MenüMenü

So kommen Sie gut durch die Erkältungszeit

Nach dem schönen Sommer und Herbst fällt es schwer, sich auf trübe Wintertage einzustellen. Mit ihnen steigt das Erkältungsrisiko sprunghaft an. Wie können Sie sich vor Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen schützen? Und was sollten Sie tun, wenn es Sie doch erwischt?

Mehr als 200 Arten von Erkältungsviren stürmen auf Sie ein

Sie übertragen sich per Niesen, per Handschlag und durch die Luft. Sie lauern auf Spielsachen, Türklinken und Händen. Und sie besitzen sogar die Fähigkeit, sich so rasch zu verändern, dass Sie innerhalb einer Familie manchmal Pingpong mit den Viren spielen – immer wieder neu erkältet, weil der Virus sich neu anpasst.

Erwachsene jeden Alters sind zwei- bis sechsmal, Kinder sogar fünf- bis zehnmal pro Jahr erkältet. Das beste Rezept: schnell eingreifen und den Erkältungen möglichst frühzeitig Paroli bieten.

So schaffen Sie ein erkältungsfeindliches Klima

Wenn es neben Ihnen in Bus und Bahn, Büro und Freizeit schnieft und schnupft, dann sollten Sie möglichst viel trinken. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Dazu reicht es aus, wenn Sie ein kleines Schälchen mit Wasser auf die Heizungen stellen. Auf diese Weise trocknet die Nasenschleimhaut weniger aus und Ihre natürlichen Schutz- und Filtermechanismen aktivieren sich. Wenn Sie besonders gut mit sich sein wollen, inhalieren Sie mit einem Handtuch über dem Kopf oder einem Inhalationsgerät Salzlösungen. Eine physiologische Kochsalzlösung bekommen Sie in der Apotheke. Sie können aber auch einen Teelöffel wirklich gutes Meersalz in einem Waschbecken voll mit gut warmem Wasser auflösen und inhalieren.

Wenn die Nase bereits kribbelt und juckt, ist Gefahr im Verzug. Mit etwas Glück wehren Sie die Erkältung und einen besonders dicken Schnupfen in diesem Stadium noch ab.

Heizen Sie der Erkältung ein!

Ganz gleich, wie verlockend das Wetter aussieht und die Sonne lacht: Im Winter gehört eine wärmende Kopfbedeckung dazu sowie ein Schal um Ihren Hals. Und zwar nicht nur dekorativ, sondern schützend. Denn je stärker Ihre Atemwege dank der Wärme durchblutet sind, desto besser nehmen Ihre Mund- und Halsschleimhäute ihre Schutzfunktion wahr. Dazu gehört, dass Sie warmen Tee oder Zitronen-Saft mit Honig trinken und mit Kaugummi oder Lutschbonbons die Schleimhäute durch die vermehrte Speichelbildung feucht halten.

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Ihren Nasenschleimhäuten: Gut durchblutet und feucht bilden sie eine natürliche Barriere vor Viren und Bakterien. Wenn der Hals schmerzt und die Glieder wehtun, ist es besonders wichtig, zur Beschleunigung der Heilung Ihren Körper auf Temperatur zu bringen. Schweißtreibende Tees wie zum Beispiel Linden- oder Holunderblütentee unterstützen Ihr Immunsystem in seiner gesunden Abwehrreaktion. Einen ähnlichen Erfolg erzielen Sie mit selbst gekochter Hühnersuppe, die Sie ordentlich mit Chili oder Pfeffer genießen sollten. Das wirkt durchblutungsfördernd auf Ihre Schleimhäute.

Schniefnase und Husten zum Trotz

Wenn es windig ist, kühlen Wind und Zugluft besonders schnell aus. Ihre Hände schützen Sie besser mit Fäustlingen als mit Fingerhandschuhen vor Kälte. Fingerhandschuhe sind im Normalfall zu dünn und geben den Fingern zu wenig Bewegungsspielraum. Wenn Sie können, dann tragen Sie zwei Paar Socken übereinander. Und zwar so, dass Sie über Ihre Fußknöchel reichen. Sorgen Sie dafür, dass Sie auf keinen Fall mit nassen Füßen in der Kälte herumstehen. Ihr Körper verliert besonders viel Wärme, wenn Ihre Haut feucht ist. Der beste Platz zum Aufwärmen der Hände befindet sich unter Ihren Achselhöhlen – auf keinen Fall auf eine Feuerstelle oder die Heizung. Ihre Nase und Ohren bedecken Sie am besten mit Ihren Händen, wenn Sie sehr kalt sind.

Ein Schnupfen stärkt das Immunsystem. Dennoch ist eine Erkältung nicht angenehm. Sie fühlen sich zumindest in den ersten zwei Tagen schlapp und müde. Ganz abgesehen davon, dass es nervt, sich ständig die Nase zu putzen oder nachts vom eigenen Husten aufzuwachen. Schön wäre eine „Schnupfenimpfung“ – aber die gibt es nicht. Wohl aber einige gute Verhaltensregeln. Mit diesen Tipps können Sie sich wirkungsvoll vor Erkältungskrankheiten, dem grippalen Infekt, schützen.

Tipps gegen Erkältungen

  1. Halten Sie sich möglichst von Menschen mit Erkältungen fern. Achten Sie darauf, dass Sie nicht direkt angeniest oder -gehustet werden. Haben Sie einem Erkälteten die Hand gereicht, sollten Sie Ihr Gesicht nicht berühren. Waschen Sie sich erst gründlich die Hände mit Seife.
  2. Schwächen Sie Ihr Immunsystem nicht unnötig. Kalte Füße und Hände sowie ein unbedeckter Kopf bei kalten Temperaturen setzen die Funktionsfähigkeit Ihrer Abwehr herab. Tragen Sie Handschuhe und Mütze bei kaltem Wetter und legen Sie sich zusätzlich eine warme Einlegesohle in die Schuhe.
  3. Kneipp schützt Sie vor Erkältungen. Seit einigen Jahren besteht die wissenschaftliche Bestätigung, dass Kneippkuren das Immunsystem stärken und Sie somit vor einer Erkältung schützen. Starten Sie Ihren Tag mit heiß-kalten Wechselduschen, beginnend mit warm und endend mit kalt. Oder Sie lassen kühles Wasser kniehoch in die Badewanne einlaufen und gehen im Storchenschritt mit hochgezogenen Knien durch das Wasser.
  4. Gurgeln Sie regelmäßig, am besten jeden Abend. Die Erkältungsviren gelangen über den Mund in den Organismus. Empfohlene Mischungen zum Gurgeln sind zum Beispiel 15 Tropfen Propolis-Tinktur (aus der Apotheke) in einem Glas lauwarmem Wasser oder aber reiner Aloe-Saft. So bekämpfen Sie die Viren durch die ätherischen Öle.
  5. Halten Sie Ihre Schleimhäute feucht. Dann sind die dort enthaltenen Immunzellen besser in der Lage, Bakterien und Viren abzuwehren. Trinken Sie im Winter genug, zum Beispiel zwei bis drei Liter Früchtetee pro Tag oder die gleiche Menge Mineralwasser. Nasenspülungen helfen zudem weiter. Dazu lösen Sie einen Esslöffel Salz in einem Glas Wasser auf. Ziehen Sie etwas Wasser morgens und abends durch die Nase. Sie können dazu auch eine Nasendusche verwenden, die Sie für rund 10 € in der Apotheke kaufen.
  6. Stärken Sie Ihre Abwehrzellen. Eine Studie der Universität Köln ergab, dass eine Kur mit Eberrautentee über acht Wochen hinweg die Immunzellen im Blut verdoppelt. Dazu übergießen Sie 1 TL der Triebe und Blattspitzen, die Sie getrocknet in der Apotheke erhalten, mit einer Tasse heißem Wasser. Lassen Sie den Tee fünf Minuten ziehen und sieben Sie dann die Eberraute ab. Pro Tag sollten Sie bis zu drei Tassen trinken.

Ansteckung durch eine alte Zahnbürste?

Forscher führten kleinere Studien durch, um herauszufinden, ob zwischen dem Gebrauch von Zahnbürsten und der Infektion mit bestimmten Krankheiten ein Zusammenhang besteht. Dabei interessierten vor allem die Krankheiten durch Streptokokken, zum Beispiel eine Streptokokken-Angina. Bisher gibt es wenig Hinweise für diese Annahme. Einer wiederholten Streptokokken-Angina oder anderen Streptokokken-Infektionen liegen wahrscheinlich andere Ursachen zugrunde. Dazu gehören beispielsweise die Anatomie der Mandeln oder einer Wiederansteckung durch die Umgebung, innerhalb der Familie oder einer anderen Gemeinschaft.

Die Möglichkeit einer Infektion mit einem Erkältungs- oder Influenza-Virus durch Zahnbürsten ist nicht erwiesen. Nach einer Krankheit schadet es nicht, Ihre alte Zahnbürste durch eine neue zu ersetzen. Im Allgemeinen empfiehlt sich, die Zahnbürste regelmäßig alle sechs bis acht Wochen zu wechseln. Wenn die Borsten abgenutzt oder ausgefranst aussehen, schon früher.

Regelmäßiges Händewaschen als Vorbeugung

Als weit verbreitete Infektionsquelle für Krankheiten gelten die Keime auf Ihren Händen. Eine Berührung des Gesichts reicht für eine Übertragung aus. Erkältungen sowie schwerwiegende Erkrankungen wie Infektionen des Verdauungstraktes (z. B. Ruhr) oder Leberentzündungen (Hepatitis) übertragen sich auf diese Weise. Durchfall und Erbrechen bei einer Magen-Darm-Grippe stehen in der Regel in Verbindung mit unzureichendem Händewaschen.

Gründliches Waschen der Hände ist wichtig. Tragen Sie die (flüssige) Seife oder das Reinigungsmittel auf und reiben Sie die Hände kräftig für zehn Sekunden, um die Keime abzulösen. Spülen Sie die Hände anschließend gut ab.

Geschirrspülmittel besonders wirksam gegen Viren

Alle Seifen haben eine antivirale Wirkung, aber Geschirrspülmittel ist besonders effektiv. Nach den Ergebnissen einer Studie tötet Geschirrspülmittel ein weit verbreitetes Erkältungsvirus 100-fach wirkungsvoller ab als antibakterielle Krankenhausseife. Alle Seifen lösen Keime (Viren, Bakterien und andere krankheitserregende Organismen) in Flüssigkeit auf, so dass man diese abgespülen kann. Sie hindern die Keime daran, sich zu vermehren. Die Wassertemperatur zum Händewaschen ist für den antiviralen Effekt weniger ausschlaggebend. Die beste Temperatur ist die, mit der sie Fett lösen, etwa43° C. Heißes Wasser, das Bakterien abtötet, schadet auch der Haut.

Ideale Brutstätten für Bakterien befinden sich um die Nagelhaut herum, unter den Fingernägeln und in Handfalten. Legen Sie also besonderes Augenmerk auf die Reinigung dieser Bereiche. Spülen Sie den ganzen Seifenschaum weg, um möglichst viele Bakterien zu entfernen. Zu bestimmten Zeiten ist gründliches Händewaschen besonders wichtig: vor den Mahlzeiten und nach der Toilettenbenutzung. Das gilt zudem nach dem Umgang mit Abfall oder Geld, nach dem Naseputzen und nachdem Sie rohe Speisen (vor allem Fleisch) verarbeiteten.

Antibakterielle oder normale Spülmittel?

Antibakterielle Seifen bieten einen kleinen Vorteil. Sie töten einige Bakterien ab und lassen zusätzlich auf der Haut eine chemische Substanz zurück, die vorhandene Bakterien an ihrer Vermehrung hindert. Sie bieten jedoch keinen speziellen Schutz gegen Viren. Genau das sagt man normalen Geschirrspülmitteln nach. In einer Studie stellten Forscher fest, dass Geschirrspülmittel bei der Abtötung eines gewöhnlichen Erkältungsvirus hundertmal wirksamer waren als im Krankenhaus angewandte, antibakterielle Seifen. „Antibakterielle“ Spülmittel testeten sie jedoch nicht.

Weitere Untersuchungen sind nötig, um die antiviralen Eigenschaften von Geschirrspülmitteln zu verstehen. Wenn Sie gegenüber viralen Erkältungskrankheiten besonders empfindlich sind, profitieren Sie vom Gebrauch flüssiger Geschirrspülmittel (normal oder antibakteriell) zum Händewaschen. Welche Seife Sie auch immer bevorzugen: Es kommt darauf an, sie auch zu benutzen. Waschen Sie Ihre Hände häufig. Viren werden oft durch die Hände „aufgenommen“ und gelangen so in den Mund. Reiben Sie Ihre Hände mindestens zehn Sekunden mit Seifenlauge ein. Spülen und trocknen Sie die Hände sorgfältig ab. Um die Virusübertragung zu vermindern, halten Sie generell Ihre Hände von Augen, Nase und Mund fern. Darüber hinaus sollten Sie in ein Wegwerftaschentuch niesen oder husten und nicht in Ihre Hand.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten