Hilfe, hab ich mein Bügeleisen ausgemacht?

in Naturmedizin aktuell zum Thema Zwangsstörungen
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mal ehrlich: Wie oft gehen Sie zurück, um zur Sicherheit noch mal zu schauen, ob Sie den Herd ausgemacht, die Tür wirklich abgeschlossen oder den Computer abgeschaltet haben? Ich mache das regelmäßig. Mein Mann ist noch schlimmer. Schon von berufswegen geht er doppelt und dreifach auf Nummer sicher.


Meistens weiß man ja, dass alles in Ordnung ist. Nur man kann sich nicht mehr daran erinnern, das Bügeleisen ausgemacht zu haben - auch wenn man es noch nie vergessen hat, es abzuschalten. Für viele entwickelt sich die Bedenkenträgerei irgendwann von der Marotte zu einem echten Zwang. Die Grenzen sind fließend. Der Unterschied zwischen einem normalen "Tick" und einer Zwangsstörung ist nach Ansicht von Professor Iver Hand, Unversitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, dass der Zwang den Betroffenen beherrscht, ohne dass dieser dagegen etwas tun kann. Das heißt: Wenn Sie vorsichtshalber noch mal nachschauen, ob die Haustür wirklich abgeschlossen ist, handeln Sie im normalen Rahmen. Wenn Sie aber mehrfach kontrollieren und über den Tag hinweg die Grübelei nicht loswerden, dann leiden Sie unter einem Zwang.

Mehr als 2 Millionen Menschen in der Bundesrepublik leiden unter Zwangsstörungen, die meisten davon sind Frauen. In allen sozialen Schichten sind sie zu Hause. Das geht vom Waschzwang, Putzzwang, Zählzwang bis hin zum selbstverletzenden Verhalten. Vom SVV - wie die Psychologen es nennen - ist schätzungsweise 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Bei Frauen zwischen 20 und 30 liegt die Quote gar doppelt so hoch. Die Zunahme der Fälle ist voraussehbar, sagen die Experten.

Eines der prominentesten Opfer war Lady Di, die 1996 in einem Interview unumwunden zugab, sie verletze sich absichtlich mit Rasierklingen, Glasscherben, ja sogar mit dem Zitronenhobel. Auch Romy Schneider und andere Frauen aus dem Rampenlicht sollen zur Gemeinde der Selbstverletzerinnen gehört haben beziehungsweise gehören. Mittlerweile beklagen die Experten viele Nachahmerinnen vor allem unter den jungen Frauen.

Etwas anders verhält es sich bei den anderen Zwangsstörungen wie Waschen, Reinigen, Kontrollieren, Ordnen, Zählen, Angst vor Verkeimung, zwanghafte sexuelle Vorstellungen oder zwanghaftes Grübeln. Entscheidend ist hier, dass es sich um Verhaltensweisen handelt, die wir im normalen Alltag fast alle mal an den Tag legen. Hier bemerken Freunde und Familie meist auch etwas. Das Familienleben kann in der Tat stark beeinträchtigt sein. So kann es sein, dass jemand beim Verlassen des Hauses Stunden braucht, weil er oder sie immer und immer wieder kontrolliert - etwa ob Bügeleisen, Kaffeemaschine, Küchenmaschinen ausgeschaltet sind, die Lampen alle gelöscht, die Wertsachen richtig verschlossen und so weiter und so fort und alles wieder von vorne. Oder eine Frau mit einem Waschzwang braucht bis über 10 Stunden für ihre Waschrituale.

Die Behandlung von Zwangsstörungen ist nicht einfach und sehr häufig auch nicht von großem Erfolg geprägt. In den meisten Fällen wird eine Mischung medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie empfohlen.  Doch tatsächlich gibt es bislang noch keine Medikamente, die die Betroffenen wirksam von dem inneren Druck, der Spannung und dem Zwang - etwa sich selbst schneiden zu müssen - befreien. Erleichterung verschafft allenfalls "das übliche Set": Bewegung, frische Luft, Entspannung, soziale Aktivitäten und alternative Heilweisen. Was Ihnen Entlastung verschafft, müssen Sie selbst herausfinden.

Wie sehen Sie das?

Bleiben Sie natürlich gesund!

Ihre Sylvia Schneider

 

 


von
Sylvia Schneider

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Kommentar von Lothar Schmit z von Wussow

Habe hierzu interessanten Beitrag auf 3 Sat gesehen. Hier wurden Patienten mit Methoden zur Neuroplastizität erfolgreich behandelt. Hier wurde die Fehlschaltung des Gehirns neu moduliert und somit die erfolgreich verändert.Leider habe ich keinen Therapeutennamen mir gemerkt!

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