Hildegard von Bingen - Medizin: Heilnahrung
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Mehr als nur Edelsteine: So heilte die Meisterin der Klostermedizin mit uralten Küchenkräutern
Bärwurzhonig zum Entgiften, Galgant gegen Herzbeklemmung – die Rezepturen der heiligen Nonne sind heute so aktuell wie nie
Beim Stichwort Hildegard-Medizin denken viele Menschen sofort an das Heilen mit edlen Steinen. Doch die Heilkunde der berühmten Hildegard von Bingen (1198 bis 1271) umfasst viel mehr als das: In ihren zahlreichen Schriften und Büchern hat die heilige Nonne detaillierte Anweisungen zu Vorbeugung und Behandlung von alltäglichen Erkältungen bis hin zu Herzschwäche und Angina pectoris niedergelegt. Dazu empfiehlt sie neben speziellen Heilpflanzenzubereitungen z. B. aus Bärwurz, Galgant und Ingwer eine schlichte, aber ungemein stärkende Ernährungsweise, in deren Mittelpunkt der Dinkel steht. Wie Sie die Leitlinien der Hildegard-Ernährung im Alltag umsetzen und sich einige bewährte heilsame Rezepturen selbst herstellen können, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.
Hildegard vertraute auf Heilpflanzen und Mineralien
Fast 800 Jahre schlummerten die wertvollen Wissensschätze der heiligen Nonne in den Bibliotheken, bis sie schließlich der Arzt Dr. Gottfried Hertzka Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus ihrem Dornröschenschlaf erweckte und in 5 Grundprinzipien ordnete.
Diese sind so eng miteinander verwoben, dass man die Hildegard-Medizin mit Fug und Recht als ganzheitliche Heilweise bezeichnen kann.
Vielseitige Hildegard-Medizin
Die umfangreichen Ratschläge und Rezepturen der heiligen Hildegard von Bingen zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten wurden erst vor rund 50 Jahren wiederentdeckt.
Die Hildegard-Medizin beruht auf diesen 5 Grundprinzipien:
- Schlichte, ausgewogene Ernährungsweise
- Heilmittel aus der Natur (Gewürz- und Küchenkräuter, Heilpflanzen und Mineralien inkl. Edelsteine)
- Entgiftung des Körpers durch Fasten, Schröpfen und Moxibustion (Brennkegel)
- Regeneration des Organismus durch feste Arbeits- und Ruhezeiten
- Reinigung von Geist und Seele durch Meditation, Gebete und Musik
Für Hildegard war eine schlichte natürliche Ernährung das A und O zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Förderung der Genesung.
Das Dinkelkorn: urgesund und heilsam
Als Grundlage der täglichen Ernährung empfahl sie den Dinkel aus der Familie des Weizens, und zwar als ganzes Korn, Schrot, Grieß, Flocken zur Zubereitung von Brot, Heilkeksen und stärkenden Suppen. Heute wissen wir, dass der Dinkel mit seinen über 40 wertvollen Inhaltsstoffen tatsächlich ein urgesundes, aber leicht verdauliches Kraftkorn und wichtiger Vitalstofflieferant ist. So gleicht er mit seinen basischen Mineralstoffen eine Übersäuerung des Körpers aus und beugt damit auch Entzündungen vor.
Auch die Esskastanie (Maroni) empfahl Hildegard als leberstärkendes Nahrungsmittel und ihr Holz als Gehstock besonders für Rheumaleidende.
Altbewährter Rat: Essen Sie Gemüse nur gekocht!
Bei der Ernährung zeigen sich deutliche Parallelen zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): Auch Hildegard schrieb den Nahrungsmitteln und Kräutern, die ihr vielfach auch als Heilmittel dienten, heiße, kalte, trockene und feuchte Wirkungen auf den Organismus zu. So bezeichnete sie z. B. Fenchel, Meerrettich und Ingwer als wärmend.
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