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Hildegard von Bingen - Medizin: Das Vermächtnis

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Hildegard von Bingen: Medizin

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Sylvia Schneider
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Entdecken Sie das Gesundheits-Vermächtnis der klugen Nonne

Viele der gesundheitlichen Erkenntnisse und naturheilkundlichen Rezepte, die heute bei Frauen en vogue sind, stammen aus der Feder der "Heiligen Hildegard" von Bingen. Die Benediktineräbtissin ist die eigentliche Erfinderin der weiblichen Ganzheitsmedizin.


Das Himmlische mit dem Irdischen zu verbinden, das war die Lebensmaxime der Benediktinerin Hildegard von Bingen. Bereits im 12. Jahrhundert propagierte sie etwa die Formel "äußere Schönheit kommt von innen". Als Erste verwies sie auf den Zusammenhang zwischen seelischem Wohlbefinden und körperlichem Wohlsein. Sie war es auch, die sich mit der Wirkung von Nahrungsmitteln, Kräutern und Gewürzen auf die Gesundheit befasste und uns ihre Erkenntnisse in reicher Schriftform hinterließ. Hildegards Schriften entstanden zwischen 1150 und 1160. Sie sind heute noch genauso aktuell wie damals.

"Kann so ein Sprung über 900 Jahre hinweg gelingen, ohne in die Abgründe der Geschichte abzustürzen?", heißt es auf der sehr modernen Internet-Seite der Abtei St. Hildegard. Die Anwort lautet "Ja" , selbst wenn nicht alles, was unter dem Label "Hildegard-Medizin" heute verkauft wird, auch wirklich in ihrem Sinne gewesen wäre. Die Äbtissin wurde nicht müde, an die Einbettung des Menschen in den Kosmos zu erinnern. Nach ihrer tiefen christlichen Überzeugung kommt der Mensch heil und gesund auf die Welt. Je mehr er sich von Gott entfernt, entfremdet er sich jedoch auch von sich selbst. Das zieht eine krankhafte Verformung, einen Zerfall nach sich, ein existenzielles Defizit. Dadurch geraten auch die Körpersäfte in Verwirrung.

Ziel ihrer Heilkunde ist es, den Menschen zum umfassenden Heilwerden zu führen, also auch dazu, sich wieder in die göttliche Ordnung einzufügen. Dazu gehörte nach ihrer Erkenntnis in allererster Linie eine sinn- und maßvolle Lebensführung.

Das Wichtigste: Im Einklang mit der Natur leben

Hilfe zur Selbsthilfe und die Zuwendung zum Menschen standen bei ihr an oberster Stelle. Sie schrieb Pillendrehern und oberflächlichen Ärzten ins Stammbuch: "Wie könnt ihr Heilmittel verabreichen, ohne eure Tugend dazu zu tun!"

Das sind die wesentlichen Säulen ihrer Heilkunde:

Ernährung - das beste Heilmittel

"Wenn nämlich ein Mensch an allerlei Mühsal, Angst und Folgen von vielerlei Speisen und Getränken leidet, so dass sich durch ungeeignete Speisen und Getränke verkehrte Schlackenstoffe angesammelt haben, dann kommt die erschütterte und ermüdete Seele zum Erliegen."

In einer ausgewogenen Ernährung sah sie die Möglichkeit, die Abwehrkräfte zu steigern und Krankheiten vorzubeugen. Nach ihrem Heilwert unterteilte sie die Nahrungsmittel in gute und in schädliche. Im Mittelpunkt der Hildegard-Medizin stand der Dinkel, eine Urform des Weizens. Er schenkt dem Menschen "Lebensenergie und Frohsinn". Eine regelmäßige Dinkelkost ist nach der Überzeugung der Äbtissin so hochwertig, dass der gesamte Organismus gesundet. Dinkel ist die am leichtesten verdauliche Getreideart und wird auch von Weizenallergikern gut vertragen. Dinkel enthält tatsächlich mehr Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine als anderes Getreide - das konnte Hildegard damals eigentlich noch nicht wissen. Oder doch? Sie selbst führte viele ihrer Heil-Erkenntnisse auf Visionen zurück. Es gibt allerdings auch die Vermutung, dass sie ihre eigenen Studienerkenntnisse auf diese Weise getarnt hat, um bei den Kirchenherren nicht missliebig aufzufallen oder gar als Hexe zu gelten.

Statue im Klostergarten

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