MenüMenü

Blasen Sie zum Großangriff gegen die Erkältungsviren

Stolz verkündete der Pharma-Firma Merck ein sensationelles Studienergebnis“: Lokal anzuwendende Schnupfenmittel mit dem Wirkstoff Oxymetazolin verkürzen eine Erkältung auf 4 Tage und lindern deren Symptome in Rekordzeit. Unbehandelt dauere ein Schnupfen doppelt so lange. Der Wirkstoff bekämpfe nicht nur die Beschwerden des Schnupfens, sondern auch die Schnupfenviren selbst, so die Firma, die natürlich ein Präparat mit diesem Inhaltsstoff (Nasivin) auf den Markt bringt. Einmal davon abgesehen, ob dieses Studienergebnis auch einer unabhängigen Überprüfung standhält, ist es sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Sie sich gar nicht erst anstecken. Wenn Sie sich an meine 9 Vorsichtsmaßnahmen halten, kommt es gar nicht erst so weit.

  1. Halten Sie Abstand zu anderen Menschen: Die meisten Erkältungskrankheiten werden von Viren hervorgerufen, die weitgehend harmlos sind. Mehr als 2.000 verschiedene Virusarten sind derzeit unterwegs. Sie befinden sich im Winter praktisch überall in der Atemluft. In größeren Menschenmengen ist in dieser Zeit immer jemand dabei, der erkältet ist. Bei drangvoller Enge in Bus und Bahn, im vollen Wartezimmer Ihres Arztes, im Restaurant oder im Theater können die Erkältungsviren Sie anfliegen. Schon 10 bis 30 Krankheitserreger in der Nase genügen, um eine Infektion in Gang zu setzen – selbst wenn Sie gesund sind und Ihr Immunsystem völlig intakt ist. Sobald es einigen Viren gelingt, sich auf Ihrer Nasenschleimhaut niederzulassen, droht Ihnen eine handfeste Erkältung. Sie selbst spüren die ersten Symptome dann nach 8 bis 12 Stunden. Wenn Sie sich wirksam schützen wollen, sollten Sie zunächst einen Bogen um bereits erkältete Menschen machen. Durch den verstärkten Aufenthalt in geschlossenen Räumen und den Kontakt zu anderen Menschen erhöht sich die Gefahr mit Erkältungsviren bedacht zu werden. Meiden Sie große Menschenansammlungen bei Veranstaltungen (z. B. Kongresse, Theater, Kino, Konzerte). Atmen Sie nicht durch den Mund, denn die Nasenschleimhaut kann die Viren besser abfangen.
  2. Hände weg: Vorsicht beim Anfassen! In der Erkältungszeit sind vor allem Türgriffe, Telefonhörer, Kopiergeräte und Computer-Tastaturen Erkältungsschleudern. Auch beim höflichen Händereichen wechseln die Erkältungsviren gerne den Wirt. Sie überleben auf der Haut, in der Luft und auf fast allen Materialien etwa 3 Stunden. Deswegen sollten Sie hier Vorsicht walten lassen. Über Ihre Hände gelangen die Krankheitserreger unweigerlich in Ihre Nase. Denn jeder Mensch reibt sich ganz unbewusst mehrmals in der Stunde die Augen oder fasst sich an die Nase. So gelangen die Viren über den Tränenkanal oder die Nase in den Körper. Wenn Sie im Büro oder sonstwie unterwegs sind, waschen Sie sich öfter die Hände. Damit spülen Sie auch die Erkältungsviren herunter. Ihren Liebsten küssen dürfen Sie trotzdem – selbst wenn er erkältet ist: Speichel bietet für die Viren kein angenehmes Klima und befördert sie zudem die Speiseröhre hinab in die virentötende Magensäure.
  3. Meiden Sie überheizte Räume. Der Wechsel von Kälte und Feuchtigkeit draußen zu Hitze und Trockenheit drinnen bietet Erkältungsviren beste Angriffschancen. Die verstärkte Anfälligkeit hat vor allem etwas damit zu tun, dass wir uns in der kalten Jahreszeit bevorzugt in Innenräumen aufhalten.
  4. Achten Sie auf warme Füße. Kalte Füße senken die Temperatur im Rachenraum um zwei Grad und das finden Viren ganz prima, um sich zu vermehren. Schon leicht kalte Füße senden das Signal Unterkühlung“ aus. Dadurch werden die Blutgefäße enger gestellt, der Nasen-Rachen-Raum wird schlechter durchblutet und die Abwehrkraft der Nasenschleimhaut geschwächt. Das bedeutet: Die eingeatmete Luft wird weniger angewärmt und weniger befeuchtet. Trockene, warme Füße sind daher ein Winter-Muss. Ein 15- bis 20-minütiges warmes Fußbad regt auch die Durchblutung Ihrer oberen Atemwege an. Wenn Sie durchgefroren sind oder sich ein Schnupfen mit Husten und Schüttelfrost ankündigt, hilft ein ansteigendes Fußbad: Geben Sie in eine Fußbadewanne oder Schüssel einen Liter heißen Thymiantee und stellen Sie das Gefäß in die Badewanne. Füllen Sie den Thymiantee mit kaltem Wasser auf, bis Sie die Füße hineinstellen mögen. Nun gießen Sie immer wieder etwas heißes Wasser nach. Nach 15 bis 20 Minuten Füße aus dem Wasser nehmen, Wollsocken überziehen und ins Bett legen. Die Wärme durchflutet allmählich den Körper und ist ein wunderbares Einschlafmittel. Warme Fußbäder wirken auch vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Stärken Sie zusätzlich Ihre Abwehrkräfte mit kalt-warmen Wechselduschen am Morgen. Ein heißes Bad kann die Virenvermehrung drosseln und die Erkältung schneller abklingen lassen.
  5. Jetzt brauchen Sie besonders viel Vitamine. Im Winter ist es gar nicht so leicht, bei einer ausgewogenen Mischkost den Vitaminbedarf über Obst und Gemüse zu decken. Gleichen Sie das im Zweifelsfall mit einer Extraportion frischen Säften und Salaten aus. Essen Sie lieber etwas weniger Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse. Der Natur-Mix ist durch nichts zu schlagen. Vitamin C ist in der Winterzeit ein Muss unter den abwehrstärkenden Vitaminen. Am meisten Vitamin C steckt in Paprika, Brokkoli, Grünkohl, Hagebutten, Sanddorn, Zitronen und Kiwi. Vitamin A erhalten Sie, indem Sie täglich ein Glas frischen Karottensaft (am besten Bio) trinken, versetzt mit einem kleinen Schuss Olivenöl (sonst kann das Vitamin nicht aufgenommen werden). Zink und Selen braucht der Körper jetzt, um Schnupfen im Vorfeld zu bekämpfen. Enzyme wirken gegen Entzündungen und unterstützen die Verdauung. Sie stecken in Ananas, Papaya, Sauerkraut oder Brottrunk und Fertigpräparaten (Apotheke, Reformhaus). Ein bis zwei frische Knoblauchzehen am Tag bekämpfen Bakterien und andere Krankheitserreger im Körper.
  6. Zu wenig Flüssigkeit öffnet den Viren Tür und Tor. Damit die Nasenschleimhaut ihre Aufgabe als Barriere gegen Krankheitserreger erfüllen kann, muss sie ausreichend feucht sein. Ist sie zu trocken, haben die Erkältungserreger leichtes Spiel, sich in Nase und Nebenhöhle festzusetzen. Die Schleimhaut entzündet sich, schwillt an und bildet Unmengen von Sekret. Dann sind Sie gezwungen, durch den Mund zu atmen, so dass Krankheitserreger ungefiltert bis in die Lunge vordringen und im gesamten Bereich der Atemwege Entzündungen hervorrufen können. Wichtig ist es deswegen jetzt in der Erkältungszeit besonders, dass Sie viel trinken – am besten 2 Liter täglich in Form von Kräuter- und Früchtetee, Fruchtsaftschorlen, Leitungs- oder Mineralwasser. Im Winter müssen viele Menschen sich regelmäßig ans Trinken erinnern, weil in der kalten Jahreszeit das Durstgefühl weniger ausgeprägt ist. Auch die Luftfeuchtigkeit sollte ausreichend hoch sein. Legen Sie feuchte Tücher über die Heizkörper.
  7. Zu wenig Schlaf schwächt Ihr Immunsystem. Ihr Immunsystem braucht ausreichend Schlaf, um sich zu regenerieren. Etwa 8 bis 10 Stunden sollten Sie in Morpheus Armen liegen. Gehen Sie möglichst früh ins Bett, am besten zu einer festen Zeit. Schon eine einzige durchgemachte Nacht reduziert Ihre Killer- und Helferzellen. Wenn Sie Nächte durchfeiern, kommen meist noch Alkohol und Zigarettenrauch als Immunschädlinge hinzu. Wenn Sie sich vor Kummer oder ungelösten Problemen schlaflos im Bett herumwälzen, bedroht Stress Ihr Abwehrsystem. Schlafen Sie nicht ausreichend, fangen Sie sich schneller eine Erkältung ein.
  8. Rauchen killt Ihre Abwehrkräfte. Zigaretten vermindern die Reinigungsfunktion Ihrer Schleimhäute, so dass Erkältungsviren schlechter abtransportiert werden können. Bereits der erste Zug am Glimmstängel beeinträchtigt das Bewegungstempo Ihrer Flimmerhärchen. Auf Dauer killt Rauchen die Flimmerhärchen völlig – auch die in den Bronchien. Selbst bei Passivrauchern sind negative Auswirkungen auf die Flimmerhärchen festzustellen. Zudem heften sich die Viren an die Rauchpartikel in der Atemluft, so dass Sie in verräucherten Räumen mehr Erreger einatmen.
  9. Gehen Sie bei Wind und Wetter täglich an die frische Luft. Auch wenn es draußen ungemütlich ist, gerade jetzt sollten Sie einmal am Tag für mindestens eine halbe Stunde an die frische Luft. Und zwar bei jedem Wetter. Der Sauerstoff, den Sie beim Spazierengehen oder Joggen einatmen, ist pure Power für Ihre Abwehrkraft. Nutzen Sie die Mittagspause und jeden Sonnenstrahl, das dankt Ihnen Ihr Immunsystem ganz besonders. Auch Sport und Bewegung in frischer Luft tun Ihnen gut – selbst bei Kälte, Nebel und Regen. Danach müssen Sie sich aber sofort umziehen und gänzlich trockenlegen“ (etwa Ihre Haare gründlich trocknen).
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten