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Asthma: Welche Medikamente in Frage kommen

Man teilt Asthma-Medikamente in zwei Gruppen ein: Antientzündliche und bronchienerweiternde Mittel. Antientzündliche Präparate gelten als Hauptstütze der Asthmatherapie. Bronchodilatatoren sorgen für schnelle Erleichterung während eines Anfalls.

Asthma-Medikamente: Kortikosteroide gegen Entzündungen

Indem Sie die Entzündung durch antientzündliche Medikamente eindämmen, verringern Sie die Schwellung der Schleimhäute in den Atemwegen und vermindern die Schleimbildung. Die am häufigsten verwendeten antientzündlichen Medikamente sind die Kortikosteroide. Kortikosteroide zum Inhalieren gelten als Mittel der Wahl und verursachen bei richtigem Gebrauch die wenigsten Nebenwirkungen. Orale oder injizierte Kortikosteroide sind schweren Asthmaattacken vorbehalten. Zu den inhalierbaren Steroiden gehören Beclomethason (Sanasthmax®), Budensonid (Pulmicort®), Flunisolid (Inhacort®) und Fluticason (Atemur®, Flutide®).

Bei mäßigem bis schwerem Asthma inhalieren Sie die Kortikosteroide ein bis mehrmals täglich. Sie beherrschen damit die Symptome und setzen die Häufigkeit der Anfälle herab. Die inhalierbare Form machte den Einsatz von oral zugeführten Kortison-Präparaten bei den meisten Asthmatikern überflüssig. Bei der Inhalation mit Kortikosteroiden empfiehlt Ihr Arzt zu einem 10 bis 20cm Verteiler-Inhalator (Dosier-Aerosol), um das Medikament gleichmäßig in der Lunge zu verteilen. Um Nebenwirkungen wie Reizungen im Hals oder Hefepilzinfektionen des Rachens (Mundsoor) zu vermeiden, hilft das Gurgeln mit Wasser nach der Inhalation.

Asthma-Medikamente: Inhalierbare Steroide erweitern die Bronchien

Im Gegensatz zu inhalierbaren Steroiden vermindern inhalierbare Bronchodilatatoren nicht die Entzündung der Atemwege. Sie erweitern die spastischen, verengten Bronchien und bringen bei einem Anfall schnelle Linderung. Obwohl man diese Wirkstoffe oral oder intravenös gibt, verwenden die meisten Patienten die Inhaliergeräte. Sie bringen das Medikament direkt in die Atemwege der Lunge und minimieren eventuelle Nebenwirkungen. Bronchodilatatoren wirken kurzzeitig (4 bis 6 Stunden) oder langfristig (8 bis 12 Stunden). Häufig setzt man die kurzzeitig aktiven Beta-Agonisten ein, die Ärzte typischerweise bei gelegentlichen milden Anfällen verschreiben.

Beta-Agonisten, wie Albuterol (Proventil®, Ventolin®), Orcipreanlin (Alupent®), Pirbuterol (Maxair®) und Levalbuterol (Xopenex®) wirken schnell bei leichten Anfällen. Ebenso eignen sie sich zur vorsorglichen Einnahme vor Sport oder der Einwirkung kalter Luft, um einen Asthmaanfall zu vermeiden. Häufig sieht die Verschreibung eine Dosierung alle 4 bis 6 Stunden oder bei „Bedarf“ vor. Salmeterol (Serevent®, Aeromax®) und Formoterol (Foradil®, Oxis®) sind langwirksame Beta-Agonisten. Sie verhindern bis zu 12 Stunden das Auftreten einer Spastik (Verengung der Lungenstrohmbahn) sowie die Symptome nächtliche Anfälle. Bei einem akuten Asthmaanfall empfehlen sie sich jedoch nicht.

Lassen Sie sich Xolair® nur vom Arzt spritzen

Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde in Washington fordert Patienten mit allergischem Asthma dringend dazu auf, sich das Antikörper-Präparat Xolair® (Wirkstoff: Omalizumab) nur vom Arzt spritzen zu lassen. Der Grund: In seltenen Fällen kommt es zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen. Der biologische Wirkstoff Omalizumab blockiert die körpereigenen IgE-Antikörper. Sie gelten als Schlüsselmoleküle für das Entstehen akuter allergischer Asthmaanfälle. Das Präparat verordnet man nur bei sehr schwerem Asthma und spritzt es unter die Haut.

Zu den allergischen Reaktionen auf das Medikament gehören Bronchialkrämpfe, Blutdruckabfall, Nesselausschlag und Schwellungen im Rachen oder auf der Zunge. Die Nebenwirkungen traten nicht nur nach der ersten oder zweiten Dosis auf, sondern in Einzelfällen erst nach mehr als 20 Dosen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie lange Sie sicherheitshalber nach der Injektion zur Beobachtung in der Praxis bleiben.

Weitere Wirkstoffe und Therapien

Zu einer anderen Gruppe der Bronchodilatatoren gehört das cholinerge Ipratropium-Bromid (Atrovent®). Es entfaltet seine Wirkung, indem es die großen Bronchien erweitert. Manche Patienten kombinieren es mit Albuterol (Combivent®). Ein weiterer Kombi-Inhalierer ist Viani®, das Salmeterol und das Steroid Fluticason enthält. Eine besondere Wirkstoffklasse, die sich für die Prophylaxe eignet, ist zum Beispiel Cromolyn (Intal®) und Nedocromil (Tilade®).

Zu den häufig oral eingenommenen Asthma-Medikamenten gehören Kortikosteroide wie Prednison, ein weiterer Bronchodilatator namens Theophyllin und die Leukotrien-Modifizierer, zu denen Montelukast (Singulair®), Zafirlukast (Accolate®) und Zileuton (Zyflo®) gehören. Ihr Arzt hilft Ihnen dabei, einen Asthma-Aktionsplan zu erstellen. Dieser legt fest, wie Sie Ihr Asthma am Besten überwachen und unter Kontrolle bekommen. So lernen Sie, richtig auf Veränderungen von Symptomen oder auf die Ergebnisse der Peak-Flowmessung zu reagieren.

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