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Die besten Naturheilverfahren gegen Asthma von A bis Z

Die meisten Asthma-Patienten sehen dem Winter alljährlich mit Sorgen entgegen: Besonders die feuchtkalten Tage sind Gift für ihre hochempfindlichen Bronchien. Kalte Luft gilt als einer der häufigsten Auslöser für einen Asthmaanfall. Auch wenn ein schulmedizinisches Asthmaspray im Notfall schnell hilft, fühlen sich die meisten Patienten doch recht unwohl, weil sie sich vor der nächsten Attacke fürchten. Leider wissen wenige Patienten, dass natürliche Maßnahmen das Risiko eines Asthmaanfalls deutlich verringern.

Der Begriff Asthma stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Atemnot. Genau das charakterisiert den Asthmaanfall, bei dem sich die Bronchien in der Lunge verkrampfen. Ursache für diese Verkrampfung ist eine chronische Entzündung der Schleimhaut in diesen feinen Atemwegen. Dabei unterscheidet die Medizin zwei Entzündungsformen. Bei chronischem Bronchialasthma verengt eine ständige Entzündung die Bronchien (Luftwege). Darüber hinaus reagiert die Bronchialmuskulatur auf äußere Reize wie kalte Luft übersteigert und verkrampft. Das Resultat ist ein Asthmaanfall mit akuter Atemnot.

Die klassischen Asthma-Formen

  1. allergisches Asthma aufgrund einer allergischen Entzündung (Vorläufer oft Heuschnupfen)
  2. nicht-allergisches Asthma aufgrund von Infektionen, Arzneimitteln, Staub und Gasen (tritt häufig erst ab 40 Jahren auf)

80 Prozent aller Asthmatiker leiden an einer Mischform aus beiden Asthmatypen. Gerät der Patient in eine Situation, in der sich seine Bronchien aus einem übersteigerten Selbstschutz heraus automatisch verengen (z. B. bei kalter Luft oder Zigarettenrauch), „klappen“ die Atemwege zu. Der akute Asthmaanfall beginnt.

Die häufigsten Auslöser von Asthma

  • Einatmen von Allergenen, vor allem Pollen, Sporen von Schimmelpilzen, Milbenkot im Hausstaub, Tierhaare und Federn
  • Einatmen von Feinstaub (z. B. Ruß), Gasen (Ozon), Putzmitteln und Zigarettenrauch
  • Lebensmittel, Farb- und Konservierungsstoffe
  • kalte Luft
  • körperliche Anstrengung
  • Stress, vor allem Angst und Zeitdruck
  • Unverträglichkeit von Arzneimitteln, vor allem Schmerzmitteln (z. B. ASS, Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol, Naproxen)
  • akute Erkältungen der Atemwege

Eine neue internationale Studie erschien im Juni 2007 in der US-Fachzeitschrift American Journal of Respiratory Medicine. Demnach befinden sich die modernen Raumsprays (Duftsprays) und Reinigungsmittel zum Sprühen auf dem besten Weg, sich zu den stärksten Asthmaauslösern zu entwickeln.

Lungenfunktionstest bringt Klarheit

Die Diagnose Asthma stellt ein Lungenfacharzt (Pneumologe). Viele Hausärzte verfügen nicht über die notwendigen Testgeräte und verwechseln nicht selten eine chronische Bronchitis mit einem Asthma sowie umgekehrt.

Das A und O der Asthma-Diagnostik ist der Lungenfunktionstest (LUFU oder Spirometrie). Dieser misst die Menge der ein- bzw. ausgeatmeten Luft.

Wichtige Messwerte für die Asthma-Diagnose

  1. Vitalkapazität (VK): Gesamtvolumen der ein- und ausgeatmeten Luft pro Atemzug
  2. Ein-Sekunden-Kapazität (FEV1): das in einer Sekunde bei kräftiger Ausatmung ausgeatmete Luftvolumen (Gesunde: > 75 %)

Aus dem Verhältnis von Ein-Sekunden-Kapazität zur Vitalkapazität errechnet man die relative Sekundenkapazität (FEV1 in Prozent der VK). Diese zieht man als Maß für die Einengung der Atemwege heran. Dabei gilt: Je geringer die relative Sekundenkapazität, desto schwerer ist das Asthma ausgeprägt.

Da sich Asthma und eine chronische Bronchitis im Spätstadium ähneln, verabreichen die Ärzte im Zweifelsfall ein bronchienerweiterndes Mittel (Beta-Sympatomimetikum). Verbessern sich daraufhin die Messergebnisse, liegt in der Regel ein Asthma vor, denn diese Mittel wirken nicht bei chronischer Bronchitis.

Kortison und Co. am besten zur Inhalation

Ein Asthmaanfall bedeutet Lebensgefahr. Jährlich sterben 5.000 Bundesbürger daran. Aus diesem Grund ist bei häufigen bzw. dauerhaften Beschwerden eine schulmedizinische Arzneimitteltherapie lebensrettend. Dabei unterscheidet die Medizin zwischen einer täglich verabreichten, entzündungshemmenden Basistherapie und einer bronchienerweiternden Akuttherapie beim Asthmaanfall. Bei seltenen Anfällen reicht das bereits erwähnte Spray aus einem ß-Sympatomimetikum zur Erweiterung der Bronchien.

Um die Medikamente schnellstmöglich an ihren Wirkort in den Bronchien zu bringen und um Nebenwirkungen auf den gesamten Organismus zu verhindern, verabreicht man die meisten Wirkstoffe als Spray bzw. über einen Inhalator. Dies verhindert die gefürchteten Folgen einer Kortison-Langzeitgabe wie Osteoporose, Abwehrschwäche und Gewichtszunahme weitgehend.

Omega-3-Fettsäuren bremsen Entzündungen in den Bronchien

Mit natürlichen Verfahren beugen Sie häufig Asthmaanfällen wirksam vor und verringern dadurch die Dosis der notwendigen schulmedizinischen Medikamente. An erster Stelle stehen dabei die Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl.

Nach einer Übersicht der Nationalen Gesundheitsbehörde der USA von 2004 über mehr als 300 Studien bewährten sich diese wertvollen Fettsäuren eindeutig zur Vorbeugung von Asthmaanfällen. Sie hemmen die Entzündung in den Bronchien und erleichtern die Atmung. Die tägliche Fischöl-Dosis liegt bei 3 bis 5 g. Die genaue Höhe und das passende, bei gleichzeitiger Herzerkrankung sogar erstattungsfähige Präparat (z. B. Omacor®) legt Ihr Arzt fest.

Magnesium verhindert Bronchialkrämpfe

Magnesium verringert den Bedarf an Medikamenten deutlich, wie eine brasilianische Studie an schwer asthmakranken Kindern und Jugendlichen zeigte. Alle 37 Teilnehmer benutzten ihre üblichen Asthma-Medikamente weiter und nahmen dazu zwei Monate täglich 300 mg Magnesium bzw. ein Placebo ein.

Das Ergebnis: Die Magnesium-Tester zeigten 28 Prozent weniger Asthmabeschwerden und sparten fast 40 Prozent ihrer Medikamente ein. Nach einem Bericht der Fachzeitschrift European Journal of Clinical Nutrition vom Juni 2006 entspannt Magnesium das Bronchialsystem.

Weitere Vitalstoffe zur Vorbeugung von Asthmaanfällen

  • Vitamin C: bis 3 g pro Tag
  • Vitamin E: bis 400 Internationale Einheiten (I. E.) pro Tag
  • Selen: 50 bis 70 µg pro Tag
  • Zink: 50 mg proTag

Eine höhere Dosierung legen Sie gemeinsam mit Ihrem Therapeuten fest. Da Sie als Asthma-Patient ohnehin mindestens zwei Liter reine Flüssigkeit pro Tag trinken sollten, um das Bronchialsekret zu lösen, gelten Heiltees als optimale Lösung für Sie.

Hilfreiche Heilpflanzen

Gegen Entzündungen:

  • Eukalyptus
  • Grindelia
  • Bischofskraut (Khella)
  • Weihrauch

Gegen Sekretstau:

  • Eibisch
  • Efeu
  • Huflattich
  • Spitzwegerich
  • Pestwurz
  • Schlüsselblume
  • Thymian
  • Weißer Andorn

Falls Sie Fertigpräparate (Tinkturen oder Kapseln aus der Apotheke) bevorzugen, nehmen Sie diese jeweils mit einem Glas Wasser ein. Das bis vor kurzem ebenfalls gegen Bronchialkrämpfe verwendete Meerträubelkraut (Ephedra) verbot man zum 1. Juli 2007 wegen Suchtgefahr und schwerer Nebenwirkungen.

Behalten Sie Ihre Fortschritte im Auge

Sehr wichtig ist, dass Sie Ihre natürliche Vorbeugung mit täglichen Atemübungen zur Kräftigung Ihrer Bronchialmuskulatur unterstützen. Wie gut Ihre Eigentherapie anschlägt, messen Sie zu Hause mit einem „Peak-Flow-Meter“ auf einfache Weise (20 Euro in Apotheken).

Das Gerät bestimmt den maximalen Luftdurchfluss bei einer Ausatmung (engl. peak expiratory flow = PEF). Je größer dieser PEF-Wert ist, desto freier sind Ihre Bronchien. So wissen Sie immer, ob Sie richtig liegen oder ob Sie mehr für Ihre Gesundheit unternehmen sollten.

Die besten Naturheilverfahren im Überblick

  1. Atemübungen
  2. Eigenbluttherapie
  3. Entspannungsverfahren, z. B. Yoga oder Tai Chi
  4. hypoallergene Kost ohne Weißmehl und Hühnereiweiß nach Dr. Werthmann
  5. Hyposensibilisierung gegen Pollen und Co.
  6. Klassische Homöopathie
  7. Klimatherapie (See, Gebirge)
  8. Kneipp-Anwendungen
  9. Neuraltherapie
  10. Psychotherapie bei starken Ängsten und zur Stressbewältigung
  11. rhythmische Einreibungen (anthroposophische Medizin)
  12. Sanum-Therapie nach Professor Enderlein
  13. Sauerstofftherapie
  14. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), v. a. Akupunktur und Moxa-Therapie
  15. Zilgrei-Übungen

Heilpflanzen und Hausmittel als Inhalationszusätze

 

WirkungZusätze in heißem Wasser
entzündungshemmend, antiseptischKamille (als Aufguss): ca. 3 EL Blüten auf 2 l Wasser
abschwellend, befreiend auf verstopfte Atemwege, erfrischendätherische Öle (ca. 3 bis 5 Tropfen auf 1 l Wasser; Herstellerangaben beachten!): Arnika, Beifuß, Eukalyptus, Latschenkiefer, Melisse, Pfefferminze, Fichtennadel
abschwellend, befreiend auf verstopfte Atemwege1 bis 2 klein geschnittene Zwiebel auf 2 l Wasser mit erhitzen
befreiend auf verstopfte AtemwegeZitrone: 3 bis 5 Tropfen auf 1 l Wasser
sekretlösendEmser Salz (auch zur Nasenspülung oder zum Gurgeln): 1 gestrichener Teelöffel auf 125 bis 150 ml Wasser
besonders bei Husten: reizlindernd, abschwellend, Abwehr stärkendSalbei (als Aufguss): 1 TL getrocknete Blätter in ½ l Wasser
Linderung erkältungsbedingter Rachen-, Hals- und KopfschmerzenMalz- oder Apfelessig zu gleichen Teilen mit Wasser mischen, erhitzen

 

 

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