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Sanfte Hilfe für verstopfte Bronchien

Der Efeu (Hedera helix), auch Eppich oder Wintergrün genannt, hat der Familie der Efeugewächse (Araliaceae) seinen Namen gegeben.

Der Efeu wächst kriechend am Boden oder weiträumig kletternd an Mauern bzw. Bäumen. Zwar nennt ihn der Volksmund gerne Baumwürger oder Baumtod, tatsächlich schadet er seiner Kletterunterlage jedoch nicht. Ältere Efeupflanzen treiben im Hochsommer grüngelbe kugelige Blütenstände, aus denen sich im Spätherbst mattschwarze Beeren entwickeln. Am besten wirken fertige Tropfen, Sirup und Säfte aus den Blättern der Schlingpflanze. Zu medizinischen Zwecken dienen ausschließlich die frischen Blätter von nichtblühenden Zweigen, aus denen sofort nach der Ernte ein alkoholischer Auszug hergestellt wird.

Der Efeu enthält:

  • Triterpen-Saponine, v. a. Hederacosid C und alpha-Hederin
  • Flavonoide
  • Rutin
  • Jod
  • Falcarinol

Alle Pflanzenteile des Efeus – besonders die Beeren – sind aufgrund der Kohlenwasserstoffverbindung Falcarinol leicht giftig.

Der Hustenlöser: ein Geschenk des Zufalls

Schon die alten Griechen und Römer nutzen den Efeu als Heilpflanze, v. a. zur Behandlung von Brandwunden und Hühneraugen. Als Hustenmittel wurde er erst vor rund 200 Jahren entdeckt. Ein schlesischer Arzt beobachtete nämlich, dass die Bauernkinder, die ihre Milch aus Efeuholz-Schüsseln tranken, seltener an Husten erkrankten. Die moderne Wissenschaft hat inzwischen die Wirksamkeit der Efeu-Saponine als Hustenlöser bestätigt. Laboruntersuchungen fanden zudem antibiotische Eigenschaften beim alpha-Hederin, das Bakterien, Viren und Pilze abtötet.

So wirkt Efeu:

  • schleimlösend
  • krampfstillend
  • abschwellend
  • regulierend auf die Schilddrüse

Da der frische Saft des Efeus die Haut stark reizen und zu allergischen Entzündungen (Kontaktdermatitis) führen kann, hat die Kletterpflanze heute als äußerliches Heilungsmittel ausgedient. Auch von den manchmal noch in wieder aufgelegten alten Kräuterbüchern empfohlenen Rezepturen gegen Hühneraugen und Wassereinlagerungen (Cellulite) an den Oberschenkeln raten wir Ihnen daher ab. Die Stärke des Efeus liegt eindeutig in der innerlichen Anwendung.

Das sind die modernen Einsatzgebiete des Efeus:

  • akute und chronische Atemwegserkrankungen, z. B. Erkältungshusten, Bronchitis, Keuchhusten, Bronchialasthma
  • Schilddrüsenüberfunktion infolge Jodmangels

Efeu wurde früher in den Alpenregionen häufig zur gesundheitsfördernden Hausbegrünung gepflanzt. Die Menschen hatten nämlich die Erfahrung gemacht, dass bei den Bewohnern von efeuumrankten Häusern seltener Kropferkrankungen (Jodmangelstruma) auftraten. Heute weiß man, dass das an den Jodausdünstungen der Efeublätter lag, denn Efeu „fängt“ Jod.

Auch die Homöopathie schätzt den Efeu

Besonders in der homöopathischen Zubereitung dient Efeu (Hom.: Hedera) auch heute noch als Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion, v. a. wenn sich diese durch Herzrasen, Angstzustände, Schweißausbrüche und feine stechende Herzschmerzen zwischen 3 und 5 Uhr morgens bemerkbar macht. Als klassisches „Efeu-Symptom“ gilt das Empfinden des Patienten, als müsse sein Herz gegen einen starken Widerstand, der es am Schlagen hindern will, anpumpen.

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