Hinter unbändiger Wut steckt meist die Suche nach Anerkennung
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 26. Mai 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
Gehören Sie zu denen, die immer gleich einschnappen, wenn ihnen etwas nicht passt oder sie sich ungerecht behandelt fühlen? Liegen Sie hin und wieder sogar auf der Lauer, um sich als beleidigte Leberwurst abzureagieren, wenn Ihnen irgendetwas oder -jemand die Petersilie verhagelt hat? Schmieden Sie schnell Rachegefühle - zumindest kurzfristige? Denken Sie oft daran, es jemanden anderes mal ordentlich heimzuzahlen, wenn er Ihnen auf die Füße getreten ist? Gehen Sie hoch wie eine Handgranate, wenn Sie von anderen vor anderen gerüffelt werden?
Auslöser für häufige Wutausbrüche können sein:
- Unsicherheit
- Angst vor Versagen
- Angst, nicht geliebt zu werden
- der Wunsch zu verbergen, wie getroffen man sich fühlt
- überzogener Ehrgeiz
- Überbewertung der eigenen Person und Verantwortung
- zu starke Leistungsorientierung
- der Wunsch, die insgeheim empfundene Ausweglosigkeit zu verbergen
- Handlungsübersprung: Schwierigkeiten auf einem anderen "Kriegsschauplatz", die hier ausgetobt werden.
Je mehr Angst und Unsicherheit ein Mensch in sich spürt, desto mehr teilt er seine Welt in Kategorien - in Gut und Böse - ein. Er fühlt sich schnell bedroht und hat es schwer damit, seine ursprünglichen Gefühle wahrzunehmen. Diese machen sich dann als unbändige Wut bemerkbar. Verhaltensvarianten, zu denen besonders Frauen neigen: Verweigerung, Rückzug in beleidigtes Schweigen, Nicht-erreichbar-Sein oder stumme Vorwurfshaltung sind ebenfalls subtile Formen der Aggression.