Im Gegensatz dazu stellt die Grippe eine ernste Erkrankung dar, die schlagartig und unter Umständen mit Komplikationen auftritt. So hilft die Grippe-Schutzimpfung ausschließlich gegen die echte Grippe und nicht gegen Erkältungen.
  3. Ein Saunabesuch hilft gegen Erkältungen: Zwar stärken regelmäßige Besuche in der Sauna auf Dauer das Immunsystem, doch belastet das Saunieren Kreislauf und Körper sehr. Erkältete Menschen sollte die Sauna unbedingt meiden.
  4. Kalte Füße verursachen eine Erkältung: Diesen verbreiteten Irrglauben erklärt man durch die subjektive Wahrnehmung: Ist im Herbst oder Winter eine Erkältung im Anmarsch, frieren und frösteln wir oft. Natürlich sind die Füße in dem Falle kälter als sonst.
  5. Nase hochziehen ist schädlich, man sollte lieber regelmäßig kräftig schnäuzen: Wer mit großem Druck die Nase putzt, drückt die Nasensekrete nicht nur ins Taschentuch, sondern auch in die Nebenhöhlen. Dort vermehren sie sich vermehren und lösen eventuell eine Nasennebenhöhlenentzündung aus. Lieber nur sanft und ohne großen Druck schnäuzen und das benutzte Taschentuch sofort entsorgen. Des Weiteren ist das dezente Hochziehen der Nase erlaubt.

Die 10 besten Tipps unserer Leser

  1. Helga K.: Am allerbesten hat sich bei mir bewährt, gar nicht erst verkühlt zu werden, in dem ich täglich viel Vitamin C in Form von Obst und rohem Gemüse zu mir nehme. Grippe/Verkühlungen kenne ich seit Jahren nicht. Wesentlich ist ein starkes Immunsystem, das für viele Beschwerden von Vorteil bzw. notwendig ist.
  2. Matthias W.: Gegen Schnupfen wirkt ein halbes gekochtes Suppenhuhn hervorragend. Was immer dabei die Wirkung verursacht, es hilft wirklich! Das Huhn eine Stunde in Wasser ziehen lassen, mit frischen Gewürzen, Salz, Muskat, Ingwer und Cayenne-Pfeffer würzen. Zwei Teller Suppe inklusive Fleisch heiß zu sich nehmen und dann ruhen.
  3. Elke S.: In Deutschland machte ich, sobald ich eine drohende Erkältung merkte, ein heißes Fußbad mit Senf(körnern) und trank dazu heiße Zitrone mit Honig. Danach ins Bett und meistens war mir am nächsten Tag besser. Eine Sauerkrautkur mit frischem Sauerkraut ist auch hilfreich bei Grippe. Ein Kollege aus Hongkong sagte mir folgendes Rezept: Einen Liter Cola mit einer Ingwerknolle in Scheiben und einer Zitrone in Scheiben etwa 15 Min kochen und so heiß wie möglich über den Tag verteilt trinken. Je heißer, umso schärfer ist der Ingwer. Hals und Rachen werden frei. Sehr erwärmend. Zuerst war ich skeptisch, aber da Cola ja von einem Apotheker zu Stärkung und Rekonvaleszenz entwickelt wurde, versuchte ich es. Da wir hier ohne Heizung über den Winter kommen, wärmen wir uns von innen.
  4. Gerti H.: Zu Halsschmerzen hab ich folgende Heilmittel: Ich schwöre auf Basenwickel. Am Abend bereite ich eine Lauge aus warmen Wasser und einer Messerspitze Basensalz vor, lege einen Baumwollschal / Tuch / langen Strumpf etc. hinein, wringe ihn aus und lege ihn sofort um den Hals und darüber ein trockenes Handtuch / Schal / Wollstrumpf und belasse diesen Wickel über Nacht am Hals. Halsschmerzen vergehen damit sehr rasch. Der Junge (10 Jahre alt) meines Freundes klagte über Halsweh und ich verordnete ihm diesen Wickel. Am Morgen schimpfte er, dass seine Schmerzen nicht weg wären, aber am Abend forderte er wieder seinen Wickel und schon nach zwei Tagen verschwanden seine Halsschmerzen.
  5. Rosmarie S.: Ein temperaturansteigendes Fußbad stellt das beste Hausmittel zur Abwehrsteigerung dar. Rechtzeitig angewendet blockt der Körper durch die Erwärmung so manche Erkältungskrankheit ab oder gewährleistet bei einer beginnenden Erkältung einen guten Verlauf.
  6. Renata S.: Grippale Infekte behandle ich mit Cystus-Tee und Lutschtabletten, Weleda-Infludo-Tropfen. Für die Nase Meersalz-Nasenspray und für die Bronchien Nasabol- und Myritol-Inhalationen.
  7. Ingeborg T.: Als Hausmittel bei Erkältung, Halsschmerzen und Husten: ein Stück Ingwerwurzel mehrere Stunden im Mund behalten. Auf diese Weise ist es mir mehrfach gelungen, eine beginnende Angina zu stoppen.
  8. Roswitha D.: Bei Erkältungen mit Salbei gurgeln und Thymiantee bei Reizhusten, Spitzwegerich-Saft gegen Verschleimungen.
  9. Jo K., Leserin unserer Facebook-Gruppe Gesundheitswissen: Ich schwöre auf selbst gemachten Ingwertee mit Honig und mache auch immer aus Zucker, Knoblauch und Zwiebeln Sirup (von meiner Oma gelernt). Das hilft immer. Natürlich darf Hühnersuppe nicht fehlen.
  10. Andrea K., Leserin unserer Facebook-Gruppe Gesundheitswissen: Heißer Brombeersaft bei Erkältungen und warm halten. Es geht auch Johannisbeersaft. Mein Sohn hat es geliebt und selbst heute mit 21 Jahren fragt er danach.
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