Hildegard von Bingen - Klostermedizin: Schätze aus vergangenen Tagen...
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...zu neuem Leben erwacht
In den Klöstern wurde die Heilkunde von jeher gepflegt. Ihre Heilgärten sind sprichwörtlich. Aus Wurzeln, Rinden, Blättern, Blüten und Samen bereiteten Mönche und Nonnen Tees, Heilsude, Abkochungen und Salben. Hier wurden die Rezepte bewahrt und schriftlich festgehalten. In mühevoller Handarbeit fertigten die schreibkundigen Ordensleute (und allein schreiben zu können war ja vor rund tausend Jahren beileibe nicht an der Tagesordnung) sogar Kopien von älteren, teils antiken Heilkunde- und Pflanzenbüchern an. Aus diesen alten Quellen stammen viele wichtige Medizin-Rezepte. Sie sind durch die Skepsis der Schulmedizin zu neuem Ruhm gelangt und werden jetzt einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen. Vor drei Jahren wurde an der Universität Würzburg die bundesweit bislang einzige „Forschergruppe Klostermedizin“ gegründet. Vor fünf Jahren begann man dort, unter der Leitung des Medizinhistorikers Johannes G. Mayer am Institut für Geschichte der Medizin sämtliche in den Schriften beschriebenen Pflanzen zu erfassen.
Es fällt auf - so Mayer -, dass es in der Blütezeit der Klostermedizin keine schweren Seuchen in ganz Europa gegeben hat.
Denn nicht nur die Ordensbrüder und -schwestern wurden versorgt, auch der Adel, die Bauern und andere Menschen aus dem Umfeld fanden hier Rat und Hilfe. Dabei wurde quasi nebenbei das Solidaritätsprinzip erfunden: Die Reichen zahlten mehr, die ganz Armen gar nichts, vom Überschuss wurde den Minderbemittelten geholfen.
Etliche Klöster bieten heute die Möglichkeit an, für eine Weile bei ihnen Abstand vom Alltag und von unserer schnelllebigen Gesellschaft zu nehmen.