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Kampf gegen die Milben: Was nützen milbendichte Überzüge?

Allein die Vorstellung ist unschön: Wir teilen unser Bett mit unzähligen Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen. Wenig beruhigend, dass diese in den meisten Fällen keine Probleme bereiten. Anders sieht es dagegen aus, wenn Sie unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden. Dann beginnen gerade in der Heizsaison die Beschwerden.

Milben hassen Kälte

Die Heizung, die uns so behagliche Wärme verschafft, verringert die Luftfeuchtigkeit. Die Folge: Die Milben sterben in Scharen, da sie eine gewisse Luftfeuchte brauchen. Zwar bedeutet dies weniger Kot und damit auch weniger Allergene auf den ersten Blick. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich, dass es so einfach nicht ist. Denn sterben die Milben, werden zahlreiche allergieauslösende Stoffe aus ihrem Inneren freigesetzt, die zu neuen Beschwerden führen. Durch die warme Heizungsluft werden diese dann vermehrt durchs Schlafzimmer gewirbelt und sorgen für weitere Beschwerden. Es kommt zu juckenden Augen, laufender Nase, Schnupfen und schlimmstenfalls allergischem Asthma.

Dabei kann Ihnen gerade jetzt das kältere Wetter helfen, die Allergieauslöser zu verringern. Lüften Sie bei kühleren Temperaturen das Bettzeug, wird es für die Milben sehr ungemütlich. Das Gleiche gilt im Schlafzimmer selbst: Halten Sie die Raumtemperatur unter 18 °C und die Milben suchen sich eher eine andere Bleibe aus.

Milbendichte Bettüberzüge: Was ist dran?

Gleich zwei kürzlich veröffentlichte Studien erbrachten, dass die Schutzwirkung von milbenundurchlässigen Matratzen- und Bettüberzügen geringer zu sein scheint als bisher angenommen. Eine Untersuchung an 1.122 erwachsenen milbenallergischen Asthmatikern zeigte, dass sich die Lungenfunktion trotz Verwendung milbendichter Schutzüberzüge nach sechs Monaten nicht verbessert hatte. Die zweite Studie an 279 erwachsenen Patienten mit milbenallergischem Schnupfen ergab zwar eine signifikante Reduktion von Milbenallergenen durch die Überzüge, jedoch blieb eine Besserung der Beschwerden aus.

Dänische Kinderärzte kamen in einer dritten Studie jedoch zu einem anderen Ergebnis: Sie untersuchten 60 asthmakranke Kinder zwischen sechs und 15 Jahren mit nachgewiesener Milbenallergie, die zur Behandlung ihrer Beschwerden ein kortisonhaltiges Asthmaspray benötigten. Die eine Hälfte der Kinder erhielt milbendichte Überzüge, die andere Hälfte identisch aussehende, aber für Milbenallergene durchlässige Überzüge, die jeweils für ein Jahr verwendet werden mussten. Die Konzentration von Milbenallergenen auf der Matratze sank in der Gruppe mit den milbendichten Überzügen signifikant. Bei den Kindern dieser Gruppe konnte die Dosis des Kortisonsprays um fast 50 Prozent reduziert werden, während in der Gruppe mit den milbendurchlässigen Überzügen die Reduzierung nur um gut 10 Prozent möglich war. Dies spricht ganz eindeutig für eine Wirksamkeit der milbendichten Überzüge.

So schützen Sie Ihr Kind

Leidet Ihr Kind unter einer Milbenallergie, ist ein milbenundurchlässiger Überzug für die Matratze nach wie vor anzuraten. Beim Bettzeug sind waschbare Materialien wie Polyesterfasern zu empfehlen. Bettdecke und Kissen sollten alle vier bis sechs Wochen bei 60 °C gewaschen werden, wobei diese Temperatur für die Dauer von einer Stunde gehalten werden muss, was bei einem normalen 60 °C-Programm nicht gewährleistet ist. Wählen Sie stattdessen das Programm Energiespar-Kochwäsche, welches üblicherweise ein verlängertes 60 °C-Programm ist.

Der beste Milbenschutzüberzug nutzt jedoch nichts, wenn Ihr Kind Milbenallergene aus den Kuscheltieren einatmet oder sich mindestens einmal pro Woche im nicht milbensanierten Elternbett aufhält. Da Kuscheltiere selten bei 60 °C waschbar sind, sollten sie alle sechs bis acht Wochen in einer Plastiktüte für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe gelegt werden. Dadurch sterben die Milben ab, der allergenhaltige Milbenkot wird dabei jedoch nicht entfernt. Sie müssen die Kuscheltiere daher danach noch waschen, um die Allergene zu entfernen.

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