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Asthma: 3 Übungen aus dem Qi Gong

Viele Asthmatiker trauen sich nicht, Sport zu treiben: Sie haben Angst, die Lungen zu überlasten. Dabei gibt es manche Sportart, die Ihre Lungenfunktion sogar stärkt. Mit Qi Gong verringern Sie sogar die Notwendigkeit von Medikamenten.

Vermindern Sie Asthma-Anfälle mit Qi Gong

Qi Gong empfiehlt sich, weil es eine Verbindung aus Gymnastik, Atemübung und Meditation ist, die jeder Mensch ausüben kann. Es existieren keine Einschränkungen bezüglich des Alters und der körperlichen Fähigkeiten.

Im Ursprungsland des Qi Gong China setzt man die Übungen zur Förderung der Gesundheit ein. Sie dienen der Vorbeugung von Krankheiten sowie als Begleitbehandlung zur Akupunktur. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) schreibt dem Qi Gong folgende Wirkungen zu:

  • Stärkung von Körper und Kreislauf
  • Verbesserung von Organfunktionen und Vorgängen im Stoffwechsel
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Beruhigende Wirkung

Warum ist Qi Gong so hilfreich?

Bei Qi Gong konzentrieren Sie sich auf die Bewegung ebenso wie auf eine tiefe und gleichmäßige Atmung. Aus diesem Grund erscheint Qi Gong besonders für Asthmatiker interessant. Bei Asthma verengen sich die Atemwege und die Muskeln in den Bronchien verkrampfen. Dies erschwert die Atmung, vor allem das Ausatmen. Folge: Die Sauerstoffversorgung der Lunge ist vermindert. Darüber hinaus atmen viele Asthmatiker hektisch und flach, die Atemluft strömt nicht ausreichend in die Lungen.

Im Rahmen einer Doktorarbeit führte man 1998 eine Studie durch. Diese überprüfte, inwieweit Qi Gong bei Asthmakranken eine Verbesserung bringt. Das erstaunliche Ergebnis: Bei denjenigen, die an dieser Untersuchung teilnahmen und regelmäßig Qi Gong ausübten, kam es tatsächlich zu einer Linderung des Asthmas um mindestens 10 Prozent im Vergleich zu den Ausgangswerten. Die Lungenfunktionen verbesserten sich und die Teilnehmer fühlten sich besser und benötigten weniger Medikamente.

Effekte der Übungen

Bei den Atemübungen des Qi Gong lernen Sie, wie Ihre Atmung ablaufen sollte. Sie konzentrieren sich bei den Übungen darauf, wie der Atem in den Körper strömt und sich in den kleinsten Winkeln des Organismus verteilt. Das entspannt Sie nicht nur. Zusammen mit der besseren Leistung der Lunge führt dies zu einer geringeren Häufigkeit der Asthma-Anfälle, da hektisches und kurzes Atmen der Vergangenheit angehören.

Qi Gong erwies sich bei zahlreichen Multiple-Sklerose-Patienten als hilfreich. Bei akuten Schüben benötigt der Patient natürlich die medikamentöse Behandlung. Zwischen diesen Schüben leiden die Betroffenen häufig unter Bewegungsstörungen: Hier schaffen die Übungen des Qi Gong Linderung.

Übung 1: Verfolgen Sie Ihren Atem

Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Wichtig ist, dass Sie beide Füße auf den Boden setzen. Spüren Sie diese „Erdung“. Nun richten Sie sich auf und stellen Sie sich vor, dass man Sie wie eine Marionette am Faden gerade hochzieht. Spüren Sie, wie sich Ihre Wirbelsäule streckt und schließlich gerade ist. Merken Sie, wie sich Ihr Nacken und Ihre Schultern entspannen.

Atmen Sie tief und gleichmäßig ein. Beobachten Sie Ihren Atem und verfolgen Sie ihn durch den ganzen Körper. Spüren Sie, wie er in Sie hereinströmt, den Brustkorb weitet, bis in die Lungenspitzen vordringt und schließlich den Körper durch die Nase verlässt. So lernen Sie Ihren Atemstrom besser kennen.

Übung 2: Luftballon

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine schulterbreit gespreizt, die Arme hängen locker an Ihrem Körper herunter. Nun atmen Sie langsam ein und verfolgen Ihren Atem, wie er in Ihren Brustkorb strömt und diesen weitet. Atmen Sie aus und verfolgen Sie Ihren Atem ebenfalls, wie er aus dem Brustkorb durch die Nase Ihren Körper verlässt.

Nun atmen Sie erneut ein und heben Ihre gestreckten Arme bis auf Schulterhöhe. Sie dürfen die Schultern nicht hochziehen. Stellen Sie sich jetzt vor, dass der Atem bis in den Bauch geht und Ihr Bauch sich durch das Einatmen wie ein Luftballon aufbläht. Danach atmen Sie wieder aus. Stellen Sie sich vor, wie der Luftballon langsam schlapp wird. Ziehen Sie Ihre Ellenbogen zum Körper zurück, dann senken Sie die Unterarme seitlich an den Körper.

Übung 3: Der balancierende Affe

Stellen Sie sich mit schulterbreit geöffneten Beinen hin. Halten Sie den rechten Arm seitlich auf Höhe Ihrer Schulter, die Handfläche zeigt nach unten, der linke Arm ist auf Schulterhöhe nach vorne ausgestreckt, die Handfläche zeigt nach vorne. Ihr Kopf ist gerade.

Während Sie einatmen, drehen Sie Ihre rechte Handfläche nach oben und strecken den rechten Arm nach vorne aus. Während Sie ausatmen, ziehen Sie Ihren linken Arm zurück. Diese Übung wiederholen Sie 12 Atemzyklen lang. Sie beruhigt und stärkt ihre Atemmuskeln.

Die optimale Vertiefung

Qi Gong hat den Vorteil, dass es eine relativ verletzungsarme Bewegungstechnik ist. Die Übungen können Sie sofort nachmachen. Wollen Sie tiefer ins Qi Gong einsteigen, empfiehlt sich dies nicht im Selbststudium. Sie könnten einige Bewegungen nicht richtig durchführen, was zu Beschwerden etwa in den Knien führen kann.

Darüber hinaus könnten Sie sich falsche Körperhaltungen angewöhnen und dann bringt Qi Gong keinen Erfolg. Nehmen Sie lieber an einem Kurs teil. Selbst Krankenkassen bieten diese Kurse an. Hier lernen Sie die richtigen Bewegungen und können danach zu Hause weiter üben.

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